Demo: Schluss mit dem rechten Terror – Solidarität mit den Betroffenen

*** Auch der AK Internationalismus beteiligt sich an der Demonstration: ***

 

15:00 Uhr: Auftaktkundgebung Bat-Yam-Platz (Nähe U7 Lipschitzallee)
16:30 Uhr: Abschlusskundgebung Gedenkort Burak Bektaş (Nähe U7 Britz Süd)

 

In der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar 2018 wurden in Neukölln zum wiederholten Male Autos von Demokrat*innen und Antifaschist*innen in Brand gesetzt. Die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 28. Februar 2018 in einer Entschließung die erneuten Brandanschläge verurteilt und sich mit den Betroffenen solidarisch erklärt. Die Unterzeichnenden schließen sich dieser Erklärung an und fordern ebenfalls, dass die Anschlagsserie als terroristisch eingestuft wird.

Darüber, dass die Taten von extrem Rechten begangen wurden, gibt es wenig Zweifel. Die Betroffenen hatten sich in der Vergangenheit klar gegen rechts positioniert. Auch das Datum mit der Nähe zum Jahrestag der Machtübernahme der Nationalsozialisten vor 85 Jahren verstärkt diese Annahme auf bedrückende Weise.

Erneut zeigt sich, dass rechter Terror die Schädigung von Gesundheit und Leben seiner Opfer billigend in Kauf nimmt. Die Mordtaten des NSU sind dafür ein erschreckender Beweis, und auch bei den letzten Taten in Neukölln waren Menschen unmittelbar gefährdet.

Es liegt nahe, dass der mangelnde Erfolg von Polizei und Justiz, Täter festzustellen und vor Gericht zu bringen, von den Brandstiftern offenbar als Ermutigung zur Fortsetzung ihrer Taten verstanden wird. Betroffene und die Neuköllner Bevölkerung erwarten nunmehr endlich Erfolge bei der Aufklärung dieser Taten!

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Bangladesh: Freilassung der inhaftierten Arbeiter/innen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit dem 19. Januar 2017 gibt es nun ganz offiziell eine internationale Solidaritätskampagne mit den TextilarbeiterInnen von Bangladesch – gegen die Verfolgungsjagd, die die Textilunternehmen und ihre Regierung nach dem Streik im Dezember entfesselt haben, der – nicht unwichtig, nicht zu vergessen – sich gegen die fünfjährige „Gültigkeit“ des Hungerlohns richtete, mit dem die Menschen leben sollen, wenn es nach Unternehmen geht, die sicher ein bisschen mehr „verdienen“.

Der Aufruf Bangladesh: Release arrested garment union leaders now! am 19. Januar 2017 bei IndustriAll ist gemeinsam mit der UNI und fasst sowohl die Entwicklung zur Hetzjagd auf Streikende zusammen, als auch die verlogene Reaktion der Textil-Regierung kritisiert wird, die gerade eben unter dem Beifall Ihresgleichen in Davos erklärt hatte, sie lege großen Wert auf Arbeiterrechte.

Siehe dazu auch: „Nächtliche Hetzjagden gegen Textilarbeiter in Bangladesch“ am 06. Januar 2017 im LabourNet Germany und die Berichterstattung ab dem 23. Dezember 2016

Entnommen aus: labournet.de

Behinderung von Betriebsratswahlen ist Megatrend

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jörn Boewe beschreibt in einem Artikiel im „nd“, dass die Bekämpfung von Betriebsratsgründungen durch Unternmehmen immer verbreiteter wird. Die Gesetze dagegen sind unzureichend und die Justiz muss „zum Jagen getragen“ werden.

„Noch vor ein oder zwei Jahrzehnten galt die Behinderung von Betriebsratswahlen in Gewerkschaftskreisen als Ausnahme. Doch inzwischen ist die systematische Verhinderung von Betriebsratsneugründungen einer der Megatrends in der Arbeitswelt der Bundesrepublik Deutschland im 21. Jahrhundert geworden.

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Südkorea: Für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung

Wir laden ein zu  einer Aktion am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung “ Für das Mesnchenrecht auf Kriegsdienstverweigerung in Südkorea“!

