7- Oktober – Welttag für menschwürdige Arbeit

Wolfgang Lemb, Vorstand der IG Metall für transnationale Gewerkschaftspolitik, hat in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau einen Gastbeitrag verfasst. Darin schreibt er u.a.:

„Die Betroffenheit war groß, als 2012 dieBilder vom Brand in der KiK-Zulieferfabrik in Pakistan um die Welt gingen.258 Menschen starben, viele wurdenschwer verletzt. Nie in die Tagesschaugeschafft haben es viele Beispiele vonVerwerfungen eines weltweit agierenden Kapitalismus, die von Kinderarbeitin Westafrika bis hin zu tödlichen Niederschlagungen von Streikenden in Südamerika reichen.

Der Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober bietet die Gelegenheit, erneut auf die Missstände injenen Ländern zu blicken, in denen teils unter rücksichtslosen Umständen Vorprodukte und Waren zur Aufrechterhal-tung unseres Lebensstandards gefertigtwerden. Die IG Metall mahnt schonlange:

Ökologisch nachhaltiges Lebenhierzulande und menschenwürdiges Arbeiten im globalen Süden darf kein Widerspruch sein.

Das Vorstandsmitglied unterstreicht die Bedeutung der Frage und fordert praktische Konsequenzen:

„Dabei geht es nicht „nur“ um billige Kleidung, Schokolade oder Palmöl. Es geht vielmehr um zentrale Technologiebereiche der Zukunft. Die für die E-Mobilität erforderliche Batterietechnikerfordert Rohstoffe, die derzeit nur unter Bedingung der Ausbeutung von Arbeitund Umwelt in Asien, Afrika, Mittel-oder Südamerika gewonnen werden.Anders als dargestellt, handelt es sich hier nicht um gerechte Arbeitsteilung,die auch die Armen reicher macht, sondern um Ausbeutungsverhältnisse, die nur den Eliten zu Gute kommen und oftmals dazu führen, dass vor Ort derLebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen zerstört wird.

75 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage sprachen sich für ein entsprechendes Gesetzaus.Die IG Metall, die DGB-Gewerkschaften sowie viele NGOs aus den Bereichen der Menschenrechts- und Umweltpolitik pochen darauf, dass Unternehmen ihrer Verantwortung in Form eines Lieferkettengesetzes nachkommen sollen. Mehr als 50 Betriebsräte deutscherIndustrieunternehmen von A wie Airbus bis Z wie ZF, die rund eine Millionen Beschäftigte vertreten, haben sich mit der IG Metall für ein solches Gesetzausgesprochen. Und eine ganze Reihe namhafter Firmen.“
(FR, 6.10.2020)