Südkorea

KCTU-Bild

(Ein Gruppenfoto inhaftierter GewerkschafterInnen) Der AKI unterstützt eine Protestaktion des Internationalen Metallarbeiterbundes (IMB) für die Freilassung inhaftierter Gewerkschafter während der Fußball-WM in Südkorea 2002 durch eine Kundgebung vor der südkoreanischen Botschaft. Leider war die Beteiligung, zu der auch KollegInnen aus anderen IGM-VerwSt kamen, recht mager.

Kooperationen mit GewerkschafterInnen in Südkorea gibt es seit der Gründung des neuen Dachverbands KCTU, dessen Mitglieder im Kampf für due Beseitigung der Militärdiktatur einen entscheidenden Beitrag geleistet haben. Der Kollege Hans Köbrich war als Gast bei der Gründung der Gewerkschaft anwesend, um so einen Beitrag zu leisten für die Durchsetzung einer wirklich autonomen Arbeitergewerkschaft.

 

Die Situation von ArbeitsmigranntInnen in Korea und Deutschland – ein Erfahrungsaustausch

Werksbesetzung der Ssongyang-Motorenfabrik in Südkorea endet mit Repression

Um die Entlassung von 2646 Beschäftigten des sich in der Insolvenz befindlichen Motorenwerks Ssongyang zu verhindern, hatten mehrere Hundert Arbeiter im Mai ihr Werk besetzt und hatten ohne Strom und Wasser hier ausgeharrt. Am 27. Juni versuchten 3000 Polizisten der Anti-Aufruhr-Einheit einen gewaltsamen Räumungsversuch, bei dem 70 Beteiligte verletzt wurden. Doch die Räumung scheiterte und nach 24-Stunden zog die mit Eisenstangen und Stahlschleudern operierenden Einheiten wieder ab. Als Reaktion darauf unterstützte der Gewerkschaftsdachverband KCTU die Belegschaft mit einem nationalen Solidaritätsstreik. Am 20. Juli gab es einen erneuten Polizeiüberfall. Diesmal hatte man zusätzlich alles unternommen, um die Lebensmittelzufuhr in die Fabrik zu unterbinden. In dieser Situation extremer Bedrohung kam es auch zu einem Todesfall, als sich die Ehefrau eines verantwortlichen Gewerkschaftsführers das Leben nahm. Die KCTU richtete daraufhin einen internationalen Apell an die gewerkschaftlichen Organisationen, die bedrohten GewerkschafterInnen durch geeignete Maßnahmen zu unterstützen. Doch das Echo blieb wohl blass. Anfang August gelang es den Anti-Aufruhr-Kommandos nach 77 Tagen die Werksbesetzung zu beenden. Auf die Arbeiter und ihre Gewerkschaft rollt jetzt ein Repressionswelle zu. Darüberhinaus strengen die Polizeibehörden eine Schadenersatzklage über 548 Millionen Won (312000 Euro) gegen StreikaktivistInnen und die Gewerkschaft KMWU an, obwohl das Unternehmen darauf verzichtet hatte.

 

Polizeiüberfall auf besetztes Autowerk Ssang-Yong

Am Morgen des 20. Juli marschierten 3.000 Polizisten der Anti-Aufruhr-Einheit im Ssangyong Motor Pyeongtaek Autowerk auf, das rund 800 ArbeiterInnen seit 2 Monaten besetzen – schon in den Tagen da zuvor hatte
das Management alle möglichen Anstrengungen unternommen, Nachschublieferungen ins Werk zu unterbinden. In dieser extrem angespannten Atmosphäre hat die 28-jährige Frau eines Gewerkschaftsaktivisten Selbstmord begangen – die Gewerkschaft klagt die Verantwortlichkeit von Unternehmensleitung und Regierung an.

Solidaritätsaufruf der KCTU:
Protesterklärung gegen Inhaftierung
Rede auf dem Gründungskongress der KCTU

Freilassung der inhaftierten koreanischen GewerkschafterInnen

Die Republik Südkorea ist gegenwärtig eines der zwei Austragungsländer der Fußballweltmeisterschaft. Während der Jubel über den erstmaligen Sieg einer koreanischen Mannschaft auf einer Weltmeisterschaft in allen Wohnzimmern präsent ist, erfährt die Öffentlichkeit über das Schicksal eines Teams, das für den Alltag von Millionen auf einem viel überlebenswichtigeren Feld Bedeutendes leistet, so gut wie nichts. Über 30 GewerkschafterInnen, unter ihnen der Vorsitzende des koreanischen Gewerkschaftsdachverbandes KCTU Dan Byung-ho, sitzen im Gefängnis. Weiterlesen

Rede eines AK_Mitglieds auf dem Gründungskongreß des KCTU am 9.November 1995 in Seoul

Liebe Brüder, liebe Schwestern,

Vielen Dank für eure Einladung zu Gründungskongreß der KCTU. Gern habe ich ich eure Einladung angenommen und ich freue mich, daß ich an diesem bedeutenden Tage bei euch sein kann.

