7- Oktober – Welttag für menschwürdige Arbeit

Wolfgang Lemb, Vorstand der IG Metall für transnationale Gewerkschaftspolitik, hat in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau einen Gastbeitrag verfasst. Darin schreibt er u.a.:

„Die Betroffenheit war groß, als 2012 dieBilder vom Brand in der KiK-Zulieferfabrik in Pakistan um die Welt gingen.258 Menschen starben, viele wurdenschwer verletzt. Nie in die Tagesschaugeschafft haben es viele Beispiele vonVerwerfungen eines weltweit agierenden Kapitalismus, die von Kinderarbeitin Westafrika bis hin zu tödlichen Niederschlagungen von Streikenden in Südamerika reichen.

Der Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober bietet die Gelegenheit, erneut auf die Missstände injenen Ländern zu blicken, in denen teils unter rücksichtslosen Umständen Vorprodukte und Waren zur Aufrechterhal-tung unseres Lebensstandards gefertigtwerden. Die IG Metall mahnt schonlange:

Ökologisch nachhaltiges Lebenhierzulande und menschenwürdiges Arbeiten im globalen Süden darf kein Widerspruch sein.

Weiterlesen

Unterstützt die kolumbianischen Bergarbeiter*innen

Die Nationale Gewerkschaft der Beschäftigten der Kohlenindustrie (Sintracarbón) bestreikt das Cerrejón Kohlenbergwerk in Kolumbien, das von drei multinationalen Bergbauunternehmen, Anglo American, BHP und Glencore, betrieben wird.

https://www.labourstartcampaigns.net/show_campaign.cgi?c=4562

Berlin Lichtenberg: Sperrzone Rechtsextrem

Berlin, 3. Oktober 2010

Zum Auftakt breiter antifaschistischer Bürgerprotest am Bahnhof Berlin Lichtenberg. Der Kiez und viele Berliner haben super mobilisiert . Zivilgesellschaft. VVN-BdA . Gewerkschaften. Antifa-Gruppen. Parteien von Links über Grün bis SPD.

Die Hardcore Nazis „3.Weg“ wollten zum 3. Oktober provozieren. Etwa 2 bis 3 Hundert trafen sich , aus ganz Europa zusammengetrommelt.

Immer mehr Berliner fragen sich: Wann hört es endlich auf, dass Rechtsextreme und auch Rechtsoffene in unsere Stadt einfallen ? Ärgerlich fanden sie das riesige Polizeiaufgebot zur „Begleitung“ der Kundgebung von Antifaschisten und Demokraten. Die Kundgebung fand immerhin viele Kilometer weit entfernt vom Auftritt der Eindringlinge statt. Aber Ehre, wem Ehre gebührt. Der Schutz des Reichstag war der Polizei nicht mal mehr als 3 Beamte wert 😂.

Um 13 Uhr fand eine weitere Kundgebung am Lindenzentrum Hohenschönhausen (Bild 4 bis 7) statt , wieder mit gut 1000 Teilnehmern. Darunter auch Gewerkschafter , Aufstehen Lichtenberg und Pankow. Die Linke ist hier in Lichtenberg unübersehbar. Große Laudatio für die Omas gegen Rechts.“ Alerta, Alerta, die Omas, die sind härter“. In zahlreichen Reden wird gefordert, endlich gegen den ungezügelten Freiraum für Rassismus und Rechtsextremismus vorzugehen. Nicht zuletzt die Berliner Justiz scheint ein Problem damit zu haben. Politischer wie auch gesundheitlicher Schutz der hier Lebenden gegen braunen „Viren“befall aus der Republik und halb Europa interessiert diese Justiz wohl nicht. Der Vorsitzende der VVN-BdA Lichtenberg (Bild 8) fordert von den SPD Finanzministern in Berlin und Bund die Wiederanerkennung der Gemeinnützigkeit der ältesten antifaschistischen Organisation der BRD. Was ist denn mehr gemeinnützig als Antifaschismus und die Verteidigung der Demokratie gegen Rechtsextremismus?

