Internationalismus wurde durch politischen Tourismus ersetzt

Alexander Born, Mitglied des AKI und zur Zeit beruflich in Guatemala, befragte Roberto Madriz, Aktivist der FNL, über den zum Charakter der gegenwärtigen Beziehungen der Gewerkschaften des Nordens und Südens und wie sie sich verändern sollten.

Nationale Gewerkschaften und ihre Mitglieder heute, leben wie schon seit langem scheinbar sehr unterschiedliche Realitäten, ganz abhängig davon, ob sie in einem industrialisierten „entwickelten“ Land mit modernen Unternehmen und langer Tradition des Arbeitskampfes leben oder in einem der sogenannten Dritten Welt, wo sie sich den lokalen Eliten gegenüber noch nicht haben behaupten können. Die eine Seite in dieser Logik sieht sich als Hochlohnland, das die Gefahr sieht, an der anderen Seite – den Billiglohnländern – zu verarmen. Sehr häufig wird die Debatte um Gegenwart und Zukunft der Gewerkschaften darum national geführt. Weiterlesen

Guatemala wählt: ein General soll es richten

Von Dirk Bornschein, Guatemala-Stadt

Ein prominenter Ex General aus den Zeiten des Bürgerkrieges könnte bei den Wahlen am Sonntag einen Erdrutschsieg einfahren. Aber statt die Krise des Landes zu lösen, ist eine weitere Verstrickung mit der organisierten Kriminalität zu befürchten.

Abstand zu den Irrtümern der eigenen Geschichte zu gewinnen, ist für kein Land leicht. Große Hoffnungen und Visionen werden vielfach von eisernem Widerstand und zaghaften Reformkompromissen verwässert. Am Ende steht dann oftmals ein Rückfall in alte vertraute Rezepte, die man doch ursprünglich zu reformieren suchte. In Guatemala schließt sich ein solcher Kreis, wenn am Sonntag gewählt wird. Weiterlesen

EU will Putschisten in Honduras legalisieren

Keine Legitimierung von Militärputschen zur Durchsetzung von EU-Freihandelsinteressen

„Es ist ein Skandal, dass die EU unter dem derzeitigen Vorsitz Spaniens den Präsidenten von Honduras, Porfirio Lobo, als legitimen Präsidenten anerkennt und ihn zum EU-Lateinamerika Gipfel in Madrid eingeladen hat. Dies, obwohl die große Mehrzahl der lateinamerikanischen Länder, darunter selbst rechtsgerichtete Länder wie Chile, den von den Putschisten inthronisierten de-facto-Präsidenten Porfirio Lobo nicht als legitimen Präsidenten anerkennen. Weiterlesen

Politische Morde an Aktivisten von Gewerkschaften und Nachbarschaftskomitees in Guatemala

Der folgende Text fasst drei Kommuniqués zusammen, die die guatemaltekische Arbeitnehmerorganisation FNL (Frente Nacional de Lucha) zwischen dem 10. und dem 23. März 2010 verbreitet hat. Hintergrund-Information entstammt auch früheren Kommuniqués und Zeitungsartikeln aus Guatemala:
In Guatemala nehmen soziale Proteste und Repression eine neue Dimension an. 14 Jahre nach Kriegsende hat sich ein transnationales Unternehmen – der spanische Energieriese Unión Fenosa – offenbar zunehmend in das repressive Erbe des Landes verwickelt. Seit Ende 2009 sind bislang allein acht führende Aktivisten einer Bewegung ermordet worden, die sich gegen angeblich illegale Praktiken des Unternehmens wehrten und eine Renationalisierung des des Energiesektors forderten. Weiterlesen

Colom spricht von „Genozid“

Quelle: amerika21.de / 09.09.2010

Präsident Guatemalas übernimmt Verantwortung für Völkermord und bittet Überlebende um Verzeihung

Von Malte Daniljuk

Guatemala. Präsident Álvaro Colom übernimmt im Namen des guatemaltekischen Staates erstmals die Verantwortung für die Staatsverbrechen während des Bürgerkrieges. In einer am Montag verbreiten Erklärung bittet Colom die Familien der Überlebenden um Verzeihung. Während des Bürgerkrieges in dem mittelamerikanischen Land wurden annähernd 200.000 Menschen Opfer der staatlichen Aufstandsbekämpfung. Weiterlesen

News Kolumbien