Berlin Lichtenberg: Sperrzone Rechtsextrem

Berlin, 3. Oktober 2010

Zum Auftakt breiter antifaschistischer Bürgerprotest am Bahnhof Berlin Lichtenberg. Der Kiez und viele Berliner haben super mobilisiert . Zivilgesellschaft. VVN-BdA . Gewerkschaften. Antifa-Gruppen. Parteien von Links über Grün bis SPD.

Die Hardcore Nazis „3.Weg“ wollten zum 3. Oktober provozieren. Etwa 2 bis 3 Hundert trafen sich , aus ganz Europa zusammengetrommelt.

Immer mehr Berliner fragen sich: Wann hört es endlich auf, dass Rechtsextreme und auch Rechtsoffene in unsere Stadt einfallen ? Ärgerlich fanden sie das riesige Polizeiaufgebot zur „Begleitung“ der Kundgebung von Antifaschisten und Demokraten. Die Kundgebung fand immerhin viele Kilometer weit entfernt vom Auftritt der Eindringlinge statt. Aber Ehre, wem Ehre gebührt. Der Schutz des Reichstag war der Polizei nicht mal mehr als 3 Beamte wert 😂.

Um 13 Uhr fand eine weitere Kundgebung am Lindenzentrum Hohenschönhausen (Bild 4 bis 7) statt , wieder mit gut 1000 Teilnehmern. Darunter auch Gewerkschafter , Aufstehen Lichtenberg und Pankow. Die Linke ist hier in Lichtenberg unübersehbar. Große Laudatio für die Omas gegen Rechts.“ Alerta, Alerta, die Omas, die sind härter“. In zahlreichen Reden wird gefordert, endlich gegen den ungezügelten Freiraum für Rassismus und Rechtsextremismus vorzugehen. Nicht zuletzt die Berliner Justiz scheint ein Problem damit zu haben. Politischer wie auch gesundheitlicher Schutz der hier Lebenden gegen braunen „Viren“befall aus der Republik und halb Europa interessiert diese Justiz wohl nicht. Der Vorsitzende der VVN-BdA Lichtenberg (Bild 8) fordert von den SPD Finanzministern in Berlin und Bund die Wiederanerkennung der Gemeinnützigkeit der ältesten antifaschistischen Organisation der BRD. Was ist denn mehr gemeinnützig als Antifaschismus und die Verteidigung der Demokratie gegen Rechtsextremismus?

Es gibt fast ein Dutzend weitere Gegenkundgebungen und Aktionen entlang der gesamten geplanten Strecke des Naziaufmarschs, der insgesamt nicht weit vom Fleck kam. Auch ein Fahrradkorso mit ca. 400 Teilnehmern ist dabei. Überall laufen Leute im Kiez und zeigen ein antifaschistisches Gesicht mit Maske.

Am Wartenberg aber zeigt die Polizei gerade wieder ihr „anderes Gesicht“. Mehrere hundert Menschen (unter ihnen VVN-BdA, auch IG Metaller von uns etc.,) werden nahe des Aufstellungsorts der Faschisten eingekesselt und beim Versuch, den Kessel zu verlassen, mit Pfefferspray attackiert. Kesselung, insbesondere in Corona Zeiten ist, gemeingefährlich. Aber was interessiert das die Polizei? Die angereisten Faschisten boten dagegen genug Gründe, ihren Auftritt von Beginn an aufzulösen. Aber die Justiz sieht ein Recht auf Nazi-Propaganda. Den Geist des Grundgesetzes verkörpert diese geschichtsvergessene Vorstellung jedoch kaum.

Schließlich mahnt sogar der Lichtenberger Bürgermeister am Lindencenter die Polizei an, Mäßigung gegenüber dem Protest der Berliner Bürger zu wahren.

Fazit : Lichtenberg wird zum gefühlten Sperrbezirk für Rechtsextreme. So muss es sein, überall in Berlin!

Aufstehen Pankow
Lindencenter
Rede des VVN-BdA Vorsitzenden Lichtenberg
friedliche Blockade
Blockade in Hohenschönhausen