Es gibt fast ein Dutzend weitere Gegenkundgebungen und Aktionen entlang der gesamten geplanten Strecke des Naziaufmarschs, der insgesamt nicht weit vom Fleck kam. Auch ein Fahrradkorso mit ca. 400 Teilnehmern ist dabei. Überall laufen Leute im Kiez und zeigen ein antifaschistisches Gesicht mit Maske.

Am Wartenberg aber zeigt die Polizei gerade wieder ihr „anderes Gesicht“. Mehrere hundert Menschen (unter ihnen VVN-BdA, auch IG Metaller von uns etc.,) werden nahe des Aufstellungsorts der Faschisten eingekesselt und beim Versuch, den Kessel zu verlassen, mit Pfefferspray attackiert. Kesselung, insbesondere in Corona Zeiten ist, gemeingefährlich. Aber was interessiert das die Polizei? Die angereisten Faschisten boten dagegen genug Gründe, ihren Auftritt von Beginn an aufzulösen. Aber die Justiz sieht ein Recht auf Nazi-Propaganda. Den Geist des Grundgesetzes verkörpert diese geschichtsvergessene Vorstellung jedoch kaum.

Schließlich mahnt sogar der Lichtenberger Bürgermeister am Lindencenter die Polizei an, Mäßigung gegenüber dem Protest der Berliner Bürger zu wahren.

Fazit : Lichtenberg wird zum gefühlten Sperrbezirk für Rechtsextreme. So muss es sein, überall in Berlin!

Aufstehen Pankow
Lindencenter

VW übernimmt Verantwortung für Kooperation mit Militärjunta

Es hat lange gedauert. Doch jetzt hat sich endlich etwas bewegt, auch wenn einige der ehemaligen von der Repression betroffenen VW-Arbeiter, die sich jahrzehntelang dafür eingesetzt hatten, es nicht mehr erleben konnten. Wir zitieren aus einer Meldung der Süddeutschen Zeitung:

Wolfsburg/Säo Paulo — Volkswagen übernimmt Verantwortung für seine Rolle während der brasilianischen Mili­tärdiktatur von 1964 bis 1985. Nach Informationen von NDR, SWR und Süd­deutscher Zeitung soll im Verfahren um die Kollaboration des Konzerns mit dem damaligen Regime am Donnerstag in Säo Paulo ein Vergleich unterzeichnet werden. Dieser Vergleich beinhaltet Entschädigungszahlungen für ehema­lige VW-Arbeiter in Millionenhöhe. 36 Millionen Reais (rund 5,5 Millionen Euro) soll die brasilianische Tochter von Volkswagen demnach für individuelle und kollektive Entschädigungen bezah­len. Ein großer Teil des Geldes soll an den Opferverband von ehemaligen Mit­arbeitern und deren Hinterbliebenen gehen. Insgesamt geht es um mehr als 60 Betroffene.“ (SZ, 24.9.2020)

2. Septemberwoche: Nix los in Berlin ?

Berlin. Zweite Septemberwoche. Proteste allerorten.

Montag 7.9. Kundgebung zur Freilassung von Juilan Assange.

Dienstag 8.9. Proteste vor dem Kanzleramt gegen den Autogipfel für eine längst überfällige Verkehrswende. Rote Karte für die weitere Bevorzugung des automobilen Individualverkehrs.

Mittwoch 9.9. Kundgebung gegen die Verschleppung und Verwässerung des Lieferkettengesetzes (wir berichteten).

Ebenfalls am 9.9. „Alarmstufe rot“. Die Veranstaltungsbranche hat eindrucksvoll zur Großdemo (Angaben Teilnehmerzahl zwischen 7500 bis 25 000) mobilisiert. Eine Großdemo bei weitgehend disziplinierter Einhaltung der Coronaregeln und trotzdem schärfste Kritik von hart Betroffenen an der Regierungspolitik. Das geht. Die solidarische Hauptbotschaft: Alle müssen die gleichen Rechte haben und gleiche Unterstützung entsprechend ihrer Bedürftigkeit erhalten. Querdenken wra in dem Aktionsbündnis konsequnet nicht geduldet Herbert Grönemeyer hielt eine eindrucksvolle Rede: https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_88544922/veranstaltungsbranche-in-not-herbert-groenemeyer-haelt-flammende-rede.html?fbclid=IwAR3st7y1_ea4ayJwnlXezhfhheigeSU8GShVUmG3q2Xnz0f8BvXm2D-xgRQ

Am Abend des 9.9. dann protestieren tausende Berliner spontan anläßlich der Ereignisse in Mioria gegen die EU Flüchtlingdpolitik.

