Veranstaltung: Nicaragua – Mögliche Auswege aus der Sackgasse?

Diskussionsveranstaltung mit Mónica Baltodano, Julio López und Amaru Ruiz.

Sonntag, 14. Oktober, 18 Uhr, Aquarium am Südblock (Skalitzer Str. 6, 10999 Berlin)

Mindestens 317 Todesopfer, hunderte politische Gefangene und Verschwundene, immer neue Berichte von Folter: Seit April 2018 kommt Nicaragua nicht zur Ruhe. Bei fortlaufenden Massenprotesten fordert die Bevölkerung eine Demokratisierung des Landes, eine unabhängige Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen der letzten Monate sowie den Rücktritt der Regierung Ortegas. Bisher ohne Erfolg. Die Polizei und paramilitärische Gruppen unterdrücken die Protestbewegung massiv und setzen dabei auf brutale Gewalt. Der Versuch einer friedlichen Lösung durch einen Nationalen Dialog scheiterte. Die Gesellschaft ist zutiefst gespalten und auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der soziopolitischen Krise haben gravierende Ausmaße angenommen.

Wie kann es nun weitergehen? Welche Strategien verfolgen die unterschiedlichen Akteure der Protestbewegung und welche politischen Perspektiven gibt es für das Land? Welchen Beitrag könnten internationale Solidaritätsbewegungen für einen Ausweg aus der Krise leisten?

Unsere nicaraguanischen Gäste geben Einblicke in die aktuellen Entwicklungen. Zu Gast sind:

Mónica Baltodano: Ehemalige sandinistische Kommandantin und Teil des Führungskaders der FSLN. Von 1997-2002 saß sie für die FSLN im Parlament. 2005 bricht sie mit der FSLN und gründet die Sandinistische Erneuerungsbewegung (MRS), für die sie von 2007 bis 2012 Abgeordnete ist. Aufgrund von öffentlichen Äußerungen gegen das Regime Ortegas wurde sie mehrfach bedroht.

Julio López: Ist einer der historischen Führer der FSLN und war u.a. bei der Endoffensive gegen Diktator Somoza in Managua dabei. Er ist Politikwissenschaftler und war in den achtziger Jahren Verantwortlicher der FSLN für internationale Beziehungen. Heute leitet er die Stiftung Popol Na, die politische Bildungsarbeit mit Jugendlichen durchführt.

Amaru Ruiz: Ist Vorsitzender der Fundación del Río, die sich für den Schutz der natürlichen Ressourcen Nicaraguas einsetzt. Ein Auslöser der Proteste im vergangenen April war ihr Engagement gegen die Nicht-Reaktion der Regierung auf einen verheerenden Brand im Naturreservat Indio Maíz.

Unsere Moderatorin, Erika Harzer, hat Langezeit in Nicaragua gelebt und ist Autorin für Radiofeature, Dokumentarfilme und Printreportagen.

Die Veranstaltung wird simultan übersetzt (Spanisch-Deutsch) und ist eine Kooperationsveranstaltung von: Nicaragua-Solidarität Berlin, INKOTA-netzwerk e.V. und SOSNicaragua-Alemania

Für ein freies und sozial gerechtes Nicaragua. Erklärung aus der deutschen Solidaritätsbewegung, September 2018

In Nicaragua revoltieren seit April 2018 große Teile der Bevölkerung gegen die Regierung des Präsidenten Daniel Ortega. Er und seine Ehefrau Rosario Murillo, die seit Januar 2017 auch Vizepräsidentin ist, beantworten die Revolte mit brutaler Gewalt, die kaum jemand für möglich gehalten hat. Der Staat mordet, inhaftiert, verfolgt.

