„Della Arte della Guerra“

Einladung zur Filmveranstaltung über den Arbeitskampf
in der INNSE-Maschinenfabrik 2009 in Mailand

Samstag, 16. November 16.30 Uhr, Kino in der Regenbogenfabrik, Lausitzer Str. 22, 10999 Berlin

Nach dem Film Diskussion mit Arbeiterinnen der INNSE und den Filmemacher/innen
Am Sonntag, 2. August 2009 beginnen unter Polizeischutz die Demontagearbeiten in der INNSE Mailand. Die Fabrik ist von 300 bis 400 Ordnungskräften umzingelt. Zwei Tage später gelingt es vier Arbeitern, die Polizeisperren zu überlisten und in der Werkhalle auf einen Kran zu klettern. Die Demontagearbeiten werden gestoppt und es beginnen lange, zähe Verhandlungen zwischen den Arbeitern und der Gewerkschaft FIOM auf der einen Seite, dem Fabrikbesitzer Genta, der Immobilienfirma, der das Gelände gehört, dem Kaufinteressenten Camozzi, der den Betrieb samt Grundstück übernehmen will, sowie dem Präfekten von Mailand auf der andern Seite. Nach acht Tagen und sieben Nächten steigen Enzo, Fabio, Luigi und Massimo vom Kran herunter. Am Ende des Sommers werden die Werktore wieder geöffnet und alle Arbeiter kehren in die Fabrik zurück.
Die medienwirksame Handlung, zur Verteidigung des Arbeitsplatzes „in die Höhe zu steigen“, wird in den folgenden Monaten von Hunderten anderer Lohnabhängiger nachgeahmt. Alle klettern auf Dächer und Kräne, um ihren Arbeitsplatz zu verteidigen, aber alle kommen geschlagen wieder herunter. Der einzige Sieg bleibt jener der Arbeiter der INNSE.

Im Dokumentarfilm DELL‘ARTE DELLA GUERRA (Über die Kunst des Krieges) erzählen die vier Arbeiter ihre nüchterne und höchst aktuelle Analyse der neuen Form von Arbeitskampf, die der „Politik des kleineren Übels“ eine Absage erteilt und sich mit aller Kraft und Entschlossenheit den Angriffen der herrschenden Klasse entgegenstellt.

Der Film hat die Form eines Essays über Politik und Guerillakrieg in vier Akten und ist wie ein Handbuch, das genaue und für jede Kampfform allgemeingültige Regeln vorschreibt. Die politische und gesellschaftliche Bedeutung der von den Protagonisten dargelegten Auffassungen führt unweigerlich zu Überlegungen über die Notwendigkeit einer Bewusstseinsbildung und Neuorganisation, zu welcher die Arbeiterklasse in Europa gezwungen sein wird, wenn sie ihre Rechte verteidigen will.

Die Protagonisten des Films werden, zusammen mit den beiden Filmemachern Silvia Luzi und Luca Bellino, an der Berliner Uraufführung und an der anschließenden Diskussion teilnehmen.

Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kino in der Regenbogenfabrik:

Forum Betrieb, Gewerkschaft und soziale Bewegungen, Berlin · Arbeitskreis Internationalismus in der IG
Metall Berlin · Aktionsausschuss 100% S-Bahn · Klassenkämpferischer Block, Berlin · Netzwerk IT
Gefördert durch die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt

Filmtrainer, mehr Informationen und Hintergründe des Kampfes:
http://de.labournet.tv/video/6612/von-der-kunst-des-krieges

Hier gehts zum Einladungsflyer