Rassismus in der Ukraine

Wir spiegeln hier den erschütternden Bericht eines Afrikaners aus der Ukraine, deren demokratische Vorzüge mit dem Blick auf Russland in vielen unserer Medien  gerne betont werden.  Quelle: Website von The VOICE Refugee Forum Germany – Flüchtlinge und Asyl in Deutschland  

Zeugnis eines afrikanischen Überlebenden und Opfers von täglichem Rassismus, organisiertem Verbrechen und Mafiastrukturen in der Ukraine

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Dokumentation zu Rassismus und Diskriminierung gegenüber Louis Oseloka Abutu und seiner Familie und zu seinem Kampf in der Nigerianischen Community gegen Rassismus in der Ukraine

„Als ich eines Abends gegen Ende April 2014 nach der Arbeit nach Hause kam, fühlte ich mich traumatisiert angesichts der andauernde Erniedrigung und Einschüchterung durch rassistische Gewalt und Schikane in der Ukraine. Insbesondere die Gefahr durch den ukrainischen Militärgeheimdienst „Defense Intelligence Agency“ verhaftet zu werden, war sehr groß. Es kam mir oft in den Sinn, dass es für mich, nachdem ich die Armee als Deserteur verlassen hatte, das Beste wäre, das Land zu verlassen. Dies war in der Tat eine äußerst schwerwiegende Entscheidung für mich, dass ich der rassistischen Verfolgung oder dem Tod durch das Regime entkommen musste und zusammen mit meiner Familie in Deutschland Schutz suchen musste, wenn ich sicher sein wollte zu überleben.“

Mein Name ist Luis Oseloka Abutu. Ich bin in Onitsha, Anambra State, Nigeria geboren. Im Jahr 1997 verließ ich Nigeria und ging in die Ukraine. Dort trat ich der BILIE-Bewegung (Indigene Bevölkerung des Biafra-Landes im Exil) bei und wurde vor einigen Jahren ihr Repräsentant für Osteuropa.

Ich besitze die ukrainische Staatsbürgerschaft. 17 Jahre lang habe ich in der Ukraine gelebt. Seit meiner Ankunft bin ich Rassismus durch die normale Bevölkerung, die Mafia und durch staatliche Behörden ausgesetzt gewesen – wie jeder andere Schwarze Mensch in der Ukraine auch.

Rassismus gegenüber Schwarzen ist ein allgemeines Problem in der Ukraine, wie zahlreiche Dokumente beweisen. Viele meiner Schwarzen Freunde, die wie ich viele Jahre dort gelebt hatten, haben das Land mittlerweile verlassen.

Alltägliche rassistische Erfahrungen, organisiertes Verbrechen und Mafia-Strukturen

Bei vielen Gelegenheit wurde ich Opfer von Rassismus und Bedrohungen durch das organisierte Verbrechen und die Mafia. Wegen des Drucks, unter dem ich durch diese Gruppen, durch Rechtsextreme und Faschisten immer stand, musste ich eigentlich immer um mein Leben kämpfen. Durch den Staat und die Behörden gab es keine konkrete Hilfe. Als Ausländer und Schwarzer war meine Position ihnen gegenüber noch schwächer als die von anderen.

Da es unmöglich für mich war, eine Anstellung in meinem Beruf als Ingenieur zu bekommen, eröffnete ich einen Laden für modische Accessoires.

Nahezu alltäglich passierte es, dass mich Leute auf der Straße rassistisch beleidigten, zum Beispiel indem sie mich fragten, ob ich zuhause mit Affen zusammenleben würde oder ob ich auf Bäumen lebte. Oder man sagte mir einfach, dass man mich nicht mag und dass ich zurück nach Afrika gehen sollte, um Bananen zu essen. Solche Dinge ereigneten sich fast jeden Tag in der Öffentlichkeit.