Geplante soziale Einschnitte bei der Rentenversicherung waren der letzte Anlass für die Revolte. Student*innen ergriffen die Initiative, Bäuer*innen, kleine Gewerbetreibende, die Frauenbewegung und Bewohner*innen städtischer Armenviertel schlossen sich an. Die Protestbewegung ist breit und vielfältig. Auch die Unternehmerverbände stellten sich auf die Seite der Opposition, die katholische Kirche versucht zwischen Protestbewegung und Regierung zu vermitteln.

Es ist wie ein Alptraum aus vergangener Zeit: Die Polizei wird als bewaffneter Stoßtrupp gegen die Bevölkerung eingesetzt. Paramilitärs, Heckenschützen und gekaufte Schläger führen „Säuberungen“ im Staatsauftrag durch. Gezielte Kopfschüsse, Verhaftungen und Verfolgung. Verwundeten wird die Notversorgung in Krankenhäusern verweigert, Maskierte durchkämmen Viertel und Häuser. Mehrere hundert meist junge Menschen wurden getötet, tausende verletzt, viele wurden entführt, gefoltert und bleiben verschwunden. Zehntausende werden ins Exil getrieben. Die Regierung verteufelt die Protestierenden als Terroristen und kriminalisiert sie mit einem eigens beschlossenen Antiterrorgesetz. Nicaraguanische und internationale Menschenrechtsorganisationen klagen die Regierung schwerster Menschenrechtsverletzungen an. Durch die Auswirkungen der aktuellen politischen Situation auf die wirtschaftliche Aktivität sind zudem viele Menschen in existentielle Not geraten.

Weiterlesen

Erdogan Not Welcome

 

Auch der Arbeitskreis Internationalimsus Berlin nahm an den Protesten aktiv teil.  Nicht nur Jounalisten und Intellektuelle werden in der Türkei verfolgt. Arbeitsbedingungen und Rechte von Beschäftigen  und vor allem unabhängigen Gewerkschaften wurden in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt. Aktuelles Beispiel die heftigen Arbeitskämpfe  an der Großbaustelle des  neuen Flughafens von Istanbul. Wir fordern die sofortige Haftentlassung aktiver Kollegen!

 

 

 

 

Plakat fordert Freilassung inhaftierter  Arbeiter

Für Arbeitsplätze gibt es Alternativen zur Kriegsproduktion. Ausserdem verlagert Rheinmetall jetzt  in die Türkei

Schluss mit allen möglichen Formen von Sonderunterstützung für Erdogan!

Türkische Faschos feierten ihren Präsidenten Erdogan mit dem faschistischen Wolfsgruß – dieser erwiderte mit dem Zeichen der islamistischen Muslimbruderschaft! Wahnsinn. Mitten in Berlin. Schön eskortiert von deutscher Bundespolizei.

Natuerlich muss auch mit Despoten verhandelt und geredet werden.

Aber sie hofieren, ihnen zur Ehrung ein Staatsbankett ausrichten, ihnen Milliarden an Steuergeldern zuschanzen, logistisch unterstützen und Waffen verkaufen, ihnen, ihren Gegeimdiensten  und ihren reaktionaeren Anhaengern Sonderrechte bis zur Duldung mafiöser Strukturen in unserem Land einräumen, das alles ist nicht normal und heisst den roten Teppich ausrollen und einen solchen  Despoten auf ganzer Linie stabilisieren. Vor diesem Hintergrund müssen auch alle vorsichtig  kritischen Anmerkungen seitens der Bundesregierung als Farce erscheinen. Erdogan hatte und sah auch keinen Grund sich zurückzunehmen.  Der „staatsmännische Akt“ geriet  zu einer Aneinanderreihung   widersprüchlicher Peinlichkeiten. Von Sarah Wagenknecht bis Christian Lindner blieben Politiker fast aller Parteien dem Ehrenparkett mit  „Kante“ fern. Und selbst die Bundeskanzlerin drückte sich schlussendlich mit  vorgeschobenen „Termingründen“ wachsweich vor einer Teilnahme.  Hat es das vorher schon mal gegeben? Forgesetzte Chaos Tage in den Berliner Regierungspalästen!