15. Mai 2018, 16.00-18.00 Uhr, Vor der Botschaft der Republik Korea, Stülerstr. 10 in 10787 Berlin

Korea ist ein geteiltes Land. Die seit Ende des Koreakrieges 1953 bestehenden Spannungen mit Nordkorea sorgen auch in Südkorea für eine hohe Militarisierung. Das Land hält bei 50 Millionen Einwohnern eine Armee von 650.000 Männern und Frauen und hat damit die fünftgrößte Armee der Welt. Zugleich ist Südkorea eine wirtschaftliche Macht in Ostasien und Verbündeter der USA. Alle Männer sind wehrpflichtig und müssen zwischen 21 und 24 Monaten Militärdienst ableisten. Wer sich dem entgegenstellt, zahlt einen hohen Preis.

Derzeit sind etwa 400 Kriegsdienstverweigerer in Südkorea in Haft. Sie werden in der Regel zu 18 Monaten Gefängnisstrafe verurteilt. Schon seit Jahren setzt sich in Südkorea die Organisation World Without War für ein Ende der Strafverfolgung und die Anerkennung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung ein, bislang leider ohne Erfolg.

Im Moment sind mehrere Fälle von Kriegsdienstverweigerern vor dem Verfassungsgericht in Südkorea anhängig, weil sich Richter weigerten, Verurteilungen auszusprechen. Die Koreanische Menschenrechtskommission sieht die Verweigerung des Militärdienstes als ein allgemeines Menschenrecht an. Auch der Präsident, Moon Jae-in, versprach während seines Wahlkampfes, eine Lösung zu finden.

Wir wollen daher mit einer phantasievollen Aktion zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung die Kriegsdienstverweigerer in Südkorea unterstützen und einfordern, sie unverzüglich aus der Haft zu entlassen und ihre Kriegsdienstverweigerung anzuerkennen.

Korea Verband, Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IDK), Connection e.V., Berliner Mennonitengemeinde, Mennonitisches Friedenszentrum Berlin, Deutsche Ostasien Mission (DOAM), International Peace Bureau (IPB), Arbeitskreis Internationalismus IGM Berlin

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wir bitten alle die folgende Resolution zu unterstützen und zu unterschreiben

hier die PDF Version:   Petition_Kriegsdienstverweigerung Korea

Kriegsdienstverweigerer zu sein ist kein Verbrechen

Sehr geehrte Exzellenz, Botschafter Dr. Bum Goo Jong,

Wir möchten Sie hiermit bitten, sich bei Ihrer Regierung für eine Lösung zur Frage der Kriegsdienstverweigerung in Südkorea einzusetzen. Gegenwärtig sind in Südkorea etwa 400 junge Männer für jeweils 18 Monate inhaftiert, weil sie sich aus Gewissensgründen der Ableistung des Militärdienstes verweigern. Der seit fast einem Jahr im Amt befindliche Präsident Moon Jae-in hatte zuvor wiederholt versprochen, eine Lösung für die Kriegsdienstverweigerer zu finden.

Den Militärdienst aufgrund einer Gewissensentscheidung oder aufgrund einer tiefen persönlichen Überzeugung zu verweigern, ohne deswegen irgendeine rechtliche oder andere Strafe zu erleiden, ist Teil des Rechtes auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit entsprechend Artikel 18 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, dem Südkorea beigetreten ist, wie auch entsprechend der Artikel 19 und 20 der Verfassung von Südkorea. Auch die Koreanische Menschenrechtskommission sieht die Verweigerung des Militärdienstes als ein allgemeines Menschenrecht an: „„Der Respekt für Entscheidungen, die auf dem Gewissen beruhen, ist ein Schlüsselelement einer demokratischen Gesellschaft“.

Wir bitten Sie daher dringend darum, Maßnahmen umzusetzen, um sicherzustellen, dass die südkoreanische Regierung:

1. Unverzüglich und bedingungslos alle Personen freilässt, die nur wegen der Ausübung ihres Rechts zur Kriegsdienstverweigerung inhaftiert sind und von weiterer Inhaftierung von Kriegsdienstverweigerern in der Zukunft abzusehen;

2. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung als ein dem Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit innewohnendes Menschenrecht anerkennt;

3. Entsprechende Vorkehrungen für Kriegsdienstverweigerer trifft;

4. Die Vorstrafen löscht und Kriegsdienstverweigerern in Südkorea, die wegen ihrer auf Gewissensgründen beruhenden Ablehnung, Militärdienst abzuleisten, inhaftiert waren, eine angemessene Entschädigung gibt.