Doch es gab auch gefährliche Bedrohungen durch das organisierte Verbrechen. Eines Tages wurde ich in einen bedrohlichen Vorfall verwickelt. Drei junge Männer in Anzügen und Sonnenbrillen betraten meinen Laden und begannen, mich mit rassistischen Beleidigungen und Waffen zu bedrohen, damit ich ihre Forderung nach Zahlung einer bestimmten Summe akzeptierte, um einen „Paten“ zu bekommen, der mich beschützen sollte. Die Polizei behandelte diesen Vorfall sehr nachlässig und ineffektiv, wodurch sich in mir der Verdacht nährte, dass sie mit den Leuten, von denen die Drohung kam, in Verbindung steckten.

Eines Nachts im August 2004 wurde mein erstes Auto, ein Opel Vectra, auf den ich lange gespart hatte, von ein paar jungen Männern aus einer Tankstelle gestohlen, wo ich den Wagen über Nacht zum Waschen zu lassen pflegte. Diese Jungen, die dort arbeiteten, hatten mich schon lange Zeit belästigt, indem sie mir rassistische Beschimpfungen zugerufen hatten und von mir verlangten, ihnen mein Auto zu verkaufen. Das Auto wurde gefunden, weil sie es auf dem Weg nach Moldawien in einem Unfall zu Schrott gefahren hatten, man konnte es nicht mehr reparieren. Gegenüber den Dieben wurde eine Strafe unter dem für eine solche Tat üblichen Mindeststrafmaß war. Ich dagegen erhielt für meinen Verlust nie irgendeine Kompensation. Es gab keinen ernsthaften Versuch von Seiten des Staates die Zahlung zwangszuvollstrecken, obwohl ich dreimal zum Gericht gegangen bin, um das durchzusetzen.

Man könnte nun einwenden, das dies zwar kriminell, aber nicht rassistisch war. Doch ich habe das eindeutig als rassistisch wahrgenommen. Die jungen Männer hatten mich lange zuvor schon rassistisch beleidigt, sie hatten mich jeden Tag belästigt. Sie beleidigten mich als „Affe“, fragten mich, wie es mir einfallen konnte, Afrika zu verlassen und in die Ukraine zu kommen, um ihre Autos zu fahren und ihre Frauen zu heiraten. Die Botschaft war also sehr klar: Eine Schwarze Person hat keinen Anspruch darauf, ein Auto zu besitzen – und das gibt dir das Recht, es einfach zu nehmen.

Eines Abends im Jahr 2010 wurde ich von einigen jungen Leuten angegriffen, als ich zusammen mit Sintija von ihrer Gymnastikstunde nach Hause kam. Sintija musste all die rassistischen Beleidigungen und Schimpfwörter mit anhören, die sie mir zuriefen. Sie drohten mich zu töten und begannen mich zu schlagen. Obwohl meine Frau und meine Schwiegermutter die Polizei anriefen, erschienen sie nicht. Ich musste später selbst auf die Polizei gehen und Anzeige erstatten.

Die Leiden meiner Kinder

Am schmerzhaftesten und gefährlichsten war, wie der tagtägliche Rassismus meine Kinder beeinträchtigte. Sie alle bekamen in der Schule Spuren von Rassismus und Mobbing mit, aber besonders David musste darunter leiden und bis jetzt hat er sich noch nicht vollständig davon erholt.

Schon als kleines Kind erlebte er im Kindergarten Isolation von und durch die anderen Kinder.
Beim Spielen machten sich die Kinder über ihn lustig und hänselten ihn wegen seines Schwarzen Vaters. Sie isolierten ihn und nahmen ihm Spielsachen weg, so dass er nicht mehr spielen konnte. Er verhielt sich immer sehr still und hatte Angst mit den anderen Kindern zu sprechen.
Jedes Mal, wenn wir morgens zum Kindergarten kamen, fing er zu weinen an. Ich versuchte ihn anfangs zu überreden, da ich dachte, es sei lediglich normaler Widerwille, wie ihn Kinder manchmal haben, aber seine Leiden hielten an.

Als ich versuchte, mit den ErzieherInnen zu sprechen, nahmen sie es nicht ernst. Wenn die anderen Kinder draußen spielten, ließen sie David für gewöhnlich drinnen. Einmal nahm ein Kind ihm die Brille weg, als er alleine spielte und warf sie über einen Zaun. Als sich David bei den ErzieherInnen beschwerte, glaubten sie nicht ihm, sondern dem anderen Jungen.

