Friedensgemeinde San Jose de Apartado

Im Jahr 2007 hat die Friedensgemeinde San Jose de Apartado den Aachener Friedenspreis erhalten.
Mit der Auszeichnung der Friedensgemeinde San José de Apartadó und seiner Bewohner mit dem Aachener Friedenspreis werden Menschen gewürdigt,
• die sich gewaltlos von unten für Frieden einsetzen• die täglich dafür bedroht sind
• die bislang keine Auszeichnung erhielten
• die wir mit der Auszeichnung stärken können.

Wer ist und wofür steht die Friedensgemeinde?

Im Norden des Landes, in der Provinz Antiochia im Grenzgebiet zu Panama erklärten sich am 27.3. 1997 die 1350 Einwohner des Dorfes San José de Apartadó auf Vorschlag ihres Bischofs, in Anwesenheit von Vertretern verschiedener kolumbianischer NGO`s und einem Vertreter des Europäischen Parlaments zu einem neutralen Dorf. Die Gründung des Friedensdorfes war ein Akt des Widerstandes der Bauern gegen Vertreibung und Flucht. Insgesamt gibt es heute etwa 50 Friedensgemeinden in Kolumbien.
Die Friedensgemeinde San José de Apartadó ist ein zukunftsträchtiges Entwicklungsmodell, das den Bewohnern eine Überlebenschance gibt, aber auch der kolumbianischen Regierung eine Exit-Möglichkeit aus dem Bürgerkriegszustand bietet.

Die Prinzipien der Friedensgemeinde:

• keinerlei Unterstützung von oder Kooperation mit bewaffneten Konflikt-Parteien
• friedlicher, gewaltfreier Widerstand
• keine Bewaffneten in der Friedensgemeinde
• keine Drogen (kein Anbau, Handel, Eigennutzung in der Gemeinde)
• kein Alkohol im Friedensdorf
• Gegenseitige Hilfe ( Produktion, Gesundheit)
• Transparenz innerhalb der Gemeinschaft

Bilanz dieser 40 Jahre:

• 3 Millionen Flüchtlinge innerhalb des Landes – sie gelangen meist in die Slums der Großstädte
• 5 Millionen Exil-Kolumbianer
• 3500 „Verschwundene“ , 3500 Entführte
• 70.000 Ermordete – meist Zivilisten

Die Regierung Uribe trägt nicht nur direkte Verantwortung für diese Situation, sie versucht darüber hinaus auch noch die Gemeinde öffentlich zu verleumden. Dazu hat die Gemeinde eine umfangreiche Stellungnahme formuliert:

Der ethische Kollaps der „Justiz“ überträgt sich auf die „Informations“medien