„Die Fäden der Macht“ – Film- und Diskussionsveranstaltung mit Gaby Weber

Der Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall lädt ein:

Freitag den 25. August 2017 ab 18:00 Uhr im IG Metall-Haus
Alte Jakobstr. 148, Nähe U-Bahnhof Hallesches Tor

Während der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien (1976-83) war die dortige Niederlassung des Daimler-Konzerns Tatort von Menschenrechtsverbrechen. Insgesamt siebzehn Gewerkschafter der Mercedes Benz Argentina wurden entführt, in Folterzentren verschleppt oder ermordet. Nur drei überlebten, von vierzehn weiteren fehlt bis heute jede Spur. Gegen die Firmenleitung besteht der Vorwurf mit dem argentinischen Militär, das derzeit auch Hauptabnehmer ihres Unimog war, zusammen gearbeitet zu haben und so ihre unbequemen Gewerkschafter, die zugleich die fähigsten und kämpferischsten Arbeiter waren, an diese verraten und ausgeliefert zu haben.

Seit Jahrzehnten recherchiert die deutsch-argentinische Journalistin Gaby Weber, um die Verantwortlichen der Tat zu überführen und sie vor Gericht zu bringen. Sie hat geholfen, die Angehörigen der Ermordeten und die Überlebenden zu überzeugen, vor Gerichten in Deutschland, Argentinien und den USA gegen die Verantwortlichen zu klagen. Daraus entstand 2003 ihr Film „Wunder gibt es nicht“. In der Folgezeit schaffte sie es, den Fall bis zum US Supreme Court zu bringen. Doch Ohne Erfolg. Der Konzern zog alle Register auf der politischen Ebene und hatte Erfolg. Im Januar 2014 verweigerte der US Supreme Court den Rechtsweg im Fall der „verschwundenen Betriebsräte von Mercedes-Benz“. In der Neubearbeitung ihres Films von 2017, der auf der Veranstaltung gezeigt wird, zieht sie eine Bilanz ihrer jahrelangen Recherchen.

Gaby Weber möchte mit uns darüber diskutieren, wie es möglich werden kann, dass große Wirtschaftsunternehmen zukünftig auch für die Beteiligung an schweren Verbrechen zu Verantwortung gezogen werden können. Dazu laden wir euch herzlich ein.

Flyer zur Veranstaltung:

Filmveranstaltung mit GW