Briefwechsel des AKI mit Jürgen Peters und Erich Klemm nach dem Tomuschat-Bericht

Ria Reich, AKI, schreibt am 12. Dezember 2003 aus Buenos Aires:

Lieber Kollege Klemm, lieber Kollege Peters,

ich halte mich gerade in Buenos Aires/Argentinien auf.

Unser Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin beschaeftigt sich schon einige Zeit mit den „Verschwundenen von Mercedes Benz in Argentinien“. Von daher ist es nahe liegend, dass ich die Kollegen hier kennengelernt und Euch von diesen Gespraechen berichten moechte. Weiterlesen

Pressestimmen zur Veröffentlichung des Tomuschat-Berichts am 8. Dezember 2003

Frankfurter Rundschau vom 9.12.2003, S.1
VON G. RENZ (STUTTGARTI UND S. HEBEL (FRANKFURT A. M.)

Gutachten spricht Daimler trotz Kollaboration mit Folterern frei
Gut ein Dutzend Mitarbeiter von Mercedes-Benz -verschwanden zur Zeit der Diktatur in Argentinien. Ein Gutachten spricht den Konzern frei von Schuld.

Matthias Kleinert, der „Außenminister“ von Daimler-Chrysler, kann Unmut nur unzureichend verbergen. Fragen nach Gabriele Weber beispielsweise sind lästig. Denn die in Argentinien lebende Journalistin hat das für den Konzern unangenehme Thema ins Rollen gebracht: 14 Gewerkschafter von Mercedes Benz Argentinien sind in. den Jahren 1976 bis 1983 verschleppt worden- teilweise vom Werksgelände weg. Weiterlesen

Einladung zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung: Ausgepreßt und weggeworfen?

Argentinische Gewerkschafter in Europa auf Solidaritätsreise

In diesem Jahr sind es 25 Jahre her. Der Putsch der chilenischen Generäle und das sich anschließende Blutbad 1973 machte damals den Weg frei für die ersten Praxisversuche der sog. „Chicago Boys“, Die Pinochet-Diktatur holte bedeutende Repräsentanten dieser neuen Doktrin ins Land, um mit ihrer Hilfe ein Wirtschaftskonzept zu erproben, dessen Voraussetzung die „Befreiung“ der Arbeiter von freien Gewerkschaften war. Mehr erfahren

„Beihilfe zum Mord verjährt nicht“ – Bericht zur Veranstaltung vom 2. Juni 2003

Vor gut 35 ZuhörerInnen referierte die Journalistin Gaby Weber zuerst die genauen Vorwürfe gegen José Rodriguez, den Vorsitzenden der argentinischen Automobilarbeitergewerkschaft SMATA. Sie zitierte einen Brief von Rodriguez an das Arbeitsministerium, in dem er die Entlassung verschiedener Mercedes-Arbeiter fordert und ihnen Verbindungen zum „Terrorismus“ unterstellt. Mehrere der (namentlich genannten) Kollegen sind später während der Militärdiktatur „verschwunden“. Sie benannte außerdem einen Haustarifvertrag zwischen SMATA und Mercedes Benz, in dem dem Gewerkschaftsvorsitzenden ein Prozent des Umsatzes zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt wird; im Gegenzug sollten en Betrieb störende „Elemente“ „ausgemerzt“ werden. Weiterlesen

Beihilfe zum Mord verjährt nicht – Daimler Benz Argentinien

1976 –1983 wurden mindestens 14 unabhängige Betriebsräte von Daimler Benz Argentinien verschleppt, gefoltert und ermordet. Bis heute gibt es keine vollständige Aufklärung über die Beteiligten und Täter.

Dahingegen hat die gelbe Gewerkschaft SMATA 1975 mit Daimler Benz ein Tarifabkommen 18/75E geschlossen, damit flossen 1% des Umsatzes in die Gewerkschaftskassen. Über dieses Geld konnte allein ihr Vorsitzender José Rodríguez verfügen.

Der Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Verwaltungsstelle Berlin unterstützt die Forderung von GewerkschafterInnen aus aller Welt nach Rücktritt des Exekutivmitglieds des Internationalen Metallarbeiterbundes, José Rodríguez, sowie die vollständige Aufklärung der Ermordung der Betriebsräte bei Daimler Benz Argentinien. Mehr erfahren

„Wir übernehmen“ – Selbstverwaltete Betriebe in Argentinien

Juan Pablo Hudson:

„Wir übernehmen“

 

Flyer wir übernehmen

Seit 14 Jahren selbstverwaltete Betriebe in Argentinien, eine militante Untersuchung
herausgegeben und übersetzt von Alix Arnold und Gabriele Schwab

 

Argentinien im Jahre 2001:
Krise, Aufstand, Sturz der Regierung und neue Formen der Selbstorganisierung. Statt der Pleite zuzusehen, übernahmen Arbeiter_innen ihre Betriebe. Trotz aller Widrigkeiten bestehen die meisten heute immer noch, neue kommen hinzu. Betriebsbesetzungen gehören inzwischen in Argentinien zum Repertoire des Arbeiter_innenwiderstands. Aus der Not ist ein Reichtum an Erfahrungen entstanden, die über das Bestehende hinausweisen und andernorts aufgegriffen werden.

Hudson hat sich nicht nur mit den spektakulären Anfängen der Bewegung, mit Besetzungen und heftigen Kämpfen um Fabriken beschäftigt. Er hat die Compañer@s verschiedener übernommener Betriebe in Rosario jahrelang begleitet, als Forscher und Unterstützer.

Sein Buch ist eine Collage aus Geschichten, Reflexion und Analyse, Berichten der Arbeiter_innen und Tagebuchnotizen zum Untersuchungsprozess.
So entsteht ein vielschichtiges Bild der Selbstverwaltungserfahrungen. Ohne vorschnelle Antworten zu liefern, inspiriert es zum Nachdenken.

