1. Mai 2019 in Berlin : Solidarität mit unseren französischen Kollegen!

Solidarität mit unseren französischen Nachbarn, Gewerkschaftskollegen und Gelben Westen ist Solidatität mit uns selbst!

Veranstaltung „Selbstorganisierung und Flucht“

Im Herbst 2018 besuchte eine Delegation von Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen ein selbstorganisiertes Camp von Geflüchteten in Lavrio, in der Nähe von Athen. Etwa zur selben Zeit bereiste eine Delegation der Kampagnen «TATORT Kurdistan» und «Gemeinsam Kämpfen» das Camp Mexmûr in der Autonomieregion Nordirak
(Südkurdistan). Beide Orte verbindet der Kampf für Selbstbestimmung und gegen das tägliche Elend unter schwierigsten Bedingungen. Unterstützung von großen NGO‘s und staatlichen Stellen erhalten sie nicht.

Seit mehreren Jahren organisiert die gewerkschaftliche Reisegruppe Treffen in Griechenland und in Deutschland, bei denen es darum geht, Erfahrungen in den Kämpfen auszutauschen. Im Fokus steht dabei die  menschenverachtende Politik der EU und die neoliberale Wirtschaftsweise.

Neben Arbeitskämpfen, dem Kampf ums Wohnen, gegen Faschismus und gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik, steht die Selbstorganisation im Mittelpunkt der Diskussionen.
Ein Vertreter vom St. Pauli Fanclub Athen-Exarchia, der unter anderem solidarische Unterstützung für das Camp in Lavrio organisiert, wird die Arbeit der kurdischen Aktivist*innen dort vorstellen. Ein Vertreter von Civaka Azad wird von der Delegation nach Mexmûr berichten.

 

10. Mai um 19 Uhr
Aquarium, Skalitzer Str. 6
10999 Berlin

Veranstalter sind: gewerkschaftliche Griechenland Soli-Reisegruppe | Radikale Linke Berlin | Civaka Azad

Flugblatt des AKI zur Situation in Brasilien

„Die brasilianischen Arbeiter müssen wählen zwischen Rechte haben und eine Beschäftigung zu bekommen“

…so der rechtsextreme Ex-Militär Jair Bolsonaro und jetzige Präsident Brasilien.
Und er macht Ernst

Zu seinen ersten Amtshandlungen zählten die Auflösung des Arbeitsministeriums und die Umsetzung von Maßnahmen zur Deregulierung der Arbeitsverhältnisse.

Bolsonaro sieht die Gewerkschaften als wesentliche Gegner für sein Programm der „Säuberung“ Brasiliens. Diese „Säuberung“ wird auf allen Ebenen vorangetrieben: verstärkter Schusswaffengebrauch der militarisierten Polizei, konservativer Umbau des Bildungswesens unter Führung der evangelikalen Freunde Bolsonaros, Angriffe auf Frauenrechte (z.B. Verschärfung der Abtreibungsgesetze), freie Hand für das Agro-Business (z.B. in Amazonien, gegen Umweltschützer, indigene Bevölkerung und landlose Arbeiter), Ausgrenzung von Schwarzen, von Homosexuellen. Die Justiz Brasiliens funktioniert zugunsten der Eliten.

Der ehemalige Präsident Brasiliens, Luis Ignazio da Silva (genannt Lula), von der Arbeiterpartei (PT) wurde ohne Beweise in einer Art Schauprozess zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt – und so von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen.

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Aufruf: Solidarität mit den brasilianischen Kolleginnen und Kollegen!

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter haben den folgenden Offenen Brief unterschrieben, der auch vom Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin unterstützt wird:

Solidarität mit den brasilianischen Kolleginnen und Kollegen!
Gegen jede Unterstützung der rechtsextremen Bolsonaro-Regierung durch deutsche Unternehmen!