Mein Name ist Hans Köbrich und ich komme aus Berlin, der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Ich bin Mitglied der IG Metall und arbeite als Betriebsrat bei BMW, einem euch sicher bekannten multinationalen Automobilkonzern. Weiterlesen

Massive Angriffe auf Gewerkschaften – Bedrohte Demokratie !

Podiumsdiskussion über die aktuelle politische Lange in Südkorea“

Korea-Bild WebOrt: IG Metall Haus Berlin – Alwin Brandes Saal
Alte Jakobstraße. 146 10969 Berlin (U-Hallesches Tor)
Zeit: Am Montag, den 24.03.2014 um 18.30 Uhr

Nach jahrzehntelangem Kampf gegen die Diktatur hat die Bevölkerung in Südkorea die Demokratie durchgesetzt. Der Wahlsieg des demokratischen Präsidenten Kim Dae-Jung 1997 stellte eine Zäsur in der Geschichte Südkoreas dar. Mehr erfahren

Die südkoreanische Regierung hat den Gewerkschaften des Landes den Krieg erklärt.

Eine Kampagne von LabourStart

SK 2887

 

Die südkoreanischen Gewerkschaften hatten friedlich gegen eine geplante Arbeitsrechtsreform protestiert, als die Polizei ihre Demonstration  blockierte und mit Wasserwerfern angriff, wobei 51 Gewerkschafter_innen verhaftet wurden. Ein Kollege, der vom Wasserwerfer getroffen wurde, liegt seitdem im Koma.

Vor einigen Tagen hat die Polizei acht Büros der Koreanischen Konföderation der Gewerkschaften (KCTU) und ihrer Mitgliedsgewerkschaften und Regionalbüros durchsucht. Es wurden Computer, externe Festplatten und Sitzungsunterlagen beschlagnahmt.

Darüber hinaus wurde eine Haftbefehl für Sang-gyun Han, den Vorsitzenden der KCTU, erlassen. Er befindet sich momentan sozusagen im Kirchenasyl im buddhistischen Jogyesa-Tempel.

Die internationale Arbeiter_innenbewegung, darunter der Internationale Gewerkschaftsbund und die globale Gewerkschaftsbranchenverbände, haben zu einer massiven Online-Protest-Kampagne aufgerufen.

Wir müssen möglichst schnell tausende vn Gewerkschafter_innen weltweit mobilisieren, um diese brutale Repression zu verurteilen.

Bitte nehmt Euch einen Moment Zeit, um einen Nachricht an die Koreanische Regierung zu schicken, und diesen Aufruf weiterzuverbreiten.

Zur Kampagne

 

Vielen Dank!

Eric Lee

„Factory Complex“ – Filmpremiere und Gespräch

Der Korea Verband zeigt am 15. Juni 2016 in Berlin gemeinsam mit dem Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin und dem INKOTA netzwerk e.V. den Film „Factory Complex“ erstmalig mit deutschen Untertiteln.

Juni 15, 18:00 – 21:00
Eintritt frei

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Über den Film
Südkoreas Wirtschaftskraft setzt die Welt in Erstaunen. Wie sehr sie jedoch auf der Ausbeutung von Arbeitskräften basierte, wurde bislang kaum wahrgenommen.

Der Videokünstler Im Heung-soon, dessen Mutter in einer Textilfabrik arbeitete, macht sie sichtbar: Arbeiterinnen, die die Grundlage für Südkoreas Aufstieg zur Wirtschaftsmacht schufen und dafür mit ihrer Gesundheit, oft mit dem Leben bezahlten. Im Heung-soon spannt den Bogen zur globalisierten Konsumwelt von heute, in der es wiederum Frauen sind, die in Textilfabriken, der Elektroindustrie, in Supermärkten, Callcentern oder als Servicekräfte den Laden am Laufen halten, kaum genug zum Leben verdienen und immer freundlich lächeln. Die nüchterne Chronik der Ausbeutung, erzählt in Interviewpassagen, durchwebt er mit surrealistisch-experimentellen Performances. Sie individualisieren den Schmerz derjenigen, die sonst als Masse und Humankapital wahrgenommen werden.

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Korea: Sofortige Freilassung des inhaftierten Vorsitzenden des KCTU!

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Han Sang-Gyun, der Vorsitzenden der Demokratischen Gewerkschaft in Süd-Korea KCTU , ist der 2014 erstmals von den Mitgliedern direkt gewählte Vorsitzende der Demokratischen Gewerkschaft. Er engagiert sich seitdem aktiv fiir die Menschenrechte der Arbeiterinnen und genießt das volle Vertrauen und die Unterstützung der Mitglieder.