Szenenwechsel.  Potsdamer Platz. 28.9.2018 16 Uhr. Tausende finden sich ein zum Protest gegen diesen Despoten und dessen Unterstützung durch die Bundesregierung. 

In Reden und auf Plakaten wird  gefordert:

Keinerlei  Rückendeckung mehr  für Erdogans  Krieg gegen Menschenrechte, Demokratie und Frieden! Wir fordern die Unterstützung von Demokratie und Toleranz statt nationalistisch rassistischer Kriege und Terror im Nahen Osten.

Keine Gelder, keine Waffen, keine anderen logistischen oder militärischen Hilfeleistungen mehr an die Türkei.   Statt EU-Beitrittsperspektive diplomatischer Druck auf die Türkei zur Einstellung aller staatlichen Terrorhandlungen und friedensbehindernden Aktivitäten.

Schluss mit allen Sonderrechten für die Türkei in Deutschland und Europa , insbesondere keine Unterstützung und Duldung mehr von Erdogans  geheimdienstlichen und fundamental islamistischen Gruppieren.  Einstellung aller Amtshilfen für Erdogan bei der Verfolgung politischer Oppositioneller. Schluss mit Behinderungen von Demokraten und internationalistischen Freiheitsbewegungen. Weg mit dem PKK Verbot.

Bundespolizei hält Demokratischen Protest auf Abstand

Während Anhänger von Erdogan und islamistischen Fundamentalisten und Terrorgruppen dem Despoten ,beschützt und abgeschirmt von den deutschen Sicherheitskraeften, zujubeln duerfen, werden die demokratischen Proteste  weit auf Abstand gehalten , mit bürokratischen Auflagen  schikaniert, in Köln teilweise sogar verboten und mit einem Überangebot von  martialisch ausgerüsteten  Polizeikräften begleitet.

Auftaktkundgebung Potsdamer Platz

Auftaktkundgebung Potsdamer Platz

 

ERDOGAN NOT WELCOME DEMO , Start Berlin Potsdamer Platz , 28.9. um 16 Uhr

ERDOGAN NOT WELCOME DEMO  , Start Berlin Potsdamer Platz , 28.9. um 16 Uhr

Alle Freunde des AKI sind aufgerufen ,  mit uns gemeinsam  am 28.9.2018  gegen Erdogan und seine Poltitik und die damit verbundene Poltitik der BRD im Nahen Osten zu demonstrieren!
Wir treffen uns vom AKI  am Freitag Potsdamer Platz  am Ausgang U2 Bfh Richtung Stresenmannstraße.

Bitte auch Freunde und andere Gewerkschafter mitbringen. Erdogan und sein Regime stehen auch für besonderen Abbau  von Arbeitnehmerrechten und Repressionen gegen Gewerkschafter. Das zeigt aktuell erneut das rabiate Vorgehen der Staatsorgane gegen  die momentan streikenden und protestierenden Arbeiter an der Großbaustelle des neuen  Istanbuler Flughafen.
Zusätzlich wollen wir ein Signal  bei der aktuellen Zuspitzung des Syrienkonfliktes  (Idlib) gegen ALLE dort beteiligten Kriegsparteien setzen. Die aktuelle Vereinbarung von Türkei und Russland führt zunächst nur zu einer brüchigen Atempause. Immer noch droht eine internationale Eskalation des Konfliktes, auf dem Rücken der örtlichen Zivillbevölkerung.  Idlib ist  einer der letzten  „Einflussbastionen  des Westens innerhalb Syriens“ , die man möglicherweise um jeden Preis halten will. Deutschland scheint bereit, dafür eine rote Linie bezüglich militärischer Agression  zu überschreiten.
hier der LINK  zum veranstaltenden Bündnisses

Alles zur Erdogan not Welcome Großdemonstration in Berlin auf einen Blick!

