Katastrophenszenario ohne Folgen

2012 wurde unter Federführung des Robert-Koch-Instituts eine „Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Modi-SARS“ druchgeführt. Das Ergebnis dieses Szanarios war, dass im Falle einer Virusinfektion nach dem Typus des SARS-Virus eine gesundheitliche Katastrophe die Folge wäre, die zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems führen werde und in deren Folge mit bis zu 7,5 Mio Toten zu rechnen sei.  Das Szenario, das sich in weiten Strecken wie eine direkte Vorhersage der gegenwärtigen CORONA-Pandemie liest, hatte jedoch keinerlei praktische Konsequenzen. Die erforderliche Vorbereitung und Ausrüstung des Gesundheitssystems auf eine solche Situation wurde nicht in Angriff genommen.

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Gemeinsamer Aufruf von Pflegekräften – unterstützt die Petition!

Ausgerechnet das Pflegepersonal, Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, die bereits seit Jahren durch gewerkschaftliche Aktionen, aber auch durch Flucht aus dem Beruf, auf die  Situation in den Krankenhäusern und Pflegeheimen aufmerksam machen – selbst gezeichnet von Überarbeit, Überforderung und teils entwürdigender Bezahlung – sehen sich plötzlich in einer neuen Heldenrolle, für die ihnen auch demonstrativ Beifall von denjenigen gespendet wird, die es bisher unterlassen haben, ihnen echte Hilfe zukommen zu lassen. Dazu haben Betroffene jetzt eine Petition aufgesetzt, die bereits von fast 400.000 Menschen online unterstützt wird. Wir möchten ausdrücklich dazu aufrufen, diese Petition zu unterstützen:

Gemeinsamer Aufruf von Pflegefachkräften an Jens Spahn!

 

COVID-19 – eine Zwischenbilanz

Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen. Denn der hier empfohlene Artikel ist nicht gerade kurz und auch nicht so ganz leicht herunterzulesen. Doch die Mühe lohnt sich. Der Meinung sind nicht nur wir. Der Beitrag wurde bisher über 350.000 mal online gelesen. Verfasser ist Paul Robert Vogt, Professor der Medizin aus der Schweiz. Er enthüllt das ganze Ausmaß von Unterlassungen, Ignoranz und Arroganz, das den Umgang der verantwortlichen Behörden und beigeordneter Stäbe mit dem Corona-Virus kennzeichnet. Im Mittelpunkt steht die Schweiz. Doch der Beitrag kann in seinen wesentlichen Aussagen auch für viele andere Länder gelten.

Ein Beitrag aus der Mittelländischen Zeitung

Zwangsverpflichtung gekippt

In mehreren Bundesländern wehren sich die Menschen immer stärker gegen Einschränkungen von Grund- und Freiheitsrechten im Kampf gegen die Coronapandemie. Und dies zum Teil mit Erfolg.

Nach einer Expertenanhörung am Montag im nordrhein-westfälischen Landtag zum »Gesetzesentwurf zur konsequenten und solidarischen Bewältigung der Covid-19-Pandemie« ist dieser am Mittwoch in Teilen gekippt worden. Die zunächst geplante Zwangsverpflichtung von Menschen, die teils wegen ständiger Überlastung aus medizinischen Berufen ausgestiegen sind, ist offenbar vom Tisch. Nach Informationen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) wird sie komplett gestrichen. Statt dessen solle es ein Freiwilligenregister geben, berichtete der Sender am Mittwoch nachmittag. (jW)

Weitere Infos dieses Berichts von Markus Bernhardt in der jungen Welt
Artikel: Zwangsverpflichtung gekippt

Auf den Leim gegangen

Corona-Exit-Plan Die Leopoldina steht in der Kritik, weil sie 2016 für Krankenhaus-Schließungen plädierte. Ausgerechnet der ARD-„Faktenfinder“ springt ihr zur Seite – und verrennt sich.