10.9. und 11.9. tritt das Personal in einer Lichtenberger Klinik in den Streik. motto „Es reicht nicht , wenn die Leute auf dem Balkon klatschen „

Gleichzeitig ab 10.9. umfangreiche Streiks der DHL Mitarbeiter um eine angemessene Lohnerhöhung für 5,5 % mehr Lohn und Gehalt.

Unzählige Menschen folgen in unzähligen Fragen nicht der Regierungspokitik. Sie protestieren diszipliniert auch unter erschwerten Coronaregeln für ihre sozialen Rechte und ihre Zukunft. Und wieviele ballen wohl die Faust zuhause in der Tasche?

Aus den vielen Bächen muss ein kraftvoller Strom werden.

Tag der Erinnerung und Mahnung / 75 Jahre Tag der Opfer des Faschismus

Der AKI ruft auf zur Teilnahme am „Tag der Erinnerung und Mahnung“. Wir veröffentlichen hier einen Aufruf der Berliner VVN/BdA:

Sonntag, 13. September 2020, 14.00 bis 20.00 Uhr auf dem Rosa- Luxemburg-Platz, Berlin Mitte

„Antifaschismus ist gemeinnützig“

Die Veranstaltung wird im 14.00 Uhr von Dr.Hans Coppi, Sohn der 1942 und 1943 von den Nazis ermordeten Mitglieder der Widerstandsorganisation Rote Kapelle, Hans und Hilde Coppi, eröffnet.

Wir diskutieren um 14.30 über den Skandal des Verlustes der Gemeinnützigkeit des Bundesverbandes der VVN-BdA u.A. mit Carsten Schatz, einer der Fraktionsvorsitzenden, DIE LINKE im Abgeordnetenhaus, Cansel Kiziltepe, MdB SPD,  mit Sebastian Walter, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen Fraktion im Abgeordnetenhaus und der Bundesvorsitzenden der VVN-BdA Cornelia Kerth. Moderation Mathias Meisner vom Tagespiegel

Wir reden mit Gesine Lötzsch, MdB DIE LINKE , Tom Erdmann, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Berlin und der Schauspielerin Barbara Thalheim  über den 8. Mai als Feiertag und mit Milan Pavlovic vom Rroma-Informations-Centrum e.V. und weiteren Vertreter*innen der Minderheit, darüber warum das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma im Tiergarten unangetastet bleiben muss und über den Widerstand gegen die Pläne der Bundesbahn.

Vertreter von Hufeisern gegen rechtsFerat Ali Kocak, Linke Neukölln / Links*Kanak und Helin Evrim Sommer, MdB DIE Linke diskutieren über die Neuköllner Neonazi-Terrorserie, das „Versagen“ der Ermittlungsbehörden, NSU.2.0. und warum ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss her muss. 

Wir  begrüßen unser neues Mitglied Robert Stadlober, der Texte von Stefan Heym vertont hat. (https://bit.ly/3hbBnMv)

Wir freuen uns euch die Ausstellung Genozid an Rom*nija in der Ukraine 1941–1944 – Ausstellung zu einem ignorierten Völkermordam Sonntag im Rosa-Luxemburg-Saal des Karl-Liebknecht -Hauses zeigen zu können. (http://www.genocideagainstroma.org/ausstellung/)

Natürlich zeigen wir auch die Ausstellung Der zweite Sonntag im September – Zur Geschichte des OdF-Tages.

Dazu gibt es Infostände befreundeter Organisationen und für Essen und Trinken von Refueat und Morgen wird besser ist auch gesorgt. 

Mehr erfahren

Veranstaltung „Zeit der Repression“

Mitglieder der Gruppe reAKT-AKTION, Lefteris Arabatzis und ein*e online zugeschaltete*r Aktivist*in der Rechtshilfe gegen Polizeiübergriffe berichten über Griechenland.