Korea Madang: Schwimmen oder Untergehen? Wirtschaftskrise und Arbeitskonflikte im südkoreanischen Schiffbau

Der Korea Verband veranstaltet am 1.10. einen Korea Madang mit Elisabeth Schober zur Wirtschaftskrise und Arbeitskämpfen im Schiffbausektor Südkoreas.

1. Oktober 19  bis 20:30 Uhr,  Quitzowstr. 103, 10551 Berlin

Korea Madang: Schwimmen oder Untergehen? Wirtschaftskrise und Arbeitskonflikte im südkoreanischen Schiffbau!

Die Unternehmer verfolgen zwei Strategien :

1) massive Lohnabwertung innerhalb Koreas, auch mittels staatlich unterstützter “Umstrukturierungsprogramme”, was zur weitreichenden Prekarisierung von Arbeiter*nnen und unregelmäßig stattfindenden Arbeitskämpfen führt, und

2) ausländische Direktinvestitionen durch koreanische Firmen in den nahe gelegenen Billiglohnländern.

Es wird konkret gezeigt ,wie Arbeiter*innen in Südkorea und auf den Philippinen, wo eine koreanische Firma jüngst massiv in den Bau von Containerschiffen investiert hat, auf die Spannungen in diesem wichtigen Wirtschaftszweig reagiert haben.

Lehrreich für  Gewerkschafter !

Alle zur bundesweiten Demonstration „#unteilbar“ am 13. November in Berlin

Der AKI gehört zu den lokalen Erstunterzeichnern und ruft auf zur Teilnahme. Einen Treffpunkt für alle, die mit uns demonstrieren wollen, werden wir noch bekannt geben.

Solidarität statt Ausgrenzung – Für eine offene und freie Gesellschaft

13. Oktober 2018 | Berlin, Alexanderplatz | Auftakt 12 Uhr | Demo ab 13 Uhr

 

Es findet eine dramatische politische Verschiebung statt: Rassismus und Menschenverachtung werden gesellschaftsfähig. Was gestern noch undenkbar war und als unsagbar galt, ist kurz darauf Realität. Humanität und Menschenrechte, Religionsfreiheit und Rechtsstaat werden offen angegriffen. Es ist ein Angriff, der uns allen gilt.

Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden. Wir halten dagegen, wenn Grund- und Freiheitsrechte weiter eingeschränkt werden sollen.

Das Sterben von Menschen auf der Flucht nach Europa darf nicht Teil unserer Normalität werden. Europa ist von einer nationalistischen Stimmung der Entsolidarisierung und Ausgrenzung erfasst. Kritik an diesen unmenschlichen Verhältnissen wird gezielt als realitätsfremd diffamiert.

Während der Staat sogenannte Sicherheitsgesetze verschärft, die Überwachung ausbaut und so Stärke markiert, ist das Sozialsystem von Schwäche gekennzeichnet: Millionen leiden darunter, dass viel zu wenig investiert wird, etwa in Pflege, Gesundheit, Kinderbetreuung und Bildung. Unzählige Menschen werden jährlich aus ihren Wohnungen vertrieben. Die Umverteilung von unten nach oben wurde seit der Agenda 2010 massiv vorangetrieben. Steuerlich begünstigte Milliardengewinne der Wirtschaft stehen einem der größten Niedriglohnsektoren Europas und der Verarmung benachteiligter Menschen gegenüber.

Nicht mit uns – Wir halten dagegen!

Wir treten für eine offene und solidarische Gesellschaft ein, in der Menschenrechte unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind. Wir stellen uns gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hetze. Gemeinsam treten wir antimuslimischem Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Antifeminismus und LGBTIQ*- Feindlichkeit entschieden entgegen.

