Filmabend: „Ein Lied für Argyris“

Griechenland droht der Staatsbankrott. Spekulanten haben bereits viel Geld auf den Eintritt des Bankrotts investiert. Von den Geldern, die zur außerordentlichen Verschuldung führten, hat die Bevölkerung kaum etwas gesehen. Die Taschen voll gesteckt haben sich die Eliten, die u.a auch vom deutschen Siemens-Konzern geschmiert wurden. Deutsche Lobbyisten waren es auch, die die griechische Regierung in milliardenschwere Rüstungsgeschäfte mit deutschen Herstellern gedrängt haben. Doch nun tönt es in den Gazetten konservativer Medien, die es zur Meisterschaft darin bringen, Menschen und Völker aufeinander zu hetzen: „Betrüger in der Euro-Familie“ – Bringt uns Griechenland um unser Geld?“ (Focus). Die Meinungsmacher aus dem konservativ-klerikalen Hause Burda bescheinigen den Griechen in diesem Artikel sogar „2000 Jahre Verfall“. Zu Recht ist die griechische Öffentlichkeit empört. Denn noch zu jung ist die Erinnerung daran, dass es Deutsche waren, die in Nazi-Uniformen und geimpft mit ihrem Herrenmenschenwahn die Griechen um ihr Geld gebracht haben. Die Besatzer ließen sich 51% der griechischen Betriebe überschreiben, plünderten die Bodenschätze des Landes und raubten massenhaft antike Kulturgüter. Auch ließen sie die für Deutschland negative Handelsbilanz von 73 Mio. Reichsmark in ein Guthaben von 20 Mio. korrigieren. Dabei blieb es nicht. Sie raubten auch 800 000 Menschen das Leben. Tausende wurden in sog. Vergeltungsaktionen erschossen. Weitaus mehr starben, weil das Besatzungsregime die gesamte landwirtschaftliche Produktion für die Ernährung der Besatzer konfiszierte und Tausende Griechen dadurch verhungerten. In internationalen Verträgen ist anerkannt, dass Deutschland Entschädigungen leisten muss. Doch alle deutschen Nachkriegsregierungen haben sich bis heute geweigert diese Schuld zu begleichen. Kurzum: Die wirklichen Schuldner sitzen in Berlin und nicht in Athen.
Wie im Brennglas zeigt sich die ganze Barbarei der Nazis am Schicksal der Bewohner des griechischen Dorfes Distomo. Der Film rekonstruiert dieses Schicksal und zeigt den Lebensweg von Argyris Sfountouris, der als kleiner Junge Zeuge der Ermordung seiner Familie wurde und der sein Leben dem Zweck gewidmet hat, einen persönlichen Beitrag dafür zu leisten, dass solche Verbrechen in der Zukunft verhindert werden können.

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Mittwoch, den 10. März 2010 um 20 Uhr

in der Galerie Olga Benario, Richardstraße 104, 12043 Berlin Neukölln