Berlin 1.8. “ Wanderzirkus für Entsolidarisierung“

Ein  Kommentar im Rückblick!

 „Es sind nicht in erster Linie die „normalen“ Bürger, die am 1.8. hier in Berlin demonstriert haben. Die „normalen Bürger“ wollen mehr und besseren Gesundheitsschutz. Den bietet die Regierung aber nach wie vor vollkommen unzureichend.
Linke, soziale und demokratische Bewegungen müssen einen eigenen Protest auf die Beine stellen. Übergreifend die Sorgen über Klimawandel, Wirtschaftskrise, Militarisierung, Demokratieverlust und nicht zuletzt über die aktuelle Pandemie artikulieren, gegen eine neoliberal politische Agenda der Regierenden den Widerstand  mobilisieren, gegen das Abwälzen der verschiedenen Krisenfolgen auf die breite Bevölkerung. Dabei geht es um Solidarität und nicht um das Ausleben egoistischer Empfindlichkeiten Einzelner zu Lasten von Schwächeren und Allgemeinheit.
 
An einer Schutzmaske ist noch niemand gestorben, am Virus schon sehr viele. Wir müssen daran arbeiten, dass sich die eigentlich Hauptbetroffenen zu wehren beginnen und zusammenschließen. Von unten. Selbstständig . In eigener Regie. Gegen die Abwälzung ALLER Krisen auf ihren Rücken. Die Kollegen in den Fabriken, das Pflegepersonal, die Beschäftigten aus Handel, Transport und Logistik,  die kleinen Büroangestellten, Erntehelfer oder die Sklaven aus den Schlachthöfen. Die Harz 4 Empfänger. Migranten. Und so weiter.
Menschen aus diesen Kreisen findet man in diesem Wanderzirkus der “ Neoliberalen bis Extremrechten Entsolidarisierung“ am 1.8. kaum.  Der Freitag spricht von einem Bündnis  „der temporären Erregung“. Vieles  was Rang und Namen hat im rechten bis rechtextremen  Spektrum in Deutschland hatte  zur Demo aufgerufen (NPD, AFD,  Compact, die faschistische „Patriotic-Opposition-Europe“ organisierte sogar einen eigenen Party-Truck gemeinsam mit den „Corona-Rebellen“, um ihre braune Propaganda mit bunten Girlanden zu verzieren) und man beteiligt sich entsprechend der Empfehlung der Orgnaisatoren bewußt  unauffällig.  Am häufigsten sind noch Reichsbürgerfahnen  zu sehen.  Deren  Träger sammeln  auf dieser Demo „für  Aufrechterhaltung der Grundrechte des Grundgesetzes“ frivol Unterschriften zur Abschaffung eben dieses  Grundgesetzes. Auch Abordnungen aus mindestens  8  weiteren europäischen Ländern sollen laut Aussagen der  Organisatoren an diesem Samstag in der “ Deutschen Hauptstadt“ mit dabei sein. Wir sehen Fahnen aus Österreich, Ukraine, Schweden etc.. Man etikettiert  sich als paneuropäisch, für ein starkes Europa gegen den Rest der Welt.
Daneben sind Esoteriker mit Goldkettchen und sogenannte Freizeitfanatiker bis Ballermann kaum übersehbar. Und natürlich wird ein Sammelsurium von sehr berechtigten Anliegen mitgetragen.  Viele artikulieren vollkommen berechtigt Kritik an der Regierungspolitik, ihre Existenzängste, den persönlichen wirtschaftlichen Absturz und auch den ganz großen, die Kriegsgefahr.  Aber das Ganze ist eben organisiert, initiiert und finanziert von rechten oder AFD nahen  oder rechtsoffen Neoliberalen Unternehmern. Ein Wanderzirkus eben. Und damit in deren festen Händen und Einfluss. Professionell gemanagt von einer Eventagentur. Absolut nicht repräsentativ für die Bevölkerungsmehrheit, für die trotz vieler Demokratielippenbekenntnisse keinerlei Respekt besteht. Bundes -, ja europaweit kostengünstig zusammengekarrt von einem Verband von Busunternehmern. „

Unsere Alternative ist Solidarität! International, weltweit ! Freiheit für die sozial Schwachen. Schranken  für das Kapital!

 

Wer ist der  Hauptorganisator?  Rechter bis rechsextremer Einfluß?

Wir konzentrieren uns auf den Hauptorganisator (Quellen, siehe unten) :
Aufgerufen zum 1.8.  hat „Querdenken 711“ , die Initiative die schon in Stuttgart Demos von „Corona-Leugnern“  organisiert hat:
„Querdenken 711“ – Pressesprecher und ausführende Hand des  Unternehmers Michal Ballweg ist Stephan Bergmann. Er  stellte schon frühzeitig  klar, was er von den aktuellen Sicherheitsregeln hält: Corona sei ein „Fake-Virus“, erlogen von „Fake-Wissenschaftlern“. Die Regierung wolle keine Menschenleben schützen, sondern den Kommunismus einführen. Bergmann sagt: „Scheiß auf das Abstandsgebot!“
Stephan Bergmann ist schon ein toller Typ:
„…Zuvor war er Trance-Coach, Trommelbauer, Sonnentänzer sowie Gründer eines „Vereins für indianische Lebensweisen“. Er arbeite „seit Jahren daran, die Spaltung der Menschen zu heilen“.(…)Stephan Bergmann [hat] Texte verbreitet, in denen vor der „Vermischung der Rassen auch mit Zwangsmaßnahmen“ oder der Züchtung einer „hellbraunen Rasse in Europa“ gewarnt wird. Durch die Vermischung solle der Intelligenzquotient der weißen Bevölkerung gedrückt werden. Bergmann teilt Posts verschiedener rechtsextremer Plattformen und Bilder, auf denen sich über Asylbewerber oder verschleierte Muslime lustig gemacht wird…“
Auf der Demo am 1.8. sang er von Liebe, nachdem er vorher den bekannten  deutschen Holocaustleugner und kürzlich wegen Volkverhetzung verurteilten  Nikolai Nerling herzlich umarmt hatte.

kleine Bilddokumentation zum rechten bis rechtsextremen Einfluss und Beteiligung:

es gab an etwa 10 Stellen Gegenproteste Berliner Bürger, darunter auch Gewerkschafter ,hier ein paar Bilder:

allgemeine Quellen und  zu S. Bergmann und  Quer 711:

https://www.youtube.com/watch?v=CUD9u6mMjV0&feature=youtu.be&fbclid=IwAR1rWsfD9lDtctu-CysxReRslvu7biM39gkPBqcX15Oy7zlvznDiwQjJfKo

https://m.tagesspiegel.de/berlin/dokumentation-der-hass-den-stephan-bergmann-im-netz-verbreitete/26054768.html?utm_referrer=http%3A%2F%2Fm.facebook.com%2F

https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/corona-demo-rechtsextrem/