Hartmuth, AKI: „Auflösung der Massenquartiere, Unterbringung in kleinen Einheiten mit Betreuung!“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

für uns als Mitglieder des Arbeitskreises Internationalismus in der IGM hört die Solidarität nicht am Werkstor oder an der Ländergrenze auf. Unsere Solidarität gilt weltweit.

Am 18. April sind 47 unbegleitete Jugendliche aus griechischen Flüchtlingslagern in Hannover gelandet. Einen Glückwunsch an sie , dass sie sich retten konnten. Aber es ist eine Schande, dass die BRD und die EU nicht alle Flüchtlinge aus den katastrophalen Flüchtlingslagern evakuieren.

Corona ist hier eine schwere Krise und Katastrophe. Für die Menschen in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern ist es aber eine tödliche Bedrohung! Und diese Bedrohung besteht nicht nur in den Lagern in Griechenland und anderen Ländern am Rande Europas, sondern auch hier mitten unter uns.

Es gibt viele Berichte über die unhaltbaren Zustände in den Erstaufnahmelagern oder anderen Massenquartieren. Flüchtlinge leben dort dicht an dicht. In vielen Lagern ist Corona ausgebrochen. In der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen sind inzwischen zwei drittel infiziert und eine Reihe Betreuer ebenso. Und was macht die grüne Landesregierung? Sie fordert eine Einheit der Bundeswehr an, die bei der medizinischen Betreuung helfen soll. Die Soldaten werden aber von den Insassen eher als Bedrohung wahrgenommen. Sie sind eingesperrt. Ähnliche Berichte gibt es aus Göttingen, wo Besuchsverbot erteilt wurde, die Insassen sich nur noch vor dem Haus treffen können, was aber jeweils von der Polizei gewaltsam aufgelöst wird. Unsere Forderung und die vieler Flüchtlingsinitiativen heißt daher: Auflösung der Massenquartiere, Unterbringung in kleinen Einheiten mit Betreuung!

Kolleginnen und Kollegen, ich bin auch aktiv in Solidarität International und will zum Schluss von unserem Solidaritätspakt mit der Selbstorganisation der Flüchtlinge vom Lager Moria auf Lesbos berichten: wir konnten bis jetzt etwa über 50.000 € sammeln für die Anmietung eines Tankwagens für Trinkwasser, für Hygiene Maßnahmen usw. Der Frauenverband Courage hat dazu ebenfalls eine tolle Solidaritätsaktion gestartet und so sind jetzt 10 Paletten mit etwa 80 Nähmaschinen , Stoffen und anderen Gegenständen auf dem Weg. Wer mehr wissen will, ich habe hier Flyer und natürlich auch eine Spendendose!

Hoch die internationale Solidarität!

(Nachsatz: herzlichen Dank für 67 €, die in der Spendendose gelandet sind, sie sind schon weitergeleitet!)