Hier ist der „Faktenfinder“
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/leopoldina-113.html

Kalle Kunkel

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Am Schluss lässt der Faktenfinder die Kritiker als undifferenzierte Populisten dastehen, indem er einen der Autoren des Leopoldina-Diskussionspapiers – Professor Dr. Detlev Ganten – eine Einordnung vornehmen lässt – mit dem Hinweis, man müsse die Thesen als Ganzes sehen: „Eine These aus dem Papier sei ,von einigen Medien herausgegriffen und unverhältnismäßig in den Vordergrund gestellt‘ worden.“

Vielleicht eignen sich manche Fragen nicht für den Faktenfinder, weil es hier zu sehr um Argumentationszusammenhänge geht, die sich einem „Faktencheck“ versperren. Insgesamt ist dieser Beitrag jedoch ein Griff ins Klo, weil er statt Fakten darzustellen, der Argumentationsstrategie auf den Leim geht, die in der offiziellen Gesundheitspolitik im Moment tonangebend ist.

Es geht los mit Wortklauberei: Die Thesen von 2016 seien gar keine „Handlungsempfehlungen der Leopoldina“, sondern lediglich ein „Autorenbeitrag von Wissenschaftlern“ gewesen. Man fragt sich: Was wollen uns die Faktenfinder damit eigentlich sagen? Das hier nicht die Leopoldina spricht, sondern sie lediglich einigen Wissenschaftlern die Möglichkeit gegeben hat, etwas zu sagen? Oder – was aus dem Rest der Argumentation wahrscheinlicher scheint –, dass es nicht „Empfehlungen“ sind, sondern nur die Darstellung von ein paar Vergleichen, garniert mit ein paar Thesen? Beides scheint ein wenig schwach: 1. Wenn die Leopoldina ein solches Papier unter ihrem Titel veröffentlicht, stellt sie sich mit ihrer Autorität dahinter. Es wird ja auch als Leopoldina-Papier rezipiert – wie das aktuelle übrigens auch – und nicht als Papier von Prof. Busse, Prof. Ganten und anderen, die einer breiteren Öffentlichkeit ohnehin nicht bekannt sein dürften. 2. Indem in dem Papier Zusammenhänge behauptet werden, werden natürlich auch implizit Handlungsempfehlungen gegeben.

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„Die Kliniken müssten den Patienten dienen, nicht dem Profit“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, regt an, nach der Corona-Krise ein neues Finanzierungsmodell für die Krankenhäuser in Deutschland zu finden.

Kliniken seien Einrichtungen der Daseinsfürsorge und keine Industriebetriebe, sagte Reinhardt der in Bielefeld erscheinenden Zeitung „Neue Westfälische“. Die Kliniken müssten den Patienten dienen, nicht dem Profit. Das müsse sich ins kollektive Gedächtnis einbrennen. Zwar könnten Standorte zusammengelegt werden. Aber die Kapazitäten müssten bleiben, betonte der Ärztepräsident. Wie wichtig das sei, sehe man in Krisenzeiten wie diesen. (Deutschlandfunk, 18.4.2020)

„Noch nichts angekommen …“

Die Situation der schwer an CoVi-19-Erkrankten schleicht sich langsam aus den Medien. Der Drang nach „Normalität“ steht nun im Zentrum. Dazu gehört auch das überschwängliche Loblied auf das deutsche Gesundheitswesen, das so viel besser sei als jenseits der Grenzen. Man ahnt, dass hier schon die der ideologische Nährboden gepflanzt dafür wird, nach Ende der Pandemie nichts ändern zu müssen.

Da ist es wohltuend, wenn aus der Pflege heraus, daran erinnert wird, wie untragbar die Sitiuation nach wie vor ist. Wir zitieren deshalb hier aus einem Bericht, den Ricardo Lange, Pfleger im Berliner Urban-Krankenhaus dazu verfasst hat:

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