„Mitch“ dreht ab – doch die Katastrophe bleibt!

Mittelamerika braucht unsere Solidarität auch noch morgen noch!

Informationsveranstaltung:

Samstag, 19.12.1998, 19 Uhr, Ort: TU-Mathegebäude, Hörsaal H1, Straße des 17.Juni 136 (gegenüber TU-Hauptgebäude) U-Bhf. Ernst-Reuter-Platz

Themen:

  • Einführung: VertreterIn der Soidaritäts-Initiativen
  • Länderberichte: Charlie Whitaker (Nicaragua), Erika Harzer (Honduras)
  • Schuldenerlaß: Angela Baehr (INKOTA Netzwerk e.V. Berlin)

und angefragt: WGS Berliner Gipfelstürmer

  • Klimaveränderungen und ihre Ursachen: Dr. F.-W. Gerstengabe (Potsdamer Institut für Klimaforschung e.V.)
  • Mitglied der Fraktion der Grünen (angefragt)
  • Moderation: Dr. Luis Ramahlo
  • Und Infostände, musikalisches Begleitprogramm, Getränke

Wir sind Leute aus verschiedenen Zusammenhängen der Mittelamerika-Solidarität und haben die Entwicklung in Nicaragua, El Salvador, Guatemala und Honduras über einen langen Zeitraum begleitet. In den vergangenen zwanzig Jahren haben wir Projekte unterstützt, die Basisstrukturen in den jeweiligen Ländern entwickelt und gestärkt haben. Ungeachtet der inzwischen eingetretenen Veränderungen in der Region unterstützen wir weiterhin Gemeinden und Basisorganisationen in Mittelamerika.

Vor dem Hintergrund der Verwüstungen, die die Länder Mittelamerikas getroffen haben, möchten wir mit unserer Veranstaltung Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der Naturkatastrophe und den politischen Machtstrukturen aufzeigen. De weiteren wollen wir die Bedingungen der Entschuldung und der daraus resultierenden Forderungen an die Regierungen der Industrienationen diskutieren. Die Naturkatastrophe macht nicht nur das Handeln korrupter Regierungen sichtbar, sondern führt uns gleichzeitig vor Augen, daß etwas, das wie ein Naturphänomen erscheint, seine handfesten Ursachen im ökonomischen System der reichen Industrienationen hat. Diese verbrauchen mehr als 80% der weltweit verfügbaren Energie und Ressourcen mit einem gigantischen CO2-Ausstoß mit den bekannten Folgen einer alarmierenden klimatischen Veränderung.

Nachdem die Schreckensbilder von verschütteten Menschen, zerstörten Straßen, verwüsteten Städten und in den Fluten untergegangenen Landstrichen aus dem Medien verschwunden sind, finden wir es wichtig, sich der politischen Katastrophe zuzuwenden: die hemmungslose Privatisierung – Auswirkung des neoliberale Wirtschaftsmodells – hat zur Aushöhlung jener staatlichen Strukturen geführt, die präventiv wirksam werden können und im Katastrophenfall angemessenes Handeln erlauben.

Zu befürchten steht, daß die Oligarchie und ausländische Investoren mit den Hilfsgeldern ihre Unternehmen sanieren, und daß beim Wiederaufbau den kapitalintensiven bzw. den exportorientierten Wirtschaftszweigen der Vorzug gegeben wird. Wie in der Vergangenheit, werden Großgrundbesitzer versuchen, sich auf Kosten von Kleinbauern an Grund und Boden zu bereichern. Die Überlebenden, die fast ausschließlich aus den armen Bevölkerungsschichten kommen und alles verloren haben, werden vom größten Teil der Hilfsgelder nicht viel sehen. Ihr Schicksal wird es sein, sich zu Tausenden in en Elendsquartieren der Städte wiederzufinden, mit der Aussicht, auf unabsehbare Zeit von den Lebensmittelzuteilungen internationaler Hilfsorganisationen abhängig zu bleiben.

Zu verhindern, daß dieses Szenario Wirklichkeit wird, sollte Aufgabe einer wachsamen und fordernden Öffentlichkeit sein. Es geht jetzt darum, daß sich die entwurzelten Menschen in Mittelamerika in sicheren Dörfern und Stadtteilen ansiedeln, und daß sie beim Aufbau neuer Strukturen ihren Einfluß geltend machen können. In ihrem Kampf um Land, Wohnraum, Bildung und Gesundheit zur Wiederherstellung ihrer eigenen Lebensgrundlagen sind wir aufgefordert, sie mit einer langfristigen Aufbauhilfe zu unterstützen.

Hinter den folgenden Spendenkonten stehen Nicht-Regierungsorganisationen, die in enger Zusammenarbeit mit lokalen Basisorganisationen für die Verteilung der Gelder vor Ort sorgen. Wir rufen dazu auf, unter den Stichworten „Mitch Nicaragua“ oder „Mitch Honduras“ zu spenden:

Informationsbüro Nicaragua

Konto 976738 Stadtsparkasse Wuppertal BLZ 330 500 00

Medico international e.V.

Konto 1800 Frankfurter Sparkasse BLZ 500 502 01

INKOTA-Netzwerk e.V. Konto 1555000010 Bank f. Kirche und Diakonie BLZ 350 601 90

Veranstalter: TU-Berlin-Arbeitsstelle „Dritte Welt“ mit: Arbeitskreis Entwicklungspolitik/ Internationale Gewerkschaftsarbeit der Gewerkschaft ÖTV Berlin, Guatemala-Komitee Berlin, IG Metall/ Arbeitskreis Internationalismus, INKOTA-Netzwerk e.V., FDCL, Lateinamerika Nachrichten, Soli-Initiative Berlin, Städtepartnerschaft Kreuzberg/San Rafael del Sur, Verein für das Recht aller Kinder Nicaraguas auf Wissen und Bildung e.V., Manana e.V