WO | Regenbogenkino, Berlin-Kreuzberg, Lausitzer Str. 22
WANN | Donnerstag, 17. September 2020, 19:30 Uhr

 

Seit dem Sommer 2019 regiert die Nea Dimokratia in Griechenland. In diesem letzten Jahr ist eine zunehmende Militarisierung der Polizei zu beobachten, Überwachung, Übergriffe und Willkür sind an der Tagesordnung. Besetzte Häuser werden geräumt, es gibt ein neues Strafgesetzbuch und die sozialen Rechte der Menschen an ihrem Arbeitsplatz werden eingeschränkt. Neokonservatismus und staatlicher Autoritarismus drohen, sich mit dem Schlagstock durchzusetzen.

Doch es gibt auch Gegenbewegungen, die sich dieser Angstkultur widersetzen: Schon im Sommer 2019 gab es mehrere kleine und größere Arbeiter*innenkämpfe in Griechenland. Im Herbst 2019 wurden zwei Generalstreiks organisiert. Ärzt*innen und Krankenpfleger*innen stritten während der Corona-Krise für mehr Personal in Krankenhäusern, mehr Intensivstationen und eine bessere Finanzierung des Gesundheitssystems, Lehrer*innen gegen die Privatisierung der Schulen, die Künstler*innen für ein Grundeinkommen während des Lockdowns. Die Kämpfe hatten immer auch einen politischen Inhalt: u.a. für die Beibehaltung des Demonstrationsrechts und die Solidarität mit den Geflüchteten.

Die Referent*innen werden aus erster Hand berichten und die Frage stellen, was die Perspektiven für diese Arbeiter*innenkämpfe gegen die konservative Mitsotakis-Regierung sind.

+++ WICHTIG +++ BITTE BEACHTEN +++ WICHTIG +++ BITTE BEACHTEN
Wer am 17. September kommen möchte, muss sich unter griechenlandsoli@web.de anmelden! Denn wegen der Corona-Regeln ist die Platzzahl begrenzt. Wir berücksichtigen die Anmeldungen in der Reihenfolge ihres Eingangs.

Wer Journalisten bedroht, rüttelt an den Grundfesten der Demokratie!

Laut ver.di dju  gab es am 29./30.8. zahlreiche  Bedrohungen von Journalisten auf den Demos von Querdenken und Rechtsextremisten. Hier die Presserklärung:

„Bei den Demonstrationen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung ist es am Wochenende in Berlin wieder zu zahlreichen Angriffen und Bedrohungen auf Journalistinnen und Journalisten gekommen. „Die Demonstrationen waren teilweise von Gewalt und Hass gegenüber Journalisten geprägt. Journalisten wurden gezielt angegriffen“, erklärte Jörg Reichel, Landesgeschäftsführer der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di Berlin-Brandenburg am Montag in Berlin. „Das rechtsextreme Demonstrationsbündnis aus Querdenken, Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand, Corona-Rebellen, Reichsbürgern, Shoa-Leugnern, AfD, NPD und Identitärer Bewegung ist eine Bedrohung für die Demokratie und die Pressefreiheit.“

Nach den vorliegenden Informationen der dju in ver.di wurden zwei Redaktionen bedroht, sieben Fernseh-Kamerateams (mit jeweils zwei bis drei Personen) sowie 15 weitere Journalistinnen und Journalisten wurden bedrängt, beleidigt, bespuckt und geschlagen. Zudem mussten auch zwei Behinderungen der Pressearbeit durch die Berliner Polizei und die Bundespolizei festgestellt werden. Besonders brutal war ein Angriff auf vier Journalistinnen und Journalisten durch eine Gruppe von zehn bis 15 Aktivisten der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ in der Nähe des Brandenburger Tors am Samstagnachmittag. Die Pressevertreter*innen wurden massiv angegriffen, bedrängt, beleidigt und mit den Worten „Ihr werdet totgemacht“ bedroht.

„Es ist einfach unerträglich, dass Medienvertreter bei der Ausübung ihres Berufes so bedroht werden und mit Parolen wie ,man wird Dich hängen‘ oder ,Die Kammern sind schon offen‘ beschimpft werden“.