Im April 2015 organisierte er einen totalen Streik gegen massive Einschränkungen des Arbeitsrechts durch die Regierung. Daraulllin wurde am 23. Juni, 7 Tage vor dem Streik, ein Haftbefehl gegen ihn erlassen.
Dadurch konnte er sein Büro nicht verlassen, organisierte aber von dort aus mehrere große Demonstrationen. Nachdem er am 14. November wieder eine Demonstration mit 130.000 Menschen organisieren konnte, ging er zum buddhistischen Tempel Cho-gye-sa, blieb dort 25 Tage und ergab sich dann am I 0. Dezember freiwillig der Polizei. Zur Zeit ist er in Haft. Gegen ihn läuft ein Prozess, dessen Urteil in Juni erwartet wird. Die Vorwürfe der Staatsanwälte sind ein Verstoß gegen das Versammlungs- und Demonstrations-Freiheitsgesetz (§ 185 des Strafgesetzbuchs).

Eventuelle Verstöße gegen die Straßenverkehrsordung im Zuge einer solchen Demonstmtion werden normalerweise nur mit einem Bußgeld von ein paar Tausend Euro geahndet. Doch die Regierung verhaftete Han SangGyun, um den Kampfwillen der Gewerkschaft zu brechen.

Wir fordern von der koreanischen Regierung die sofortige Freilassung des Vorsitzenden der Demokratischen Gewerkschaft, Han Sang-Gyun!

Im Folgenden ein Brief von Amnesty International mit einer Unterschriftenliste zum Sammeln.

Petition bei AI

Und hier geht es zu einer Petion von „Change.org“

Petition bei „change.org“

Baek Nam-gi, Bauer und koreanischer Menschenrechtsaktivist, wird Opfer staatlicher Gewalt

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Am 25. September erlag der koreanische Bauer und Rechtsaktivist  Baek Nam-gi den Verletzungen, die die Polizei ihm zugefügt hatte, als sie letzten November in Seoul mit massiver Gewalt gegen eine landesweite Demonstration vorging. Nachdem er von einem Wasserwerfer niedergestreckt worden war, wurden er und Demonstranten, die ihm zu Hilfe eilen wollten, von der Polizei weiter beschossen. Baek wurde bewusstlos in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er 317 Tage lang im Koma lag.

Website der IUF

 

 

Rücktrittsforderung gegen südkoreanische Präsidentin Park Geun-Hye

Demoaufruf

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In Südkorea gingen vergangenes Wochenende mehr als 300.000 Menschen auf die Straßen und forderten den Rücktritt der Präsidentin Park Geun-Hye. Ihre Freundin, Choi Sun-Sil, soll als Privatperson an wichtigen präsidialen Entscheidungen beteiligt gewesen sein. Sie hat nicht nur die Reden der Präsidentin korrigiert, sondern war auch an Personalentscheidungen beteiligt. Ferner wird die fünfte Tochter des Sektenführers Choi Tae-Min, verdächtigt, über 50 Briefkastenfirmen – sogar in Deutschland – zu besitzen, um Steuergelder zu hinterziehen. Es handelt sich dabei um gemeinnützige Stiftungen. Die Präsidentin selbst bewegte Unternehmen dazu, Spenden in Millionenhöhe an diese Stiftungen zu zahlen.

Noch ist das Ausmaß ihrer Korruptionsaffäre nicht erfasst. Allerdings zeigt die Staatsanwaltschaft keine ernsthafte Bereitschaft, diesen Fall zu klären. Daher fordern wir:

• Die Amtsabhebung der unfähigen Präsidentin Park Geun-Hye
• Eine lückenlose Aufklärung des „Choi Sun-Sil Gate“
• Verurteilung aller Verantwortlichen hinter dem Skandal
Seit ihrem Amtsantritt 2013 sind folgenschwere Ereignisse passiert – ohne dass sie
die Verantwortung dafür übernommen hat:

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„Wir fordern Parks Rücktritt!“

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Am Samstag, den 12. November fand eine eindrucksvolle Protestaktion der koreanischen Community in Berlin gegen die Ministerpräsidentin Koreas und das sie umgebende korrupte Netzwerk statt. Etwa 400, vor allem junge Koreanerinnen und Koreaner waren gekommen. Die Aktion war bestens organisert und steckte geradezu an durch ihren kreativen authentischen Geist sowie ihren frechen und rebellischen Charakter. Der Protest richtet sich gegen eine Regierung , die familiär wie politisch in den Fußstapfen der langjährigen Militärdiktatur steht. Parolen des Protests waren u.a. „Die Präsidentin Park zerstört die Demokratie! Wir fordern Parks Rücktritt! „Park ist eine Puppe! Keine Vergebung – Amtsenthebung!“Die Saenui Partei verhindert die Wahheitsfindung über das Sewol-Fährunglück: Wir fordern die Auflösung der Saenuri-Partei!“ „Gegen die Verdrehung der Geschichte! Verstaatlichte Schulbücher abschaffen!“ „Ein Bauer und demokratischer Bürger wurde getötet. Bestrafung aller Verantwortlicher!“ „Warum Abwehrraketen THAAD auf der Halbinsel Loreas stationieren? Frieden schaffen – ohne Waffen!“

Der AKI erklärte sich in einem kurzen Redebeitrag solidarisch mit dem Protest.