Nach diesem Ereignis, nahm ich ihn aus diesem Kindergarten und gab ihn in eine private Einrichtung. Das war im Jahr 2012. Dort verbesserte sich seine Fähigkeit zu sprechen und sich auszudrücken, aber er war schon sechs Jahre alt und es war schon sehr spät dafür.

Etwa fünf Monate später, am 31. Dezember 2012, erlitt er einen völligen Zusammenbruch, der beinahe zu seinem Tod führte. Wir befanden uns auf einer Zugreise nach Kiew, wo wir die Neujahrsfeier begehen wollten. Weil David so schwach war, kehrten wir unmittelbar nach unserer Ankunft in Kiew nach Vinnitsa zurück, wo wir ihn ins Krankenhaus brachten. Dort gaben sie ihm Glukose, weil er keine Kraft mehr hatte. Am Morgen war er schon bewusstlos. Auf den Ratschlag einer Schwester hin wurde er mit der Ambulanz in eine Spezialklinik für Diabetes gebracht. Dort wurde Diabetes diagnostiziert. Im Anamnesegespräch wurden wir nach Diabetesvorkommen in der Familie gefragt. Da es keine Fälle gab, ging der Arzt davon aus, dass das Auftreten der Krankheit eine Folge des psychischen Stresses war, den er durchlitten hat. David lag zu dieser Zeit drei Tage lang im Koma.

Etwa ein halbes Jahr später ereignete sich ein weiteres traumatisierendes Erlebnis. David spielte vor dem Haus, seine Großmutter war bei ihm. Ein Junge kam daher, fing an David als „Neger“ zu beschimpfen und drohte ihn zu töten. Dann nahm er eine Flasche und zerschlug sie auf Davids Kopf. Die Großmutter konnte nichts dagegen tun. Sie rief die Rettung und David und seine Mutter fuhren ins Krankenhaus, wo seine Wunden genäht wurden.

Nach diesem Vorkommnis hatte David sehr viel Angst und wollte nicht mehr nach draußen gehen. Es wurde sehr schwer für ihn, mit anderen Leuten soziale Kontakte aufzunehmen, er blieb die ganze Zeit über im Haus. Selbst wenn er mit mir zusammen nach draußen ging, hatte er Angst, er wollte auch mit mir nicht mehr raus. Auch während der ersten Zeit hier in Deutschland, wollte er nicht alleine in der Schule bleiben, seine Mutter musste bei ihm bleiben.

Mein sozio-politisches Engagement

Seit der Gründung der Nigerianischen Community war meine Persönlichkeit verschiedenen Formen rassistischer Bedrohung und Unsicherheit ausgesetzt.

Die „Nigerian Community“, ein Verein von Nigerianern in Vinnitsa, wurde von mir und anderen Nigerianern am 24.10. 2002 gegründet, ich wurde zum Präsidenten gewählt

Der ursprüngliche Schwerpunkt lag darin, wegen des alltäglichen Rassismus Kinder mit nigerianischem Ursprung zu einer Gemeinschaft zusammenzubringen. Als Präsident der Nigerianischen Community war ich auch in verschiedene soziale Aktivitäten involviert. Im Lauf der Zeit expandierte die „Nigerian Community“ auch über Vinnitsa hinaus und wurde politischer. Wir bildeten ein regelmäßiges Forum, um die Community und die Öffentlichkeit über die Opfer rassistischer Attacken zu informieren, die häufig von den staatlichen Autoritäten ohne den Druck unserer Gemeinschaft ignoriert worden wären.

Wir organisierten uns in Solidarität miteinander, um die gesellschaftlichen und institutionellen Hindernisse zu überwinden und die schwierige Situation zu verbessern, in der man als afrikanischer Flüchtling, Student oder Migrant in der Ukraine lebt. Denn mittlerweile gehörten auch Leute zu uns, die keinen festen Aufenthalt hatten oder die aus anderen Ländern wie Russland und Osteuropa kamen.

Alles in allem war ich sowohl innerhalb der afrikanischen Community als auch bei den ukrainischen Behörden gut bekannt und in meiner Person war ich recht einflussreich.

