Veranstaltung über soziale Kämpfe in Israel 2002

Täglich füllt der israelisch-palästinensische Konflikt die Zeitungen. Zugleich ist wenig bekannt über die alltägliche Situation in der Region.

Deshalb haben wir einen Vertreter des WAC–Workers Advice Center (Arbeiterberatungszentrum) nach Berlin eingeladen. Er wird über die Lebenssituation und die sozialen Probleme der ärmeren Bevölkerungsschichten Israels und den Versuch, diese gewerkschaftlich zu organisieren, berichten.

Außerdem wird er die sozialen Interessen hinter dem Nahostkonflikt, sowohl auf der israelischen wie auf der palästinensischen Seite, beleuchten und dessen internationale Bedeutung analysieren.

Soziale Kämpfe in Israel

mit Assaf Adiv, Haifa

Termin: Dienstag, 18. Juni 2002, 19:00 Uhr

Ort: ver.di, Engeldamm 70, 10179 Berlin

Veranstalter: AK Internationalismus in der IG Metall Verw.stelle Berlin und

AG Antirassismus in ver.di Berlin-Brandenburg

Das WAC unterstützt die zahlreichen unorganisierten Arbeiter und Arbeiterinnen in Israel. Seine Hilfe steht allen offen, besonders jedoch den arabischen Bürgern und Bürgerinnen Israels, die von der staatsnahen Gewerkschaft Hista-drut nicht vertreten werden. Die meisten von ihnen arbeiten unterbezahlt im Textilgewerbe, auf dem Bau oder in der Gastronomie. Ihre Probleme haben sich seit den frühen 90ern erheblich verschärft.

Das WAC hat sich als effektive Adresse für arbeitslose arabische Arbeiter und Arbeiterinnen erwiesen, die um ihr Arbeitslosengeld gebracht wurden.

Das WAC ist in Jaffa, in Ostjerusalem und im Norden Israels, in Galiläa, aktiv. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Rechtsberatung und Unterstützung bei Prozessen sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Zudem wirkt es durch soziale Projekte in die Stadtteile hinein und führt jeden Sommer ein Camp für Arbeiterkinder durch.

Das WAC arbeitet am Aufbau einer unabhängigen demokratischen Arbeiterbewegung und kämpft nach wie vor um seine Registrierung als Gewerkschaft.

Das WAC steht für eine Strömung von jüdischen und arabischen Linken in Israel, die für ein anderes Gesellschaftsmodell eintreten. Es setzt sich ein für ein Zusammenleben der arabischen und der jüdischen Bevölkerung.

Das WAC wendet sich gegen die soziale Ausgrenzung der Palästinenser und Palästinenserinnen und strebt einen gemeinsamen Kampf der palästinensischen und jüdischen Arbeiter Israels für ihre Rechte an.

Referent:

Assaf Adiv, Haifa, Israel

Koordinator des WAC

Mitherausgeber der Zeitschriften „Al Sabar“ (arab.) und „Challenge“ (engl.)

Co-Autor von:

„Sharon’s Stars‘ War“ mit Michal Schwartz, Hanitzotz/Sharara Publishing House (engl./ arab.), 1992

„Misgav & Carmiel – Judaization in the Name of Coexistence“ mit Abed el Majid Hussein. Hanitzotz/ Sharara Publishing House, (arab.), 1997

„The Palestinian Working Class Confronts Globalization“, Hanitzotz/Sharara Publishing House, (arab.), 1998

Während der ersten Intifada war Assaf Adif für 18 Monate aus „Sicherheitsgründen“ in Israel inhaftiert. Er wurde damals von Amnesty International betreut

 

V.i.D.d.P.: Walter Mayer, IG Metall Verwaltungsstelle Berlin, Alte Jakobstraße 148, 10969 Berlin, Tel. 030 / 25 18 71 17