SINALTRAINAL begründet in einem Brief von ALFONSO BARON (Vizepräsident von Sinaltrainal) an den CEO von Nestlé, Bulcke die Absage des Treffens:

Am 30.9. hat sich Sinaltrainal mit dem Chef von Nestlé Kolumbien Manuel Andrés K getroffen. Dieser schlug vor, den Fall gemeinsam an die Öffentlichkeit zu bringen und anzuzeigen. Sinaltrainal verweigerte sich dem aber mit der folgenden Begründung:

Erstens hat Sinaltrainal die Anklagen gegenüber den Behörden schon vorgebracht. Zweitens fordert Sinaltrainal ein Ende der Straflosigkeit und zeigt auch die Politisierung der Justizapparates an, was Nestlé nicht macht.

Sinaltrainal hat Nestlé aufgefordert, die Liste seiner Zulieferer durchzugehen, denn einige sind verurteilte Paramilitärs.

Die Gewerkschafter haben Nestlé erneut daran erinnert, dass das Unternehmen das Arbeitsrecht nicht einhält und dass seine Politik negative Auswirkungen auf die Bevölkerung in den Produktionsgebieten hat. Sie kritisierten die Politik der „sozialen Unternehmensverantwortung“, die dazu da sei, zu verdecken, dass Nestlé weder die Arbeiter, noch die Bevölkerung noch die kolumbianischen Gesetze noch die internationalen Abkommen respektiert.

Am 24.09.2009 hatte Sinaltrainal Nestlé einen Vorschlag zur Wiedergutmachung und zur Lösung der Probleme gemacht. Der Vorschlag wurde von Nestlé Kolumbien als inakzeptabel bezeichnet, weshalb der Dialog zwischen Nestlé und Sinaltrainal am 7. Mai 2010 abgebrochen werden musste.

„Wie Sie sehen, Herr Bulcke, Nestlé Kolumbien zeigt keinen Willen, das große Sicherheitsproblem der Arbeiter zu lösen. Es ist nicht besonders elegant, das Treffen zu einer bloßen Höflichkeitsvisite zu machen, und noch dazu ausgerechnet Enrique Rueda zu dem Gespräch einzuladen, jenen Enrique Rueda, der an den Verhandlungen bei CICOLAC/Valledupar beteiligt war, die damit endeten, dass alle Arbeiter das Werk verlassen mussten.

Wir haben das Treffen abgesagt, weil mit den Teilnehmern in der Sache nichts erreicht werden kann.“

Es folgen die Forderungen von Sinaltrainal an Nestlé in 8 Punkten:

Die Verbrechen öffentlich verurteilen, zur Aufklärung der Vorfälle beitragen, Nestlé soll den bedrohten Arbeiter mit seiner Familie außer Landes in Sicherheit bringen. Alle Mitarbeiter auf die Einhaltung der Menschenrechte und der Tarifverträge verpflichten und sie entlassen, wenn sie dagegen verstoßen; Die Untersuchungen im Fall Luciano Enrique Romero Molina befördern, der am 11. September 2006 in Valledupar umgebracht wurde.

(Sinngemäße Übersetzung vom Spanischen ins Deutsche von BS)