Katastrophenszenario ohne Folgen

2012 wurde unter Federführung des Robert-Koch-Instituts eine „Risikoanalyse „Pandemie durch Virus Modi-SARS“ druchgeführt. Das Ergebnis dieses Szanarios war, dass im Falle einer Virusinfektion nach dem Typus des SARS-Virus eine gesundheitliche Katastrophe die Folge wäre, die zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems führen werde und in deren Folge mit bis zu 7,5 Mio Toten zu rechnen sei.  Das Szenario, das sich in weiten Strecken wie eine direkte Vorhersage der gegenwärtigen CORONA-Pandemie liest, hatte jedoch keinerlei praktische Konsequenzen. Die erforderliche Vorbereitung und Ausrüstung des Gesundheitssystems auf eine solche Situation wurde nicht in Angriff genommen.

Doch in der augenblicklichen Debatte hat man eher den Eindruck, dass die politisch Verantwortlichen wie aus heiterem Himmel eiskalt erwischt worden wären. In Wirklichkeit ist das Ganze ein Ausdruck des politischen Versagens und der Pflichtvergessenheit gegenüber der Gesellschaft. Auch wenn dieses Virus einmal seinen Schrecken verloren hat, sollte klar sein: Das heruntergesparte und obendrein stark privatisierte Gesundheitswesen sollte endgültig der Vergangenheit angehören. Das Gesundheitswesen ist eine voll zu finanzierende öffentliche Aufgabe der Daseinsfür- und vorsorge.

Siehe dazu auch den folgenden Artikel von Angela Klein in der SoZ:
Gesundheit ist keine Ware

Es ist erfreulich, dass sich solche Gedanken nicht nur in den kleinen Netzen der radikalen Linken lesen lassen, sondern auch Eingang in die sog. Leitmedien finden. Hier ein Beitrag einer Redakteurin der Süddeutschen Zeitung:
Solidarität auch nach der Krise

Anbei in einem Dokument finden sich in einer Bundesdrucksache die Informationen zu dieser Risikoanalyse von 2012, kurz auf Seite 5f. und dann im Dokumentenanhang zum Schluss ausführlich.
Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012

In dieser TV-Sendung wurde das Thema auch angesprochen:
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-katastrophenschutz-am-limit-100.html