Wer die Pressefreiheit angreift, insbesondere durch Progromstimmungen eine freie Berichterstattung behindert, der greift auch die Meinungsfreiheit in ihren Grundfesten an !
Unsere Gegenproteste von der IGM am Wochenende verstehen wir  als ein Zeichen der Solidarität auch mit unseren Journalistenkolleg*’innen und der Verteidigung der Meinungsfreiheit, die von Teilnehmern der Querdenken Demo immer unmittelbarer bedroht wird.

 

„Sturm auf den Reichstag“ – und zurück zum Alltag?

Hatten die meisten Medien die erste Manifestation der „Querdenker*innen-Demo am 1. August noch weitgehend als selbständiges Ergebnis dieser Bewegung betrachtet und das Auftreten der rechten Szene darin eher als unliebsames Nebenprodukt behandelt, so ist diese Betrachtungsweise jetzt  völlig blamiert. Jedem, der es wissen will, muss klar sein, wer hier das Drehbuch schreibt, die Begriffe mit Inhalt füllt und die wichtigsten Kader zur Verfügung stellt.  Natürlich konnte niemand, der sich ernsthaft mit der Mobilisierung der Rechten befasst hat, von der versuchten Stürmung des Reichstags überrascht gewesen sein. Sie haben das offen propagiert und keinesfalls klandestin behandelt.  So ist auch dieses „Übersehen“ nur ein erneuter Markstein für die politische Befangenheit weiter Teile der Politik und der Exekutive gegenüber  dem rechten Rand, der sich eigentlich in der Mitte befindet. Bekanntlich ist es mittlerweile traurige Normalität, dass diese sich als Freiheitsbewegung maskierende Szene jeden, der ihnen deutlich entgegentritt, nicht nur mit dem Tod bedrohen kann, sondern dies in mehr als 200 Fällen bereits wahr gemacht hat. Es ist Zeit, dass Zivilgesellschaft und Politik diese Bedrohung Ernst nehmen und ihr unmissverständlich den Kampf ansagen.

Waren die Gegenproteste am 1. August noch gespenstisch gering ,eher hilflos und zersplittert, so hat sich dies mittlerweile deutlich verbessert. Das dokumentiert der große Kreis der Unterstützer*innen, die zur Kundgebung auf dem Bebelplatz aufgerufen haben. In der Spitze demonstrierten dort (laut Angaben der Veranstalter )  bis zu 1500  Antifasch*istinnen. An anderen Orten war zudem ein fantasiereicher „mutiger“ fliegender Protest organisiert.   Von der IGM zeigte ein kleiner Kreis von Kollegen vom Arbeitskreis Internationalismus , der  Senioren und der Jugendvertretung Flagge.  Unser AKI Transparent lautet „Freiheit ohne Solidarität und Schutz der Schwachen ist ein rechtes Programm.“  Wir fügen hinzu, auch ein neoliberales Programm.

Die Zahl der Berliner, die selbst vor Ort Gesicht zeigten, stand  noch in keinem Verhältnis zu dem, was auf dem Spiel steht. Antifaschistischer Protest   und couragiertes Eintreten für Demokratie müssen wachsen und unübersehbarer werden.  Gerade wir als Gewerkschafter*innen haben hier noch ein riesiges Feld zu beackern. Daneben aber gilt, was wir in unserem Rückblick zum 1.8. bereits schrieben:

„Linke, soziale und demokratische Bewegungen müssen einen eigenen Protest auf die Beine stellen. Übergreifend die Sorgen über Klimawandel, Wirtschaftskrise, Militarisierung, Demokratieverlust und nicht zuletzt über die aktuelle Pandemie und ein kaputtes Gesundheitssystem artikulieren, gegen eine neoliberal politische Agenda der Regierenden den Widerstand  mobilisieren, gegen das Abwälzen der verschiedenen Krisenfolgen auf die breite Bevölkerung. Dabei geht es um Solidarität und nicht um das Ausleben egoistischer Empfindlichkeiten Einzelner zu Lasten von Schwächeren und Allgemeinheit.“

Als linke Gewerkschafter meinen wir: Eine solidarische Gesellschaft und eine breite  solidarische Protestbewegung  gegen die aktuelle neoliberale Politik geht nur, wenn gleichzeitig unmißverständlich all denjenigen die Stirn geboten wird, die den Ungeist der Entsolidarisierung weiter auf die Spitze treiben  und dem  Rechtsextremismus die Türen öffnen. „Freiheit“  ohne Betonung des Schutzes der sozial Schwachen ist kein Solidaritätskonzept.   Und  „Make Germany great again“ ist kein Friedenskonzept.

