Selbstverständnis und Ziele des Arbeitskreises

Der Arbeitskreis Internationalismus existiert seit 1994 als Arbeitsgruppe der Industrie-Gewerkschaft Metall in Berlin. Ausgangspunkt unserer Arbeit ist die Notwendigkeit, die internationale gewerkschaftliche Solidarität auf Basisebene zu entwickeln. Und diese Solidarität ist für uns ein Prozess gegenseitigen Austauschs, Lernens und Unterstützens, der durch das gegenseitige persönliche Kennenlernen ein solides Fundament bekommt.

Wir treten für eine basisdemokratische Streitkultur innerhalb der  Gewerkschaften ein: Uns eint die Überzeugung, dass eine Kultur des Stellvertreterdenkens, der (bürokratischen) Überzentralisierung und der instrumentellen Gewerkschaftspolitik in unseren traditionellen Gewerkschaftsorganisationen dazu führt, dass die Bedürfnisse und Interessen der Mitglieder eine immer geringere Rolle spielen und das gewerkschaftliche Leben zunehmend austrocknet.

Im Kampf gegen diese Entwicklung pflegen wir eine eigenverantwortliche und internationalistische Praxis und versuchen nach Kräften, die Selbstorganisation und die Widerstandskraft von abhängig Beschäftigten und ihrer gewerkschaftlichen Basis länderübergreifend zu stärken. Die internationale Organisierung und Vernetzung ist uns auch deshalb ein besonderes Anliegen, weil nur durch den direkten Kontakt und Austausch mit Kämpfenden in anderen Ländern Solidarität organisiert und Lernprozesse in Gang gesetzt werden können. Ob mit Informationsveranstaltungen, transnationalen Workshops oder Solidaritätsaktionen zu Arbeitskämpfen und Betriebsbesetzungen in China, Serbien, Griechenland und der Schweiz oder lebensbedrohten Gewerkschaftern in Kolumbien, Argentinien und Mexiko – wir wollen auf die Anliegen derer aufmerksam machen, die in Arbeitskämpfen und Krisengebieten öffentliche Unterstützung brauchen.

Innerhalb der Gewerkschaften begreifen wir uns als Scharnier zu den außergewerkschaftlichen Netzwerken und sozialen Bewegungen, mit denen wir gleichberechtigt zusammenarbeiten und deren Impulse wir für den gewerkschaftlichen Kampf für besonders wichtig halten. Damit wollen wir die internationalistischen Wurzeln der Gewerkschaftsbewegung weiter entwickeln.