Am 28. Oktober wurde der rechtsextreme Kandidat und Ex-Militär Jair Bolsonaro in der Stichwahl in das Amt des
Präsidenten von Brasilien gewählt, das er Anfang Januar 2019 antreten wird. Die Wahl selbst wurde
überschattet durch den Ausschluss des bis dahin in den Umfragen führenden Kandidaten Lula da Silva, des
ehemaligen Präsidenten und historischen Führers des CUT-Gewerkschaftsverbandes, deren Mitglieder
maßgeblich zum Ende der Militärdiktatur beigetragen hatten.
Die scharfe Hetze gegen „linke Politik“ und gegen die sozialdemokratische Arbeiterpartei (PT) in den
dominierenden Medien und die Gewaltakte gegenüber „Linken“ oder anderen „Verdächtigten“, die in über 50
Morde an Linken, Indigenen und Homosexuellen gipfelten, lassen Schlimmes befürchten
Jair Bolsonaro vertritt auf allen Gebieten – Wirtschaft, Soziale Rechte, Gleichberechtigung von Frauen,
Homosexualität, Schutz des Regenwaldes – die reaktionärsten Positionen. Darüber hinaus verteidigte er offen
die Militärdiktatur in Brasilien, die von 1964 bis 1985 das Land mit Terror und über 1.000 Morden überzogen
hatte. Er bedauerte, dass die Militärs damals leider 30.000 Menschen zu wenig „gesäubert“ hätten.
Konkret sind folgende Maßnahmen zu erwarten:

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Veranstaltung „Brasilianische Gewerkschaften unter Beschuss!“

Brasilianische Gewerkschaften unter Beschuss! Informations- und Diskussionsabend mit Antonio Lisboa von der CUT Brasil]

Wir sind stark! Wir sind CUT!“

CUT-Flagge, Lapa, Rio de Janeiro, April 2016. Foto: Christian Russau

 Die Arbeitsgruppe „sindicalist@s“ des Fórum Resiste Brasil, zu der auch der Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin gehört, lädt ein:

Wie auch anderen sozialen Organisationen hat der rechtsradikale Ex Militär Jair Bolsonaro, seit 1. Januar 2019 Präsident Brasiliens, den Gewerkschaften den Kampf angesagt.

Mit unterschiedlichen Mitteln und Maßnahmen wird versucht, Gewerkschaften soweit zu schwächen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Interessen der Lohnabhängigen adäquat zu vertreten.

Um uns aus erster Hand über die gewerkschaftliche Situation in Brasilien zu informieren lädt die gewerkschaftliche Arbeitsgruppe (bzw. Arbeitsgruppe für deutsche Unternehmen und Gewerkschaften) des Forums Resiste Brasil-Berlin zu einer Veranstaltung mit Antonio Lisboa, Vorstandsmitglied der Central Única dos Trabalhadores und zuständig für internationale Beziehungen, ein. Die CUT ist der größte gewerkschaftliche Dachverband des Landes und ganz Lateinamerikas und der fünftgrößte Gewerkschaftsdachverband der Welt. Antonio Lisboa kommt aus der Lehrergewerkschaft (SINPRO-DF – Sindicato dos Professores de Brasilia) und ist Mitglied im Aufsichtsrat der International Labor Organisation (ILO).

Die Veranstaltung findet am 27. März um 18:00 Uhr in der ver.di-Mediengalerie, Dudenstr.10, U-Bhf. Platz der Luftbrücke, statt. Es wird Konsekutivübersetzung ins Deutsche geben.

 

Nicaragua: Solidarität mit der Demokratiebewegung – Diskussionsveranstaltung mit Matthias Schindler

Freitag, 15. Februar 2019, 18 Uhr, Café MadaMe, Mehringplatz 10 (U Hallesches Tor), Berlin-Kreuzberg

Seit April 2018 hat die staatliche Repression in Nicaragua über 400 Todesopfer gefordert. Die Regierung Ortega-Murillo bezeichnet sich selbst als „sozialistisch, christlich und solidarisch“. Dennoch versuchte sie, eine friedliche Protestbewegung mit Waffengewalt zu unterdrücken. Diese Bewegung entzündete sich an verschiedenen ökologischen und sozialen Problemen, richtete sich aber sehr schnell gegen das Regime Ortega-Murillo selbst.

Seit der Sandinistischen Revolution in den 1980er Jahren befand sich Ortega 16 Jahre in der Opposition, bis er 2006 wieder zum Präsidenten Nicaraguas gewählt wurde. Durch eine lange Reihe von Pakten, Verfassungsänderungen und Verfassungsbrüchen, Willkürmaßnahmen, Aneignungen öffentlichen Eigentums, Begünstigungen seiner Familie, Wahlfälschungen, kleine Verbesserungen für die Armen, große Verdienstmöglichkeiten für die Reichen und eine reaktionäre Politik zum Gefallen der Kirchen machte sich Ortega zum alleinigen Herrscher und zu einem der reichsten Männer Nicaraguas.