Wir sind jetzt schon viele, die sich einsetzen:

Ob an den Außengrenzen Europas, ob vor Ort in Organisationen von Geflüchteten und in Willkommensinitiativen, ob in queer-feministischen, antirassistischen Bewegungen, in Migrant*innenorganisationen, in Gewerkschaften, in Verbänden, NGOs, Religionsgemeinschaften, Vereinen und Nachbarschaften, ob in dem Engagement gegen Wohnungsnot, Verdrängung, Pflegenotstand, gegen Überwachung und Gesetzesverschärfungen oder gegen die Entrechtung von Geflüchteten – an vielen Orten sind Menschen aktiv, die sich zur Wehr setzen gegen Diskriminierung, Kriminalisierung und Ausgrenzung.

Gemeinsam werden wir die solidarische Gesellschaft sichtbar machen! Am 13. Oktober wird von Berlin ein klares Signal ausgehen.

#unteilbar Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung Demonstration: 13. Oktober 2018 – 13:00 Uhr Berlin

Für ein Europa der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit!
Für ein solidarisches und soziales Miteinander statt Ausgrenzung und Rassismus!
Für das Recht auf Schutz und Asyl – Gegen die Abschottung Europas!
Für eine freie und vielfältige Gesellschaft!
Solidarität kennt keine Grenzen!

#unteilbar Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!

Dokufilm „Vom hohen Preis des Goldes …“

Der Arbeitskreis Internationalismus läd ein zur Veranstaltung Im GRIECHISCHEN SALON:

GRSoli_posten

WANN | Donnerstag, 13. September 2018, 19:30 Uhr

WO | Regenbogenkino in der Regenbogenfabrik, Berlin-Kreuzberg, Lausitzer Str. 22

Seit Jahren gibt es in der Region Chalkidiki einen heftigen Konflikt um eines der größten Bergbau-Projekte Europas. Inmitten der Wirtschaftskrise vollzieht sich hier die Transformation Griechenlands zu einem extraktivistischen* Staat, gefördert durch die griechische Regierung und die Rohstoffpolitik der EU.

Doch der gesellschaftliche Widerstand ist groß. Insbesondere am Bau einer Goldmine in den alten Wäldern von Skouries eskalierte die Auseinandersetzung zwischen den AktivistInnen, dem internationalen Investor, der griechischen Regierung und den Bergarbeitern.Skouries_Flyer_Version.jpg

Der Film dokumentiert den demokratischen Kampf der Bevölkerung gegen die Zerstörung ihrer Heimat durch hochriskanten Goldabbau. Die Oppositionsbewegung gegen die Ressourcenausbeutung wurde schnell zur Zielscheibe massiver staatlicher Repressionen. Jetzt stehen 450 Menschen vor Gericht.

Mitglieder des Komitees gegen den Goldabbau in Skouries und ein Vertreter von „Ende Gelände“ – einer Umwelt-Initiative, die sich in Deeutschland gegen den Braunkohlebergbau wehrt – diskutieren mit uns Perspektiven des Kampfes gegen Umweltzerstörung und Klimawandel.

 

Eintritt: 6,- Euro, 5,- (StudentInnen) bzw. 4,- Euro (Hartz 4-EmpfängerInnen)

Veranstalter: Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin, Regenbogenfabrik,  attac Berlin. Unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

*Extraktivismus: Eine auf Rohstoff-Export und häufig auf Raubbau begründete Nationalökonomie.

Protest gegen die Verhaftung chinesischer Gewerkschaftsaktivist/innen

Auch der Arbeitskreis Internationalismus beteiligte sich an der von labournet.tv organisierten Protestaktion vor der chinesischen Botschaft am 28. August 2018. Am Ende der Kundgebung wurde ein Protestbrief in den Briefkasten der Botschaft gesteckt. Prinzipiell scheuen die Mitarbeiter der Botschaft  bei solchen Aktionen Geischt zu zeigen und Protestbotschaften entgegenzunehmen.