Gedenken an Burak Bektas in Berlin Neukölln

Am 5. April 2012 wurde Burak Bektas, ein Jugendlicher mit türkischen Wurzeln, zusammen mit Freunden von einer bis jetzt nicht eindeutig überführten Person niedergeschossen. Burak starb, seine Freunde konnten die Tat überleben. Obwohl es sehr starke Anzeichen für einen rassistischen Mord im Stil des NSU gab, und in einem ähnlichen Fall kurz darauf ein Täter mit neonazistischer Einstellung verurteilt wurde, stehen die Berliner Polizei und Justizbis heute ohne greifbare Ermittlungsergebnisse da. Der Anwalt der Familie Bektas wies in einem Kundgebungsbeitrag darauf hin, dass nicht die Rede davon sein kann, dass die Polzei – so das offizielle Statement – in alle Richtungen ermittle. Es habe bisher nicht einmal eine Anfrage zu den verdächtigten Personen an die mit solchen Vorfällen befassten staatlichen Dienste  gegeben.

Am 6. Jahrestags des Mordes hatte ein Bündnis zu einem Gedenkmarsch aufgerufen, an dessen Ende die Einweihung eines Denkmals für den Getöteten stand.  800 Menschen, jung und alt, beteiligten sich am vergangenen Sonntag, den 8. April an dieser Demonstration. Sie war dem Gedenken an Burak Bektas gewidmet und war gleichzeitig eine mutmachende Solidaritätsaktion gegen Rassismus und Neofaschismus. Im Folgenden ein paar Eindrücke von der Aktion: Audios zu den Kundgebungsbeiträgen gibt es auf der Website der Initiative:
http://burak.blogsport.de/

 

 

Massive Körperletzung durch die Polizei gegen Antifaschisten „verhältnismäßig“?

„Hannover im Dezember 2017: Polizisten brechen einem IG Metaller während einer friedlichen Blockade gegen den AfD-Parteitag doppelt den Unterschenkel und setzen bei einer Temperatur von 0 Grad Wasserwerfer ein. Die IG Metall protestiert in einer Presseerklärung – der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen, Dietmar
Schilff, will daraufhin der IG Metall den Mund verbieten, indem er erklärt: „Eine solche Kritik ist unangebracht“. Er findet vielmehr Rechtsbruch und Körperverletzung „verhältnismäßig“, ebenso den NATO-Stacheldraht gegen Antifaschisten und Gewerkschafter. „Die Polizei hat das Grundrecht der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit zu
schützen“ (Schilff). Gleichzeitig greift die GdP (Mitgliedsgewerkschaft im DGB!) den DGB an, weil dieser in München und in Frankfurt Räumlichkeiten für Antifaschisten zur Verfügung stellt. Wen also schützt die GdP?

Eine Erklärung und Unterschriftensammlung (pdf) mit vielen gewerkschaftlichen Erstunterzeichnern, soll am kommenden Donnerstag um 16.00 Uhr im Bremer DGB-Haus übergeben werden.
Unterschriftensammlung

Quelle: Labournet.de

In Frankreich braut sich was zusammen

Eisenbahner_innenstreik in Frankreich

französisch mit dt. ut  | 4 min  |  2018

Am 22. März 2018 haben die Eisenbahner_innen in Frankreich gestreikt. Hier ein Interview mit einem Aktivisten von Sud Rail. Der von ihm erwähnte Spinetta Bericht „zur Zukunft des Eisenbahnsystems“ des früheren Chefs von Air France, Jean-Cyril Spinetta, bildet die Grundlage für die „Reform“ des Eisenbahnwesens, die am 20.2.2018 beschlossen wurde und gegen die die Eisenbahner_innen streiken.