Die Gefahr, die eine solch exponierte Position mit sich bringt, kann an dem Fall von Patrice Nshimiyeumuremi (2000) aus Ruanda gesehen werden, der der Vorsitzende der „African Union“ war, die es schon lange, bevor ich kam, gab. Er wurde in einem Aufzug in seinem Wohnhaus niedergemetzelt. Der politische Hintergrund der Tat wurde bis jetzt noch nicht aufgedeckt. Sein Tod versetzte die Mitglieder der Schwarzen Community in Vinnitsa in große Angst und auch ich war zu dieser Zeit von starker Furcht erfüllt. Das ging so weit, dass ich jeden Tag Angst hatte, nach Hause zu kommen. Bevor ich das Auto verließ, rief ich jedes Mal zuerst meine Frau an, ob ich in Sicherheit wäre und damit sie das Sicherheitslicht anmachte.

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Die Angriffe auf meine Person wurden immer konkreter und gefährlicher nachdem ich begonnen hatte, im Fall eines jungen nigerianischen Studenten,Zhang Makaya,aktiv zu werden, der um das Jahr 2010 in einem Nachtclub in Vinnitsa ermordet worden war.

Zhang Makaya war ein Student der Piragov Universität für Medizin und Mitglied der Nigerianischen Community. Nachdem er von den Wachleuten der Disko H2o zusammengeschlagen worden war, verstarb er an seinen Blutungen. Der Besitzer des Clubs war Vladimir Produc, ein großer Oligarch, der viele Unternehmen in Vinnitsa kontrollierte und großen Einfluss auf die Behörden hatte. Er war auch ein Freund des damaligen Bürgermeisters Grossmann, der jetzt der Vorsitzende des Parlamentes ist. Janukovic hatte versucht, Produc zum Bürgermeister von Vinnitsa zu machen, was nicht klappte.

Als ca. ein Jahr nach dem Mord noch immer keine Gerechtigkeit in diesem Fall geübt worden war und die Mörder noch immer frei herum liefen, trat der Cousin des Opfers an mich als Vorsitzender der Nigerianischen Community heran. Ich ging deshalb zusammen mit ihm zur Polizei. Schließlich wurde das Verfahren vor dem Appellationsgericht wieder aufgerollt. Nachdem die Mörder während der Ermittlungen in Untersuchungshaft genommen worden waren, kam es zu ernsthaften Bedrohungen gegenüber meiner Person, die immer gefährlicher wurden. Sie begannen mit verbalen Drohungen, setzten sich fort über verschiedene Angriffe auf mein Auto, dann kam es zu physischen Angriffen gegen mich und meine Frau, bis schließlich sogar eines meiner Kinder verfolgt wurde.

Es begann damit, dass mich einer der Verwandten der Mörder auf der Straße aufhielt und mir drohte, dass ich meine Aussage gegenüber der Polizei zurücknehmen sollte. Falls nicht, würden sie mich kriegen, wo auch immer ich wäre.

Als ich das verweigerte, setzten sie ihre Drohungen, Beleidigungen und Übergriffe fort, bis wir die Ukraine verließen.

Einmal kam ich abends zurück in mein Haus und meine Balkon war mit Drohungen und obszönen Beleidigungen beschmiert [„Schwanz“].

Danach begannen die Angriffe auf mein Auto.

Als ich eines Morgens in meine Garage kam, war sie geöffnet, obwohl ich sie am Abend zuvor zugesperrt hatte. Die vier Reserveräder mit Titanfelgen waren gestohlen und alles war mit Kot besprüht. Alles war voll Gestank.

Danach verkaufte ich meine Garage und ließ mein Auto über Nacht in überwachten Parkplätzen – nur wenn ich am nächsten Tag früh verreisen musste, parkte ich meinen Wagen in der Nähe. An einem dieser Tage, als ich schon früh aufbrechen musste, musste ich sehen, dass mein Auto überall mit grün gesprüht war.

Eines Morgens war die Windschutzscheibe zerbrochen.