Zu den  neuen Entwicklungen im Demonstrationsgeschehen diesbezüglich  um den Corona-Lockdown empfehlen wir den Artikel von Gerhard Hanloser, Telepolis 1. September 2020,

Ressentiment und Souveränismus

https://www.heise.de/tp/features/Ressentiment-und-Souveraenismus-4882805.html

Die Klima Krise macht nicht Pause! Im September nimmt die Protestbewegung neuen Anlauf !

vom 23.9. bis 28.9. finden die Proteste für Kohleausstieg und Klimagerechtigkeit im Rheinland statt . Das Bündnis Endgelände bittet um Unterstützung des Aufrufs, um Beteiligung oder auch um Öffentlichkeitsarbeit:

„Liebe Freund*innen der Klimagerechtigkeit,

Das Ende Gelände Bündnis steht für Massenaktionen zivilen Ungehorsams, die seit 2015 immer wieder erfolgreich auf die zerstörerische Braunkohle-Industrie in der Lausitz und im Rheinland aufmerksam machen. Im Jahr 2019 waren die Klimaproteste in Deuschalnd so groß wie nie und Ende Gelände ist an gleich zwei unglaublichen Aktionswochenenden an die Orte der Zerstörung gegangen: Ins Rheinische Braunkohlerevier im Juni und ins Lausitzer Braunkohlerevier im November. Dabei haben wir solidarisch mit Alle Dörfer bleiben,  deren Dörfer für die Erweiterung der Tagebaue verschwinden sollen und denen Zwangsumsiedlung droht, für den sofotigen Kohleausstieg  gekämpft. Doch trotz des massiven gesellschaftlichen Drucks unternehmen Politiker*innen nichts gegen die Klimakrise. Stattdessen wird der Kohleausstieg bis 2038 verlängert, wurde mit Datteln IV ein neues Kohlekraftwerk ans Netz genommen und RWE reißt die Landstraße L277, die letzte Schutzlinie zwischen den Dörfern und dem Tagebau, ab. Das werden wir nicht hinnehmen!

Auch dieses Jahr werden wir für den sofortigen Kohleausstieg kämpfen, mit Masken und einem der Situation angemessenen Hygienekonzept. Gemeinsam sagen wir: Alle Dörfer bleiben!

Wir rufen dazu auf, sich unserer Aktion vom 23.- bis zum 28.09.2020 anzuschließen und gemeinsam zu zeigen: Kohleausstieg bleibt Handarbeit! Wir freuen uns über jede Organisation, die sich solidarisch mit uns zeigt und den Aufruf zur Ende Gelände-Massenaktion 2020 mit ihrer Unterschrift unterstützt. Denn je mehr Menschen hinter uns stehen, desto deutlicher wird unser gemeinsamer Kampf!

Bitte meldet euch bis zum 01.09. zurück: mobi@ende-gelaende.org

Ihr findet den Aufruf sowohl im Anhang als auch auf unserer Website: https://www.ende-gelaende.org/aufruf-2020/

Falls ihr Veranstaltungen oder Aktionstrainings organisieren wollt, könnt ihr euch gerne bei uns melden: veranstaltungen@ende-gelaende.org
Auch kann ab jetzt Mobi-Material angefordert werden, Bestellungen an mobi@ende-gelanede.org. Mehr dazu in Kürze hier: https://www.ende-gelaende.org/mobi-material/

Parallel findet der

6. Globaler Klimastreik vom 25. bis 26.9.2020 statt

Am 25.09. wird auch in Berlin der 6. Globale Klimastreik stattfinden, hier der Link . Termin bitte vormerken .

https://fridaysforfuture.berlin/events/kategorie/streiks/

 Und der AKI engagiert sich weiter für die Stärkung des Berliner öffentlichen Nahverkehrs . Gegen die Privatisierung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn !

hier der Link zur website des Bündnisses:

https://www.eine-s-bahn-fuer-alle.de/

 

Hier der Aufruf Endegelände im Wortlaut:

Dezentrale Blockadeaktionvon Ende Geländeim Rheinlandvom 23.-28. September 2020!