Die Reform sieht u.a. vor, die bisherige öffentlich-rechtliche Bahngesellschaft SNCF in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Weitere Inhalte sind: „Das Personalstatut der Eisenbahner_innen, das bislang Laufbahn- und Gehaltsgarantien enthält, soll für alle neueingestellten Beschäftigten durch privatrechtliche Arbeitsverträge mit mehr oder minder frei verhandelbarem Inhalt ersetzt werden. Daneben planen die Regierung sowie die SNCF-Direktion, 9.000 Streckenkilometer Bahn als ‚wirtschaftlich unrentabel‘ wegzusparen.“ (Bernard Schmid/labournet.de)

Die Streiks der Eisenbahner_innen sollen in den nächsten Wochen mit anderen Kämpfen zusammenfließen. „Einer der – selbst parteilosen – Abgeordneten in der 17köpfigen Parlamentsfraktion von Mélenchons Wahlplattform La France insoumise („Das unbeugsame Frankreich“), François Ruffin, (…) ergriff eine Initiative, welche derzeit viel von sich reden macht, und regte eine Zentraldemonstration der unterschiedlichen sozialen Protestbewegungen am Samstag, den 05.05.18 an. An einem Vorbereitungstreffen im Pariser Gewerkschaftshaus am Abend des Mittwoch, 04. April nahmen rund 600 Menschen teil, die in den Saal passten, doch 1.200 weitere Personen fanden aus Platzgründen keinen Einlass und blieben vor der Tür.“ (Bernard Schmid/labournet.de)

Zum Video:
Video von labournet.tv

 

Bayerisches Polizeigesetz: „Mutmaßliche Gedanken“ auf dem Index

Das neue Bayerisches Polizeigesetz betritt gespenstisches juristisches Neuland. Das Strafgesetzbuch will „Absichten“ bestrafen, über deren Vorliegen gemutmaßt wird. Dazu schreibt Ronen Steinke in einem Kommentar der Süddeutschen Zeitung:

„Man kann in deutschen Gerichtssälen schon seit einer Weile Szenen mit ansehen, die noch vor wenigen Jahren schwer vorstellbar gewesen wären. Da werden junge Männer als mutmaßliche Terrorplaner angeklagt, die unstrittig keine Bombe gebaut, kein Sprengpulver zusammengerührt, keine Waffen beschafft haben. Das sehen auch die Staatsanwälte so. Aber sie sagen: Der Angeklagte hatte die Absicht, das in Zukunft zu tun. Das  genügt.

So ist inzwischen die Rechtslage, die „Vorverlagerung der Strafbarkeit“ zur Prävention von Terrorismus ist schon oft beschrieben worden. Wer im Internet einen Flug in den Irak bucht, der kann heute schon wegen vollendeter Terror-Vorbereitung bestraft werden, sofern er den Ticketkauf mit der finsteren Absicht verbunden hat, dort ein Ausbildungslager zu besuchen. Hat der Verdächtige noch nicht einmal eine derart weit vorverlagerte Vorbereitungshandlung begonnen, dann kann er neuerdings trotzdem schon als sogenannter Gefährder von den Polizeibehörden gelistet und im Extremfall ebenfalls rund um die Uhr überwacht werden. Nicht auch, sondern dann allein aufgrund seiner mutmaßlicher  Gedanken.“

Quelle: SZ, 5. April 2018

 

Oh Herr, wann lässt Du mehr Hirn regnen statt Bomben ? Ostermarsch 2018 Berlin

Trotz nasskaltem „Sauwetter“ waren es wieder bis zu 2000 Menschen, die  zum Ostermarsch in Berlin, diesmal  in der Turmstraße,  zusammen kamen. Neben den offiziellen Veranstaltern , die in der Friedenskoordination Berlin zusammengeschlossen sind, trieb die angespannte Weltlage auch  viele Menschen und Vertreter etlicher weiterer demokratischer Organisationen, Parteien, Kirchen und Gewerkschaften auf die Straße.  Mitten darunter auch wir vom Arbeitskreis Internationalismus IGM mit weiteren  Kollegen unserer Gewerkschaft.

 

In den Reden und Parolen wurden zentrale Themen angesprochen, die den Menschen zunehmend Angst  machen:

Die Konflike eskalieren weltweit. Neben den USA und anderen Großmächten wie Russland und China mischen  immer mehr Mächte im Ringen um Hegemonie mit , darunter auch Deutschland und die EU. Der „Westen“ und mit ihm  die Nato gebährden sich zunehmend aggressiv.

