Tausende demonstrieren in Frankreich gegen Sparplan von Renault

Da sind sie wieder, die Franzosen! Tausende gehen gegen den Sparplan von Renault auf die Straße. Und sie gehen gegen die neoliberale Politik Macrons in die nächste Runde.
Schon gar nicht sind sie bereit, für die Folgen der hereinbrechenden tiefen Wirtschaftskrise ihren Rücken hinzuhalten. Schon vor Covid-19 zeichnete sich ab, dass es zunehmend nun auch mit voller Wucht die großen Industriebranchen wie Automobil oder Luftfahrt treffen wird.

Ende 2019 schrieben wir (AK Internationalismus IGM Berlin) :“Es kommt zum Zusammenschluss der Gelbwesten mit allen wichtigen sozialen Bewegungen des Landes gegen den Kahlschlag bei Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, Umwelt und zum engen Schulterschluss mit den kämpfenden Gewerkschaften, mit den Beschäftigten in nahezu allen Teilen der öffentlichen Dienste, Daseinsvorsorge und Logistikbranche. Die Abgrenzung gegen rechte Einflussnahme wurde klar vollzogen. Was fehlt, ist die breite Teilnahme der Arbeitnehmer aus den großen Industriebetrieben. Als sich 1968 die Renaultarbeiter geschlossen den landesweiten Protesten anschlossen, war das Ende der De Gaule Regierung besiegelt.“

Könnte es wieder oder ähnlich so weitergehen ?
Wer meinte, die großen Bewegungseinschränkungen und Gesundheitsschutzmaßnahmen gegen COVID-19 hätten den Widerstand der Franzosen gegen Macrons Politik mehr als die Polizeirepressionen nachhaltig brechen können, könnte eines Besseren belehrt werden. Die Aktionen am Pfingstsamstag zeigen das Gegenteil. Sie lassen sich weder Streik- noch Demonstrationsrecht nehmen. Man sehe genau auf das Bild in der Headline: Fast ausnahmslos jeder trägt eine Schutzmaske, um den anderen zu schützen. Kein Zeichen von Unmündigkeit, sondern von notwendiger Solidarität, Kraft und Selbstbewusstsein! Auftakt gelungen!

https://www.derstandard.de/story/2000117804452/tausende-demonstrieren-in-frankreich-gegen-sparplan-von-renault?fbclid=IwAR2e3AvPRQLN2hyMabYSst5dlPrviPMr4bjx2tCPXzkIiTFDaVvvxsU1SHM