Wir sagen: Ende Gelände! -Ungehorsam für Klimagerechtigkeit weltweit! Kohle stoppen, Dör-fer retten, Kapitalismus abbaggern!Das Kohle-Verlängerungs-Gesetz hält die Kohle mit Milliarden Euro weitere 18 Jahre am Leben. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen der Klimakrise und der Klimagerechtigkeitsbewegung weltweit. Dieses politische Komplettversagen macht es unmöglich, die Erderhitzung unter den kriti-schen 1,5 Grad zu halten. Jetzt gilt erst recht: Kohleausstieg selber machen!Alsokommt mit uns vom 23. bis 28. September zu den Orten der Zerstörung im Rheinland! Die Blo-ckaden werden zwischen dem 25. und 27. September stattfinden, aber plant genug Zeit für Vor-und Nachbereitung ein.Mit unseren Körpern stellen wir uns schützend zwischen die Kohle-Bagger und die bedrohten Dörfer. Wir sorgen für den sofortigen Kohleausstieg und läuten einen grundlegenden Sys-temwandel ein.Hitzerekorde, Waldbrände, auftauende Permafrostböden -während die Klimakrise sich zuspitzt, wer-den erneut milliardenschwere Rettungspakete für zerstörerische Konzerne geschnürt. Egal ob Klima-krise oder Covid-19, die Regierung schützt lieber das kapitalistische System, anstatt eine klimagerech-te Zukunft und eingemeinwohlorientiertes Gesundheitswesen für alle zu schaffen. Die Covid -19-Pandemie kostet weltweit Leben und verschärft Ungerechtigkeiten. Die Klimakrise zerstört dauerhaft die globalen Lebensgrundlagen. Im nächsten Jahrzehnt entscheidet sich, ob sich die schlimmsten Fol-gen noch abwenden lassen. Deshalb: Wir achten darauf, Infektionen zu vermeiden, gleichzeitig kön-nen wir nicht länger warten. Gemeinsam leisten wir zivilen Ungehorsam und stoppen selbst die fossile Energieproduktion. Das ist auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit: Diejenigen, die am wenigsten zur Erderhitzung beitragen, leiden schon jetzt am meisten unter den Folgen.Die Welt, in der wir leben wollen, ist eine klimagerechte Welt –ohne fossile Energien, egal ob Kohle, Gas oder Öl, undohne Klimazerstörung für Profite. In einem kapitalistischen Wirtschaftssystem ist das nicht möglich: Wachstumszwang und Profitmaximierung gehen nicht ohne Ausbeutung von Men-schen, Tieren und Natur. Kohlekonzerne wie RWE zerstören das Zuhause von Menschen weltweit. Im Rheinland sollen für den Kohle-Tagebau noch ganze Dörfer abgebaggert werden. Die Energiekonzer-ne müssen vergesellschaftet werden, damit wir demokratisch über die Produktion entscheiden können. Ihr Privateigentum an fossilen Ressourcen ist undemokratisch.Wir stellen uns diesem zerstörerischen Wahnsinn in den Weg. Mit unseren Körpern blockieren wir die Bagger, damit alle Dörfer bleiben -im Rheinland und weltweit.Unsere Aktionsform ist eine offen angekündigte Blockade mit vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten. Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten, mit Maske und Hygienemaßnahmen werden wir uns und andere schützen. Von uns wird keine Eskalation ausgehen und wir gefährden keine Menschen. Wir wollen eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmenden transparent ist und in der wir aufeinan-der achten und uns unterstützen.

Der Kampf gegen die Kohle geht in die nächste Runde! Kapitalismus stoppen, Klima schützen!Auf geht‘s, ab geht‘s, Ende Gelände“