ver.di-Medien-Galerie zu G20-Nachlese bis auf den letzten Platz besetzt

 

Fast 90 Interessierte waren am Freitag, den 23. März, in die ver.di-Medien-Galerie gekommen, um von der Hamburger Rechtsanwältin Gabrielle Heinicke zu erfahren, welche Erfahrungen sie während des G20-Gipfels mit polizeilicher Gewalt machen konnte, wie es um die Beweisaufnahme von Rechtsbrüchen seitens der Demonstrierenden aussieht und welche Ergebnisse zu Anzeigen der G20-Gegner/innen gegen willkürliche Gewalt durch staatliche Sicherheitsorgane vorliegen. Mit Unverständnis und Empörung reagierten die Anwesenden darauf, dass die urspürünglich im IGM-Haus geplante Veranstaltung nach einer Intervention des DGB abgesagt wurde.

Bekanntlich hatte der ehemalige Hamburger Bürgermeister und heutige Finanzmisters der SPD,  Olaf Scholz, nach Ende des G20-Gipfels öffentlich erklärt: „Polizeigewalt hat es nicht gegeben“. Leider sieht die Realität anders aus.

Dies jedenfalls  lässt sich klar aus den beiden Dokumenten entnehmen, die wir hiermit ins Netz stellen:

1. Vortrag von Gabriele Heinicke in Berlin
2. Ergebnis der G20-Demonstrationsbeobachtungen durch das „Komitee für Grundrechte und Demokratie“

 

Vortrag von Gabrielle Heinicke

„Gipfel der Grundrechtsverletzungen

Es gab viele Gründe, gegen die G20 und ihren Gipfel auf die Straße zu gehen. Die 20 „wichtigsten Industrie- und Schwellenländer“ dieser Erde tragen Verantwortung für Hunger und Krankheit, für die Zerstörung der Umwelt, der Infrastrukturen vieler Länder und (Bürger-) Kriege. Die Intervention der reichen Länder führt in den ärmeren zu Krisen und Massenflucht. Der Reichtum Weniger und die Armut Vieler sind zwei Seiten einer Medaille. In der Woche des Gipfels haben mehr als 100.000 Menschen in Hamburg gegen diese Politik protestiert.
Nach der Ankündigung des Innensenators Andy Grote im Mai 2017 sollte der Gipfel ein „Festival der Demokratie“ werden. Regierungschefs mit problematischem Demokratieverständnis sollte gezeigt werden, wie eine lebendige, demokratische, weltoffene Stadt mit „moderner Polizeiarbeit“ funktioniert. Eigens für die Großen Zwanzig wurde in der Elbphilharmonie „Freude schöner Götterfunken“ aufgeführt. Beethovens Neunte – auch für Diktatoren. Der Text der Sinfonie ist Schillers Gedicht „An die Freude“. Für heutige Verhältnisse ganz aktuell beginnt die siebente Strophe mit: „Unser Schuldbuch sei vernichtet, ausgesöhnt die ganze Welt.“ Davon konnte in Hamburg keine Rede sein. Auch das „Festival der Demokratie“ fiel aus.“

Weiter lesen im pdf:
18-03-23 Berlin AK Internationalismus

Geschichte der Eskalation eines einwöchigen Protestgeschehens
Demonstrationsbeobachtung des Komitees für Grundrechte und Demokratie
vom 2. bis 8. Juli 2017 in Hamburg zum G20

„Mit insgesamt 43 Demonstrationsbeobachter*innen haben wir die Proteste gegen den G20 in Hamburg in der Zeit vom 2. bis 8. Juli 2017 begleitet. Es waren vielfältige Formen von Protesten, die wir in dieser Woche beobachten konnten. Der Protest begann also schon Tage vor dem Beginn des G20-Gipfels am 7./8. Juli 2017 in den Hamburger Messehallen. Insbesondere am Freitag, dem „Tag des Zivilen Ungehorsams“, waren viele Kleingruppen unterwegs, die wir nicht alle begleiten konnten. Oft waren wir beeindruckt von den Mengen von Menschen, die von Anbeginn und immer wieder auf die Straße gingen.“

Weiter lesen im pdf:
G20_Protestbeobachtung