Verhaltenskodizes – gutes Geschäft für Arbeitnehmer oder Konzerne?

Eine Diskussion mit Valter Sanchez, Weltbetriebsrat von DaimlerChrysler, Sao Paulo/ Brasilien.

Dienstag, 11.November 2003 um 18:00 Uhr
Im Saal der IG Metall Verwaltungsstelle Berlin
Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin-Kreuzberg
U1/ U15 Hallesches Tor

Die Verabschiedung von Verhaltenskodizes – freiwilligen betriebsinternen Regeln zur Einhaltung gewisser Sozialstandards – ist in den letzten Jahren ein beliebtes Mittel von Weltkonzernen geworden, um die öffentliche Diskussion um ihre soziale Verantwortung in einen Imagegewinn zu wenden. Gewerkschaften begrüßen und fördern das als Stärkung von Arbeitnehmerrechten in einer globalisierten Welt.

Nehmen wir ein konkretes Beispiel – DaimlerChrysler: 1977, Zeit der Militärdiktatur in Argentinien, „verschwanden“ mindestens 15 unabhängige Betriebsräte aus dem Daimler-Werk nahe Buenos Aires, Überlebende klagen die Werksleitung sowie die Führung der offiziellen Gewerkschaft SMATA der aktiven Mithilfe an. Wir wollen der Frage nachgehen, ob solche Verletzungen von Menschen- und Arbeitsrechten heute durch internationale Interessenvertretungen wie den Weltbetriebsrat und Verhaltenkodizes tatsächlich verhindert werden können oder ob Konzerne damit nur Augenwischerei betreiben:

  • Wie sieht die Arbeit eines Weltbetriebsrates konkret aus?
  • Welche Rolle spielt der Verhaltenskodex von DaimlerChrysler auf praktischer Ebene, z.B. im Werk in Sao Paulo oder in Berlin?
  • Tragen Verhaltenskodizes dazu bei, dass Ereignisse wie 1977 in Argentinien heute nicht mehr möglich sind?
  • Was bedeutet der Fall für die Interessenvertretung in einem Weltkonzern, was für die internationale Gewerkschaftsarbeit?

In Zusammenarbeit mit:

fdcl

V.i.S.d.P.: Walter Mayer, IGM Berlin, Alte Jakobstr. 149, 10969 Berlin, Tel.: 25387-117