 

Die  Bundesregierung plant -wie andere westliche Staaten auch- die Rüstungsausgaben  auf 2% des Bruttoinlandsproduktes nahezu zu verdoppeln. Das  heizt die Rüstungsspirale, aber auch die Konflikte , vor allem mit Russland,  an. Das bedeutet allein in Deutschland ca. 30 Milliarden Euro an zusätzlichen Ausgaben für Rüstung und Krieg, die  in Bereichen wie Umwelt, Gesundheit, Bildung  und Soziales fehlen. Und wieso „Nachrüsten“, wenn bereits jetzt schon zum Beispiel eine mehr als 10 fache Überlegenheit der NATO  gegenüber Russland besteht?

Alle Atomwaffenmächte rüsten nuklear wieder auf. Eine nukleare Katastrophe ist nicht nur  in Korea denkbar , sondern auch in Europa wieder wahrscheinlicher.  Die Bundesregierung weigert sich nach wie vor, die US-Atomwaffen aus Büchel abzuziehen und den UN-Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Den USA wird weiterhin gestattet, von deutschem Boden aus in Ramstein völkerechtswidrige Drohnenangriffe zu starten und zu koordinieren.

Deutschland gehört  zu den größten Rüstungsexporteuren der Welt und betreibt im Nahen Osten ein „Bombengeschäft“ nach allen Seiten. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der Türkei in Nordsyrien/ Afrin wird u.a. mit deutschen Leopardpanzern durchgeführt. Trotz Krieg und Verbrechen an der Zivilbevölkerung durch die türkische Nato Armee und ihren verbündeten islamistischen Terrorbanden wurden in den letzten 10 Wochen mehr als 31  Rüstungsgeschäfte mit der Türkei  genehmigt bzw. getätigt. Von der EU erhält die Türkei erneut 3 Milliarden Euro Unterstützungsgelder.

Gleichzeitig behindern und verfolgen Bundesregierung und zuständige Innnenbehörden hier in Deutschland wie ein verlängerter Arm Erdogans  die Angehörigen der Opfer dieses Krieges, wenn diese für Frieden in Afrin, Verteidigung ihrer Existenz, für Demokratie, für Gleichberechtigung aller Volks- und Glaubensgruppen und für   Frauenrechte demonstrieren.

Nicht hinnehmbar,  dass die Demonstrationsleitung es zulassen wollte, dass die Polizei versuchte , die völlig friedlichen kurdischen Mitdemonstranten vom Ostermarsch abzutrennen und  auszugrenzen. Es war dem beherzten solidarischen Eingreifen von Gewerkschaftsmitgliedern, Linkenparlamentariern wie Dieter Dehm (einer der Hauptredner auf der Kundgebung) und schliesslich des überwiegendenTeils der  Demonstrationsteilnehmer selbst zu verdanken, dass die Lage nicht eskalierte und ein gemeinsamer „friedlicher“ Marsch mit unseren kurdischen und arabischen Friedensfreunden bis zur Abschlusskundgebung möglich wurde.

Es zeigt sich immer mehr , die Gewaltspiralen nach aussen und innen greifen in einander über. Hass, Diffamierung und Fake News werden gesellschaftsfähig. Vergiftete Athmosphäre und Spaltung der Gesellschaften und Völker sind der Nährboden für jegliche Form von Gewalt und Anwendung von Waffen.

Treten wir dagegen an. Seien wir Vorbild in Sachen Toleranz. Nehmen wir alle Opfer von Krieg, aber auch Ausgrenzung in unsere Mitte.

