Hasta la Vista – Sindi Calista

Seit Ende Mai gehen in Spanien Zehntausende Menschen auf die Straße und besetzen öffentliche Plätze. Die aktuelle Bewegung ist der bisherige Gipfelpunkt des Protestes gegen den harten Sparkurs und die drastischen Sozialkürzungen der Regierung. Gegen die stetige Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsbedingungen wird aber nicht erst seit dem Mai 2011 gekämpft. SAT-Veranstaltung2007 gründete sich im Süden Spaniens, in Andalusien, die Basisgewerkschaft SAT (dt. Gewerkschaft andalusischer Arbeiter_innen) als Nachfolgeorganisation der Landarbeiter_innengewerkschaft SOC. Sie ist eine der größten und erfolgreichsten alternativen Gewerkschaften Spaniens und bezeichnet sich als „antikapitalistische Klassengewerkschaft“, „basisdemokratisch, unabhängig und „antipatriarchal“. Erfolgreich kämpft sie für bessere und würdige Arbeitsbedingungen. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen: Die spanische und an­dalusische Regierung antwortet mit einer Welle von Repression.

Das betrifft keine Einzelperson, sondern ist gegen die über 10.000 Mitglieder der SAT gerichtet. Die Polizei nahm viele bekannte Gewerkschafter_innen fest und verhängt(e) sehr hohe Bußgelder. Auch vor Scheinprozessen, bei denen Aktivist_in­nen der Gewalt gegenüber der Polizei bei erwiesenermaßen friedlichen Aktionen zivilen Ungehorsams beschuldigt werden, schreckt der Staatsapparat nicht zurück. Die SAT agiert in einer der ärmsten Regionen Spaniens, wo die Arbeitslosigkeit mittlerweile auf über 30% angestiegen ist. Aufgrund ihrer Größe und ihrer Unab­hängigkeit von Parteien, Interessengruppen, Stiftungen etc. bedeutet daher diese starke, auf den ökonomischen Ruin abzielende Repression einen krassen Einschnitt in ihre Handlungsfähigkeit – Ziel ist es offensichtlich, die SAT zu zerschlagen. Das dürfen wir nicht zulassen!
Informationsveranstaltung mit anschließender Diskussion mit Miguel Sanz, aktives mitglied der SAT Sevilla und teil der Bewegung »Democracia Realya!«
Berlin, 23. Juni 2011, 19 Uhr
FAU-Lokal, Lottumstr. 11, 10119 Berlin, U-Rosa-Luxemburg-Platz

Organisiert von: FAU-Berlin, Jour Fixe Gewerkschaftslinke Hamburg, Blauer Montag, labournet.tv

Unterstützt von: t.i.e, Arbeitskreis Internationalismus in der IG-Metall Berlin, Forum Betrieb, Gewerkschaft und soziale Bewegung Berlin, Gruppe soziale Kämpfe, Avanti-Berlin, Komitee für Gewerkschaftsfreiheit, Inic­jatywa Pracownicza (IP), netzwerk IT