Senegal – Afrika mit der Gewerkschaft

Die diesjährige Globalisierungsreihe des DGB führte mich nach Afrika. Obwohl der Senegal nur ca. 6 Flugstunden von uns entfernt ist, gehen die Uhren „schwarz Afrika“ ganz anders. Wir hatten viele Termine, die selten pünktlich anfingen, einen auch beim dortigen Gewerkschaftsverband „UNSAS“, den es seit 1990 gibt. Dort antwortete man auch mal mit Zahlen auf unsere Fragen, was es sonst leider nicht gab. So erfuhren wir das ein Arbeiter etwa 400 000 CFA-Franc = 615 € pro Monat bekommt. Ja man kann davon leben, aber der Lebensstandart ist mit unseren überhaupt nicht vergleichbar.
Ein großes Problem bereitet aber die Rente, wenn man mit 55 Jahren in Rente geht, erhält man für 3 Monate etwa 10 000 bis 15 000 CFA-Franc ca. 15 – 23 €.
Das ist ein Kampfpunkt der Gewerkschaften, die das Rentenalter herauf setzten möchten, da in Rente gehen völlige Armut bedeutet. Ein weiteres Betätigungsfeld sind die Tagelöhner. 90 % der täglichen Arbeit wird von Ihnen verrichtet, was bedeutet, das sie völlig rechtlos sind, später keine Rente bekommen und was wir Planungssicherheit nennen überhaupt nicht kennen. Ein weiteres großes Betätigungsfeld ist die Steuerpolitik und die Preise für Grundnahrungsmittel. Die Preise für Tomaten, Reis, Zucker und Milch sind feste Preise, da es sich um Importprodukte handelt, aber genau diese sollen herabgesetzt werden, damit sie sich jeder leisten kann. Bei den Steuern besteht ein Problem in dem Umstand, das die „AG“ den Anteil zwar vom Lohn abziehen, aber nicht abführen. Ein paar Informationen:
Die Bevölkerung besteht zu 52 % aus 10 bis 20 jährigen Menschen, was bedeutet, das viele unter 18 jährige zum Einkommen der Familien beitragen. Frauen machen 52 % der Bevölkerung aus. In der Landwirtschaft arbeiten 60 % der Menschen. Eine Industrie gibt es fast nicht.

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