 

Hier die engagierte Hauptrede* gegen Krieg , Militarisierung und Gesellschaftliche Spaltung von Diehter Dehm auf der Auftaktkundgebung als Ganzes :

*sicher gibt es Passagen, über die man geteilter Meinung sein kann, aber als Ganzes eine Brandrede  gegen Krieg , Militarisierung und Gesellschaftliche Spaltung. Wir hätten uns mehr Teilnehmer aus dem demokratischen aber auch linken Spektrum gewünscht.

ver.di-Medien-Galerie zu G20-Nachlese bis auf den letzten Platz besetzt

 

Fast 90 Interessierte waren am Freitag, den 23. März, in die ver.di-Medien-Galerie gekommen, um von der Hamburger Rechtsanwältin Gabrielle Heinicke zu erfahren, welche Erfahrungen sie während des G20-Gipfels mit polizeilicher Gewalt machen konnte, wie es um die Beweisaufnahme von Rechtsbrüchen seitens der Demonstrierenden aussieht und welche Ergebnisse zu Anzeigen der G20-Gegner/innen gegen willkürliche Gewalt durch staatliche Sicherheitsorgane vorliegen. Mit Unverständnis und Empörung reagierten die Anwesenden darauf, dass die urspürünglich im IGM-Haus geplante Veranstaltung nach einer Intervention des DGB abgesagt wurde.

Bekanntlich hatte der ehemalige Hamburger Bürgermeister und heutige Finanzmisters der SPD,  Olaf Scholz, nach Ende des G20-Gipfels öffentlich erklärt: „Polizeigewalt hat es nicht gegeben“. Leider sieht die Realität anders aus.

Dies jedenfalls  lässt sich klar aus den beiden Dokumenten entnehmen, die wir hiermit ins Netz stellen:

1. Vortrag von Gabriele Heinicke in Berlin
2. Ergebnis der G20-Demonstrationsbeobachtungen durch das „Komitee für Grundrechte und Demokratie“

 

Vortrag von Gabrielle Heinicke

„Gipfel der Grundrechtsverletzungen

Es gab viele Gründe, gegen die G20 und ihren Gipfel auf die Straße zu gehen. Die 20 „wichtigsten Industrie- und Schwellenländer“ dieser Erde tragen Verantwortung für Hunger und Krankheit, für die Zerstörung der Umwelt, der Infrastrukturen vieler Länder und (Bürger-) Kriege. Die Intervention der reichen Länder führt in den ärmeren zu Krisen und Massenflucht. Der Reichtum Weniger und die Armut Vieler sind zwei Seiten einer Medaille. In der Woche des Gipfels haben mehr als 100.000 Menschen in Hamburg gegen diese Politik protestiert.
Nach der Ankündigung des Innensenators Andy Grote im Mai 2017 sollte der Gipfel ein „Festival der Demokratie“ werden. Regierungschefs mit problematischem Demokratieverständnis sollte gezeigt werden, wie eine lebendige, demokratische, weltoffene Stadt mit „moderner Polizeiarbeit“ funktioniert. Eigens für die Großen Zwanzig wurde in der Elbphilharmonie „Freude schöner Götterfunken“ aufgeführt. Beethovens Neunte – auch für Diktatoren. Der Text der Sinfonie ist Schillers Gedicht „An die Freude“. Für heutige Verhältnisse ganz aktuell beginnt die siebente Strophe mit: „Unser Schuldbuch sei vernichtet, ausgesöhnt die ganze Welt.“ Davon konnte in Hamburg keine Rede sein. Auch das „Festival der Demokratie“ fiel aus.“

Weiter lesen im pdf:
18-03-23 Berlin AK Internationalismus

Geschichte der Eskalation eines einwöchigen Protestgeschehens
Demonstrationsbeobachtung des Komitees für Grundrechte und Demokratie
vom 2. bis 8. Juli 2017 in Hamburg zum G20

„Mit insgesamt 43 Demonstrationsbeobachter*innen haben wir die Proteste gegen den G20 in Hamburg in der Zeit vom 2. bis 8. Juli 2017 begleitet. Es waren vielfältige Formen von Protesten, die wir in dieser Woche beobachten konnten. Der Protest begann also schon Tage vor dem Beginn des G20-Gipfels am 7./8. Juli 2017 in den Hamburger Messehallen. Insbesondere am Freitag, dem „Tag des Zivilen Ungehorsams“, waren viele Kleingruppen unterwegs, die wir nicht alle begleiten konnten. Oft waren wir beeindruckt von den Mengen von Menschen, die von Anbeginn und immer wieder auf die Straße gingen.“

Weiter lesen im pdf:
G20_Protestbeobachtung