 

Vortrag und Diskussion mit Juan Pablo Hudson.

Wir übernehmen. Selbstverwaltete Betriebe in Argentinien

Am Dienstag, 28. April, 19 Uhr

im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin, Hof, Aufgang 3, 1. Stock, Versammlungsraum

In Kooperation mit

Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin, Buchladen Schwarze Risse,
Forum Betrieb Gewerkschaft soziale Bewegungen, Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, CONTRASTE- Monatszeitung für Selbstorganisation, „Hände weg vom Wedding“
im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Organize! – weltweite Perspektiven von Selbstorganisierung“

Solidarität aus Lateinamerika für Griechenland

Argentiniens Regierung: neoliberale Politiken reißen Völker in Arbeitslosigkeit und Elend. Bolivarische Allianz erklärt Unterstützung

Von Alice Kohn, Eva Haule
amerika21

Buenos Aires / Caracas. Die Regierungen Argentiniens und Venezuelas sowie die Mitgliedsländer der Bolivarischen Allianz (Alba) haben sich in öffentlichen Stellungnahmen zur Situation in Griechenland geäußert und ihre Unterstützung für die Bevölkerung und die Regierung des südeuropäischen Landes ausgedrückt.

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Werkschau Gaby Weber im „Lichtblick“-Kino

 

Gaby Weber arbeitet seit fast vierzig Jahren als Journalistin, seit 30 Jahren als Auslandskorrespondentin für deutschsprachige Medien aus Uruguay und Argentinien. Sie lebt aber auch mehrere Monate des Jahres in Berlin-Wedding. Sie ist Autorin mehrerer Dokumentarfilme. Für ihre Recherche über die verschwundenen Betriebsräte von Mercedes-Benz Argentina ist sie von der Stadt Buenos Aires ausgezeichnet worden.

Im Lichtblick-Kino ist nun eine kleine Werkschau mit 4 ihrer Filme zu sehen, darunter ihr neuster Film Tödliche Agri-Kultur – Wie Monsanto die Welt vergiftet zu den verheerenden Machenschaften Monsantos in Argentinien. Die Regisseurin ist bei allen Vorführungen anwesend. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie auf diese Reihe hinweisen würden.

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VW und Mercedes Benz: Komplizen der Militärdiktaturen in Brasilien und Argentinien? – Überlebende der Folter belasten Manager der Tochterunternehmen der deutschen Konzerne –

Abendveranstaltung mit:

Lúcio Bellentani (ehemaliger Arbeiter von VW Brasil in São Paulo) und Héctor Ratto (ehemaliger Arbeiter bei Mercedes Benz in Buenos Aires), Heike Hänsel (MdB, Die Linke), Wolfgang Kaleck und Claudia Müller-Hoff (beide ECCHR)

 

Zeit: Dienstag, 7. November 2017, 19 Uhr

Ort: Münzenbergsaal, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mehring-Platz 1, 10243 Berlin / Sprachen: Deutsch, Spanisch, Portugiesisch mit Simultan-Verdolmetschung / Eintritt frei!

Lúcio Bellentani arbeitete zwischen 1964 und 1972 bei Volkswagen do Brasil als Werkzeugmacher. Im Juli 1972 verhafteten ihn Geheimpolizisten an seinem Arbeitsplatz im VW-Werk in São Bernardo do Campo – unter den Augen des VW-Werkschutzes. Er wurde ins Folterzentrum DOPS verschleppt. Laut Bellentani war der Chef des VW-Werkschutzes aktiv an seiner Verhaftung beteiligt: Der VW-Mitarbeiter soll ihm bei der Verhaftung eine Waffe an den Rücken gehalten haben.

Héctor Ratto wurde im August 1977 von Juan Tasselkraut, dem damaligen Produktionsleiter des Mercedes-Werks in Buenos Aires, in sein Büro gerufen, wo zwei Polizisten auf ihn warteten. Die Polizisten verschleppten ihn in eine Kaserne, wo er gefoltert wurde. Ratto sagte in einem Gerichtsverfahren aus, dass ihn Tasselkraut persönlich den Sicherheitskräften übergeben und diesen außerdem die Adresse des Mercedes-Arbeiters Diego Nuñez mitgeteilt habe. Nuñez „verschwand“ daraufhin, bis heute fehlt jede Spur von ihm.

Welche Verantwortung tragen VW do Brasil und Mercedes Benz Argentina – und deren Mutterkonzerne in Deutschland – für die Verhaftungen und Folterungen von Gewerkschaftern während der Militärdiktaturen in Brasilien und Argentinien? Wäre die Mitwirkung von VW- und Mercedes-Managern an der Verhaftung als Beihilfe zur Folter zu werten?

Folter und damit die Verbrechen gegen Bellentani und Ratto verjähren nicht. In Brasilien ermittelt seit 2015 die Staatsanwaltschaft; in Argentinien läuft seit Jahren ein schleppendes Verfahren gegen Mercedes Benz-Mitarbeiter. Was fordern die Überlebenden heute von den deutschen Konzernen? Gibt es in Deutschland rechtliche Mittel und Wege gegen VW und Mercedes Benz wegen der Beteiligung an den Diktaturverbrechen vorzugehen?

Eine gemeinsame Veranstaltung von: Rosa-Luxemburg-Stiftung, ECCHR, FDCL, Dachverband Kritische Aktionäre, KoBra, Lateinamerika Forum – Foro de las Américas Berlín, Lateinamerika Nachrichten, Nachrichtenpool Lateinamerika, Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall, LabourNet Germany und medico international.