Antifaschistische Konferenz in München

Wie bereits 2014 war auch in diesem Jahr in den Räumen des Münchner DGB eine antifaschistische Konferenz geplant. Doch das erwies sich als unerwartetes Problem. Denn Aktivisten aus der politischen Rechten versuchten diese Konferenz mit einer Kampagne zu Fall zu bringen. Als Angriffspunkt hatten sie sich die DGB-Gewerkschaft der Polizei GdP ausgesucht, in der Hoffnung, diese ließe sich dazu zu bewegen, im DGB Druck für die Absage der Konferenz zu machen. Das hat leider gut funktioniert. Der DGB gab dem Druck nach. Zum Glück hagelte es daraufhin empörte Proteste. Auch der Arbeitskreis Internationalismus verfasste einen offenen Brief. Nun hat sich der DGB eines Besseren besonnen. Die Konferenz findet wie geplant statt.

Wir dokumentieren unseren Brief und die Wende in diesem „Schauspiel“:

Betrifft: Kündigung der Räume des DGB in München für einen Antifa Kongress

Lieber Rainer Hoffmann, liebe KollegInnen der Einzelgewerkschaften

als Skandal erster Güte haben wir die Kündigung der Räume für den Antifa Kongress in München wahrgenommen. Da treibt die DpolG, die schon häufiger mit extrem rechten Positionen in der Öffentlichkeit aufgefallen ist, die GdP vor sich her und diese hat nichts besseres zu tun als sich davon treiben zu lassen.

Die aus rechtsradikalen Kreisen stammende sogenannte „Journalistenwatch“ hatte im Internet eine Kampagne gegen den Kongress gestartet, die von der DpolG und letztlich auch von der GdP aufgegriffen wurde. Und der DGB knickt ein – Lassen wir als Gewerkschaften uns jetzt schon unsere politischen Entscheidungen von den Rechten vorschreiben?

Ihr schreibt richtig: „…Gewerkschaften stellen sich klar gegen jede Form von Rassismus, Faschismus und Antisemitismus – das ergibt sich allein schon aus der Erfahrungen der Gewerkschaften im Nationalsozialismus.“

Das ist auch unsere Haltung und wir beteiligen uns nach Kräften an antifaschistischen Aktionen und der Zurückdrängung faschistischen und rassistischen Gedankengutes.

Aus unserer Sicht wäre es richtig gewesen, gegen diese rechte Kampagne mit zum Teil übelsten verbalen Ausfällen klar Stellung zu beziehen und diesem Antifa Kongress, bei dem renommierte Autoren und Journalistinnen referieren werden, zu unterstützen.

Die Kündigung ist (trotz der gegebenen Hilfestellung für andere Räume) das völlig falsche Signal, wenn wir uns dem Vormarsch von AfD , menschenverachtenden Rechtsradikalen und Feinden deomkratischer Gewerkschaften entgegenstellen wollen.

Die Mitglieder des AK Internationalismus

 

Einigung mit dem DGB – Antifa-Kongress wird im DGB-Haus stattfinden!

„Wir haben uns im Laufe heutigen Vormittags mit der Führung des bayerischen DGB einigen können. Ein voller Erfolg: Der bayerische Antifa-Kongress wird wie geplant und ohne Abstriche im DGB-Haus in München stattfinden. Ohne die Welle der Solidarität aus den Gewerkschaften und darüber hinaus wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Das ist kein Erfolg nur für uns, das ist ein Erfolg für alle Antifaschist_innen und gibt uns Kraft für die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die auf uns zukommen. Für den gemeinsamen Kampf gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck. Das war ein Lehrstück über die  politische Macht der Solidarität – wir werden an eurer Seite stehen,  wenn ihr unsere Solidarität braucht! Um aufzuklären, was der Antifa-Kongress ist und wofür wir stehen, folgend noch eine kurze Erklärung (…) weder steht der Kongress noch seine Veranstalter_innen und Referent_innen für „Gewalt“.Das Gegenteil ist richtig. Wir stehen für eine gerechte und solidarische Gesellschaft und eine vielfältige antifaschistische Bewegung.“ Mitteilung vom 21. Oktober 2017 des Vorbereitungskreises des bayerischen Antifa-Kongress 2017 – wir gratulieren!

Quelle:
http://antifakongress.blogsport.eu/2017/10/21/einigung-mit-dem-dgb-antifa-kongress-wird-im-dgb-haus-stattfinden/