 

Shenzen, August 2018 – Im Zusammenhang mit dem Versuch von Arbeiter_innen, in der Schweißgerätefabrik Jasic eine Gewerkschaft aufzubauen, hat sich eine sehr zugespitzte Situation von Repression und eine ungewöhnliche Solidaritätsbewegung für die kämpfenden Arbeiter_innen entwickelt.

Im Juli waren sieben Arbeiter entlassen worden, weil sie versucht hatten eine Gewerkschaft aufzubauen. Die Proteste gegen die Entlassungen gingen den ganzen Monat über weiter und am 27. Juli wurden schließlich 29 Arbeiter_innen, Familienangehörige und Unterstützer_innen mit viel körperlicher Gewalt festgenommen und abgeführt.

Seit diesen Verhaftungen haben Gruppen von mutigen Protestierenden vor der Polizeistation die Freilassung ihrer Kolleg_innen verlangt. Tausende Universitätsstudent_innen haben einen offenen Brief unterschrieben, in dem sie sich mit den Jasic Arbeiter_innen solidarisieren.

Die Repression hat schließlich staatsterroristische Züge angenommen, als am 11. August 2018 die Aktivistin Shen Mengyu entführt wurde. Sie ist in dem Video zu sehen, wie sie ein Rede hält. Nachdem sie ihr Mathematikstudium abgeschlossen hatte, entschied sich Shen Mengyu dafür Fabrikarbeiterin zu werden. Sie arbeitete bei einem Honda Zulieferer in Guangzhou und wurde dort zur Arbeiter_innendelegierten gewählt und daraufhin gefeuert. Danach begann sie mit aller Kraft, den Kampf der Jasic Arbeiter_innen zu unterstützen. Hier eine bewegende Stellungnahme von Mengyu, in der sie erklärt, weshalb sie nach ihrem Studium der Mathematik angefangen hat in der Fabrik zu arbeiten, und die brutalen Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiter_inen anprangert.

Am 11. August wurde Mengyu von drei unbekannten Männern gezwungen in ein Auto zu steigen und entführt. Zwei Studenten, die diesen Vorgang beobachtet hatten gingen zur Polizei, die jedoch wichtige Details der Aussage nicht zur Kennnis nahm. Über Mengyus Verbleiben ist immer noch nichts bekannt. Mehrere andere Aktivist_innen und Stundent_innen, die die Jasic Arbeiter_innen unterstützt hatten, sind ebenfalls entführt worden.

Von den 29 Festgenommenen wurden 15 am 12. August entlassen. Sie berichten, dass sie während ihrer Haft mißhandelt und bedroht wurden.
Der Kampf um die Freilassung der verbleibenden 14 geht weiter, ebenso wie der Kampf der Arbeiter_innen für eine echte und repräsentative Gewerkschaft.

Der chinesische Gewerkschaftsdachverband (ACFTU) ist dabei eine gelbe Gewerkschaft in der Jasic Fabrik aufzubauen, und hat das Ansinnen der Arbeiter_innen, ihre eigene Gewerkschaft aufzubauen abgelehnt. Der Kampf in der Jasic Fabrik wird deshalb so heftig ausgetragen, weil die Arbeiter_innen politische und nicht bloß ökonomische Forderung haben. Sie fordern von einer Gewerkschaft repräsentiert zu werden, die in den Augen des Dachverbandes ACFTU ungeeingnet ist.

Die Unterstützungsbewegung für die Jasic Arbeiter_innen wächst weiter. Immer mehr Studierende reisen nach Shenzen, um ihre Solidarität zu zeigen und es hat sich eine feste Solidaritätsgruppe gegründet.

