Konzerne sollen Morde bezahlt haben

Klage gegen den US-Konzern Drummond

In einer Pressemeldung des kolumbianischen Gewerkschaftsdachverbands CUT vom 20.05.09, wird mitgeteilt, dass die CUT, weitere Gewerkschafts- und soziale Organisationen gemeinsam mit der US-amerikanischen Rechtsanwaltskanzlei Conrad & Scherer den US-Konzern Drummond wegen der Zahlung von „Schutzgeldern“ an paramilitärische Gruppen vor einem US-Gericht verklagen. Die Kläger werfen den Paramilitärs vor, über 220 Personen an der Eisenbahnstrecke, die von der [von Drummond betriebenen] Kohlenmine im Kreisbezirk La Loma im Departement Cesar zum Hafen in Ciénaga im Departement Magdalena führt, ermordet zu haben. Die Opfer sind Gewerkschafter, Mitglieder von sozialen Organisationen und einfache Leute aus der Region. Für dieses Verbrechen sollen die Paramilitärs Zahlungen des Konzerns erhalten haben. Einziges Ziel dabei war es, in den Zonen, die für Drummond von Interesse waren, Terror zu verbreiten. Die CUT stellt fest, dass es sich hier um eine geläufige Praxis dieses und anderer in Kolumbien operierender Konzerne handelt. Eine Woche zuvor wurde der Bananenmulti Dole verklagt. Weitere Klagen gegen neun Konzerne sind in Vorbereitung. Die genannte US-Anwaltskanzlei hat Erfahrung in diesen Rechtsangelegenheiten. Sie hat gemeinsam mit sozialen Organisationen bereits in der Vergangenheit Drummond, Occidental, Coca Cola, Chiquita in Kolumbien und Dyncorp und Texaco in Ecuador wegen Verbrechen gegen Gewerkschafter und Mitglieder von Basisorganisationen verklagt.