Teile der lateinamerikanischen Linken, vor allem in Venezuela und Kuba, aber auch der deutschen und europäischen Linken vertreten die Auffassung, dass die aktuelle Demokratiebewegung in Wirklichkeit ein US-gesteuerter Putschversuch gegen die Regierung Ortega sei. Außerdem verteidigen sie auch sein Regime unter Hinweis auf eine Reihe von Sozialprojekten.

Das Sandinistische Nicaragua der 1980er Jahre war einmal die große Hoffnung einer ganzen politischen Generation, die sich für einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz einsetzte. Die Sandinisten errichteten eine Gesellschaft mit diversen politischen Parteien, demokratischen Wahlen, pluralistischen Massenorganisationen, Glaubensfreiheit und Menschenrechten. Das Sandinistische Modell erschien als die lebendige Gegenthese zum erstarrten „realen Sozialismus“ des sowjetischen Lagers (und auch zu den autoritären Regimes in Vietnam, Angola, Kambodscha oder Iran).

Wie konnte diese faszinierende Revolution derart degenerieren, dass einer ihrer Führer heute mit brutaler Gewalt das eigene Volk unterdrückt? Liegen die Ursachen hierfür in den Machtansprüchen Washingtons? Ist das Regime Ortega noch eine Variante linker Politik? Hätte es Alternativen gegeben? Wie soll die Linke auf die aktuelle Situation reagieren?

Wir haben Matthias Schindler – einen Veteranen der Solidaritätsbewegung mit Nicaragua – eingeladen, um über die Hintergründe der Ereignisse zu berichten und über die Perspektiven zu diskutieren – unter dem Motto: Sozialismus und Demokratie für Nicaragua.

Veranstalter: Nicaragua-Solidarität Berlin in Verbindung mit SOS Nicaragua-Alemania und ISO – Internationale Sozialistische Organisation

Was ist los in Frankreich ? Woher kommt die Bewegung der Gelbwesten?

Veranstaltung des AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West Datum: 8.2.2019, Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, Robert-Havemannsaal
Wie ist diese Bewegung der Gelbwesten enstanden  entstanden? Wer macht mit? Was wollen sie? Was macht die Dynamik dieser Bewegung aus? Diese und andere Fragen wollen wir mit *Willi Hajek *diskutieren, der uns als Akteur und Zeitzeuge einen Situationsbericht aus dem Land des Aufruhrs geben kann.

 

Frankreich wird bewegt von den Gelbwesten, aufgetaucht aus dem Nichts, überraschend für Gewerkschaften, die politischen Parteien und vor allem auch für die Linken. Landesweit mobilisieren sich Menschen gegen die Regierung und ihre Politik für die Reichen. Sie kritisieren in vielfältiger Weise die wachsende soziale Ungerechtigkeit, die Zunahme der Ungleichheit, die  Steuerpolitik zugunsten der Reichen und Superreichen – es gab noch nie soviel Milliardäre in Frankreich – die Korruptheit der politischen Klasse und des politischen Regimes der V. Republik. Viele in der Bewegung wollen den Rücktritt des neuen Sonnenkönigs Macron und eine andere, soziale Republik.
Seit dem 17. November blockieren die Gelbwesten die Zahlstellen an der Autobahn, besetzen Verkehrsknotenpunkte landesweit in Städten und Landkreisen und stören den Ablauf des kapitalistischen Normalbetriebs. Anders wie in den Maitagen 1968, werden die Stätten des Luxus auf den Champs Elysees besucht und  der arrogante und selbstherrliche Präsident beginnt Zugeständnisse an die Bewegung zu machen. Gleichzeitig aber werden die Protestierenden landesweit brutal verfolgt, verletzt, verurteilt und eingeknastet, um sie in die Knie zu zwingen und von weiteren Protestaktionen abzuhalten. Rundum – es formiert sich ein vorher unsichtbares aufständisches Volk, das beginnt, über eine andere Politik nachzudenken.

*Wir zeigen „Die Versammlung der Versammlung“, ein 6-min.-Video über eine Versammlung der Gelbwesten in Commercy *

Veranstalter: AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

*Willi Hajek*, Marseille (AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West)
Moderation: *Renate Hürtgen *(AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West)

„Wir widersprechen: Wir sind alle Antifa!“

Nun gibt es auch eine Stellungnahme der DGB-Jugend aus Chemnitz – sozusagen „direkt von der Front“ – zu den Äußerungen von Rainer Hoffmann, die wir sehr begrüßen:


Man kann nicht Antifaschismus predigen und selbst kein Antifaschist sein

Von DGB Jugend Chemnitz 30.11.2018

Antifaschismus ist ein Kernelement gewerkschaftlicher Arbeit. Der Begriff fasst alle Kräfte zusammen, die gegen Neonazismus, Neofaschismus, Rechtsradikalismus und die Neue Rechte vorgehen. Richtigerweise weist auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann in seiner Rede beim Bundeskongress der Gewerkschaft der Polizei auf diese antifaschistische Tradition der Gewerkschaften hin. Dann sagte er jedoch: »Das heißt – und das sage ich in aller Deutlichkeit: Wir sind nicht die ANTIFA!«

Wir finden, das passt nicht zusammen. Man kann nicht Antifaschismus predigen und selbst kein Antifaschist sein. Unsere Kolleginnen und Kollegen der GdP veröffentlichten anschließend einen Post mit folgendem Wortlaut: »Klare Position von Hoffmann: (…) deshalb werden wir in Zukunft keine Häuser an die Antifa vermieten!« Dieser wurde mittlerweile gelöscht und korrigiert. Diese Handlung zeigt, wie schnell Unklarheiten entstehen, wenn antifaschistisches Engagement sofort mit Gewalt gleichgesetzt wird.

In den letzten Jahren ist Antifa zu einem missbrauchten Kampfbegriff geworden. Mit ihm werden meist nur noch Vermummte und sogenannte Steinewerfer verbunden. Eine gefährliche Entwicklung, der man etwas entgegenstellen sollte, anstatt sie zu bekräftigen. Denn Antifa ist mehr: Antifa ist, wenn ich morgens in der Bahn einschreite, wenn die Frau mit Kopftuch mal wieder angepöbelt wird. Wenn ich dagegenhalte, beim Aufkommen rechter Parolen im Betrieb.

In rechten Kreisen bei AfD und Co ist die Auffassung, Antifa wäre ein Verein, deren Mitglieder*innen für ein gutes Gehalt zu Demos gefahren werden, weit verbreitet. Das ist natürlich totaler Quatsch. Wenn man jedoch wie der DGB-Chef von »DIE Antifa« spricht, fördert man diese Vorstellung. »DIE Antifa« gibt es nicht. Man kann Antifa nicht über einen Kamm scheren, es sind Aktivist*innen, die in verschiedensten Gruppierungen organisiert sind und sich unter dem Sammelbegriff Antifa finden.

Auf dem letzten DGB-Bundeskongress wurde der Antrag »Bekenntnis zum Antifaschismus – Grundpfeiler gewerkschaftlicher Arbeit« beschlossen. In diesem wird festgehalten, dass »der DGB verbündete antifaschistische Organisationen (z. B. örtliche Bündnisse gegen Rechts), tatkräftig und aus eigener Initiative« unterstützt. Weiter heißt es: »Politische Einflussnahme, die diesem Handeln entgegenwirken will, verurteilen wir aufs Schärfste und weisen wir zurück.« Wir fordern, dass sich dieser Beschluss weiterhin in vollem Umfang in der Arbeit des DGB-Vorsitzenden widerspiegelt. Dies ist gerade für uns junge Gewerkschafter*innen in Chemnitz essenziell.

Nur durch die Zusammenarbeit und Solidarisierung vieler Antifaschist*innen war es nach der Instrumentalisierung des tragischen Mordes von Daniel H. möglich, den Hetzjagden, Bürgerwehren und wöchentlichen Nazidemos etwas entgegenzusetzen. Es muss endlich Schluss damit sein, sich ständig voneinander abzugrenzen und zu distanzieren.

Ja, auf Demos laufen Menschen mit, die manche Dinge anders sehen als ich. Aber wenn wir den Rechtsruck stoppen wollen, müssen wir zusammenhalten. Denn wir haben eine Gemeinsamkeit: Wir sind alle antifaschistisch.

Siehe auch:
Labournet zum Thema

Atomwaffen ächten!

Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) ist eine globale Koalition von Nichtregierungsorganisationen, die für eine atomwaffenfreie Welt arbeiten. Mit über 450 Partnerorganisation in mehr als 100 Ländern hat sie am 7. Juli 2017 ein wichtiges Ziel erreicht: Die Verabschiedung eines UN-Vertrages zum Verbot von Atomwaffen. Nun setzt sich ICAN  dafür ein, dass Deutschland diesem Vertrag beitritt.

Mehr Hintergrundinfos zum Thema in der ICAN-Broschüre
„Atomwaffen ächten“:

ICAN-Broschüre Atomwaffen ächten