Hier gibt es Textvorlagen für Protestmails:
http://www.labournet.de/interventionen/solidaritaet/musterprotestbriefe-an-die-chinesische-regierung-und-den-allchinesischen-gewerkschaftsbund-wegen-der-repression-gegen-die-basis-gewerkschafter-von-jasic-in-shenzhen/

Quelle: labournet.tv

Hier gibt es auch ein kurzes Video über die chinesischen Kolleg/innen:
Video von labournet.tv

 

Migrantischer Gewerkschafter in Italien von Rechten erschossen

Die Berliner Gruppe der italienischen Organiation „Potere al Populo“ hat am Freitag vor verschiedenen Filialen von großen Lebensmittelketten in Neukölln ein Flugblatt verteilt, in dem die Kolleg/innen schreiben:

„Wir sind hier, um Ihnen mitzuteilen, dass es Menschen gibt, die auf den Feldern in Italien – und ganz Südeuropa – für 3,5 Euro/Stunde arbeiten, so dass Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe, Netto und weitere Supermärkte (einschließlich Bio-Supermärkte) unter anderem hier in Deutschland ihren Kunden billiges Obst und Gemüse anbieten können. Diese Menschen werden jetzt nicht nur seit Jahren unter Bedingungen der Halbsklaverei ausgebeutet, sondern sie werden auch durch Schüsse getötet. Dies geschah letzten Samstag in den Feldern von Kalabrien im süden Italiens. Soumayla Sacko, Plantagen-Arbeiter und Gewerkschaftsaktivist wurde durch einen Kopfschuss aus knapp 60 Meter Entfernung erschossen, ein weiterer Arbeiter wurde durch die Schüsse verletzt. Die Hand, die Soumayla tötete, wurde von der neuen italienischen rechtsgerichteten Regierung bewaffnet, die Migranten (unabhängig von ihrem Status) den Krieg erklärt hat.“

Hier weitere Infos des Flugblatts:

Volantino_Sabato 9 giugno_deutsch

Veranstaltung zu innerkoreanischem Dialog

2017 eskalierten die Drohgebärden Nordkoreas und der USA, nachdem Nordkorea erfolgreich Interkontinentalraketen getestet hatte. Ein militärischer Konflikt mit weltweiten Auswirkungen schien unmittelbar bevorzustehen. Doch mit den olympischen Winterspielen in Südkorea 2018 kam die erhoffte Wende. Alle Zeichen standen auf Dialog und Wiederannäherung. Am 27. April kamen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un und der südkoreanische Präsident Moon Jae-In erstmals für ein Gipfeltreffen zusammen.

Die Hoffnung auf eine weitere Annäherung wurde durch die US-südkoreanischen Militärmanöver getrübt. Daraufhin hatte Nordkorea weitere Gespräche mit Südkorea auf unbestimmte Zeit verschoben. Nun sagte auch Trump das geplante Treffen mit Kim Jong-Un ab, obwohl sich Nordkorea an die Abmachungen hielt und sein Atomtestgelände geschlossen hat. Ist die Zeit der Gespräche schon wieder vorbei? Wie können Frieden und Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel dennoch realisiert werden? Hierzu wollen wir gemeinsam mit Prof. Dr. Kim Jinhyang diskutieren, ein renommierter Praktiker für innerkoreanische Beziehungen.

Vortrag:Prof. Dr. Kim Jin-Hyang, mit Übersetzung vom Koreanischen ins Deutsche

Begrüßung und Moderation: Yann Werner Prell, Korea Verband

Dolmetscherin: Nataly Jung-Hwa Han, Korea Verband

Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32, 12049 Berlin

Zeit: Mittwoch, den 6. Juni 2018, um 19.00 Uhr (Eintritt frei)

Anmeldung erbeten: Per Mail an mail@koreaverband.de

Die Veranstaltung wird organisiert von:
416 Global Networks – Europa und dem Korea Verband
In Kooperation mit der Werkstatt der Kulturen, dem International Peace Bureau, NatWiss und dem AK Internationalismus der IG Metall.

Die Veranstaltung wird gefördert mit Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes und Stiftung Umverteilen für eine solidarische Welt.