„Nationalismus und die chinesische Arbeiterklasse“

Vortrag mit anschließender Diskussion zum Hintergrund von Nationalismus in China – Ursachen, Kennzeichen, Bedeutung

Am 19. Mai 2017 19:30 Uhr im IG Metall Haus, Raum E 01 * Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin (U-Bahn-Station „Hallesches Tor“)

Referent: Shi Ming, freier Journalist und Publizist, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Bodo Zeuner

Seit den 1990er Jahren wird der vor vier Jahrzehnten begonnene Integrationsprozess Chinas in die kapitalistische Weltwirtschaft von einem wachsenden Nationalismus begleitet. Nach dem Nationalismus, der den Kampf gegen ausländische Aggression in den Jahren 1840-1949 geprägt hatte, setzte nun mit der Öffnungspolitik und der kapitalistischen Umstrukturierung eine zweite nationalistische Welle in China ein.

In der Ära Maos verurteilte die Kommunistische Partei (KP) den Nationalismus als eine bürgerliche Ideologie, die gegen Klassenkampf und Sozialismus gerichtet war. Im neuen gesellschaftlichen Kontext tauchte der Nationalismus vor der Jahrtausendwende mit einer anderen inhaltlichen Füllung auf. Dies geschah vor dem Hintergrund eines rasanten Wirtschaftswachstums, das von Privatisierungen und Massenentlassungen im Vorfeld der Aufnahme Chinas in die WTO sowie steigenden Waren- und Kapital-Exporten geprägt war. Mit der Entwicklung Chinas zur wirtschaftlichen Großmacht und zum Konkurrenten der USA wurden die nationalistischen Töne immer lauter. Der seit 2013 amtierende Staatschef Xi Jinping spricht vom „chinesischen Traum“ einer Großmacht, die unter strikter Kontrolle der KP nicht nur wirtschaftliche, sondern auch militärische Stärke und Macht nach innen
und außen demonstriert.

Eine Veranstaltung des Forum Arbeitswelten e.V. in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Internationalismus der IG Metal Berlin und der Unterstützung von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, Berlin