Wir informierten die Polizei über diese Vorkommnisse, doch ohne Ergebnis. Im Gegenteil – nach einiger Zeit ging ich zum Büro des Polizeichefs des Reviers (Division Police Officer DPO) in meinem Bezirk in Kievskaya, Vinnitsa, um herauszufinden, welche Entwicklungen es gegeben habe hinsichtlich der Ermittlungen bezüglich der rassistischen Attacken gegen mich, des Diebstahls meiner Reservereifen und der Zerstörung der Windschutzscheibe. Überraschenderweise antwortete der Polizeichef sehr unfreundlich mit Drohungen und verbalen Übergriffen und wies mich darauf hin, dass ich hier ein Fremder sei und wenn es mir nicht gefallen würde, was sie hier machten, sollte ich in mein Land zurück gehen. In diesem Moment fühlte ich als hätte ich alles verloren, besonders das Vertrauen in die Behörden und die Justiz.

Gegen Ende 2013 wurde ich dann auf offener Straße angegriffen und verletzt.

Einige Wochen später trafen sie meine Frau außerhalb des Hauses an, als sie schon im 7. Monat schwanger war und schlugen sie dermaßen zusammen, dass sie ins Krankenhaus musste. Während sie im Krankenhaus lag, rief Sintija sie eines Abends an und erzählte ihr, dass sie nach der Schule von einem unbekannten Mann verfolgt und angefasst worden war, der etwas über ihren Vater sagte.
Diese unmittelbare Bedrohung eines der Kinder war das Zeichen für meine Frau, das Land zu verlassen, um das Leben der Kinder zu schützen. Nachdem sie ein Papier unterzeichnet hatte, dass sie das Krankenhaus auf eigene Verantwortung verlässt, ging sie am gleichen Tag nach Hause. Sie nahm David und Sintija und organisierte ihre Flucht aus der Ukraine

Ich blieb, weil ich nicht vor dem Problem davonlaufen wollte. Ich wollte auch mein Geschäft nicht aufgeben und ich wollte, dass Veronika, unsere älteste Tochter, ihre Schule beendet, und jemand musste da sein, um auf sie aufzupassen. Trotzdem, aufgrund der Drohungen gegen mich, mietete ich ein kleines Haus und sie blieb bei der Großmutter in der Hoffnung, dass sie nicht durch den Terror gegen mich bedroht wurde.

Nachdem meine Frau schon das Land verlassen hatte, wurde ich durch die paramilitärische Gruppe „Samaja aboronaja“ („self defence“) zwangsrekrutiert, die mittlerweile Teil der ukrainischen Armee ist. Als mir später klar wurde, dass sie für den Krieg in Slavjansk in der Ostukraine rekrutiert hatten, bekam ich Angst. Aufgrund meiner früheren Erfahrungen mit Rassismus, wusste ich, dass das eine weitere ernsthafte Bedrohung für mich als Schwarzen und Vater von drei Kindern und Ehemann einer schwangeren Frau war. Ich war besorgt um meine 15-jährige Tochter Veronika, die, falls mir irgendetwas zustoßen sollte – als minderjährige Schwarze Jugendliche alleine in der rassistischen Ukraine wäre. Unter diesen Umständen wurde mir die Unsicherheit meines Lebens immer schwerer erträglich.

Als ich eines Abends gegen Ende April 2014 nach der Arbeit nach Hause kam, fühlte ich mich traumatisiert angesichts der andauernde Erniedrigung und Einschüchterung durch rassistische Gewalt und Schikane in der Ukraine. Insbesondere die Gefahr durch den ukrainischen Militärgeheimdienst „Defense Intelligence Agency“ verhaftet zu werden, war sehr groß. Es kam mir oft in den Sinn, dass es für mich, nachdem ich die Armee als Deserteur verlassen hatte, das Beste wäre, das Land zu verlassen. Dies war in der Tat eine äußerst schwerwiegende Entscheidung für mich, dass ich der rassistischen Verfolgung oder dem Tod durch das Regime entkommen musste und zusammen mit meiner Familie in Deutschland Schutz suchen musste, wenn ich sicher sein wollte zu überleben.

Ukraine Passes Law Allowing Military to Shoot Deserters
http://europe.newsweek.com/ukraine-passes-law-shoot-deserters-304911?rm=eu

Organized by Refugee Community in Konradsreuth.
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