Blanker Druck (Drohungen vor Griechenland-Abstimmung des Bundestages)

ATHEN/BERLIN (Eigener Bericht) – Mit der erneuten Drohung mit einem „Grexit auf Zeit“ hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble den Druck auf Griechenland aufrecht. Ein Schuldenschnitt für das Land sei nur außerhalb der Eurozone möglich, behauptete Schäuble am gestrigen Donnerstag zum wiederholten Mal. Damit stellt sich der Minister weiterhin gegen mehrere EU-Amtskollegen, den IWF sowie US-Finanzminister Jacob Lew, der gestern persönlich bei Schäuble intervenierte.

Während der Bundestag am heutigen Freitag dem sogenannten neuen Hilfspaket für Griechenland zustimmen und damit die deutschen Spardiktate fortschreiben wird, berichten Hilfsorganisationen von deren katastrophalen Folgen. Demnach sterben Kinder in griechischen Krankenhäusern, weil nicht mehr genügend Infusionsnadeln beschafft werden können; in griechischen Kinderheimen seien Grundnahrungsmittel mittlerweile „Mangelware“. Mitte dieser Woche sind in Athen erstmals wieder Massenproteste laut geworden. Mit weiteren Streiks und Demonstrationen wird gerechnet. Gleichzeitig konstatieren Beobachter, dass es den alten Eliten des Landes nicht mehr gelingt, mit Hilfe der Medien auf die Stimmung in der Bevölkerung wirksam Einfluss zu nehmen. Die ideologische Kontrolle schwindet.

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German Foreign Policy

 

EUROGENDFOR

Erstmals wird jetzt die EU-Privatarmee auf einen Einsatz vorbereitet, die sich für den Abmarsch nach Griechenland bereit macht. Kaum ein Europäer kennt diese Geheimtruppe, die auf den Namen EUROGENDFOR hört. Was es damit auf sich hat, verrät der folgende Bericht:

Bericht bei uhupardo

 

 

„Dumme und weise Gläubiger“

Dem US-amerikanische Ökonom Jeffey Sachs kann man keine ausgeprägte Sympathie für nicht-kapitalistische Ökonomien unterstellen. Im Gegenteil:Er hat sich „verdient“ gemacht  für die Überführung der ehemaligen Sowjetunion als neuem Akteur kapitalistischer Ökonomie per Schocktherapie, bzw. durch die Methode des „Urknalls“ wie er das damals nannte. Auch die Reintegration des ehemaligen Jugoslawiens hat er in seiner Beratertätigkeit so befördert, dass von dieser Förderation nicht mehr viel übrig blieb. Doch er hat Erfahrung, durch welche ökonomischen Maßnahmen Gläubiger eine Chance haben verliehenes Geld auch so zurückzubekommen, dass sich der Transfer lohnt. In einem Artikel in der SZ unter dem Titel „Eine Bitte an Deutschland“ formuliert er eine Reihe interessanter Einsichten, die aber in der Bundesregierung gerade nicht gern gehört werden, oder diese einfach nicht interessiert. Weiterlesen

Die Etappenschlappe

Die griechische Syriza-Regierung hat gegen die schiere Allmacht einer deutsch geführten EU eine Niederlage erlitten. Die europäische Linke hat deren Fehler zu analysieren und aus ihnen zu lernen.

jW-Artikel von Von Thomas Sablowski

Die Etappenschlappe

Junge Welt 18-7-2015

„Wir haben ihre Macht unterschätzt“

Gespräch mit einem Journalisten der französischen Internet-Zeitschrift mediapart zu den Verhandlungen mit der Troika

Ein führendes Mitglied der griechischen Delegation, die mit den europäischen Geldgebern verhandelte, hat sich zu einem Treffen mit dem Mediapart-Korrespondenten Christian Salmon letzte Woche in Athen bereit erklärt.  Unter der Bedingung, dass sein Name nicht veröffentlicht wird, sprach er detailliert über die langwierigen und harten Verhandlungen zwischen der im Januar gewählten radikal-linken Syriza-Regierung und den internationalen Geldgebern. Bei den Verhandlungen geht es hauptsächlich um die Bedingungen eines neuen Hilfspakets für das von Schulden geplagte Land. Das fast zweistündige auf Englisch durchgeführte Interview fand nur einige Tage vor dem griechischen Referendum über die damals von den Geldgebern angebotenen Bedingungen für ein im Kern drastisches Sparmaßnahmenprogramm statt.

aus einer Attac-Liste

Den ganze Interviewtext zu lesen gibt es hier:

Artikel in der „LUXEMBURG“

Griechenland-Krise: Warum die einfachen Wahrheiten nicht stimmen

Das Kampagnenbüro Campact hat dazu ein Video erstellt.

Campact-Video

 

Schnäppchenjäger

Eine Meldung aus der heutigen Ausgabe der SZ: (20.7.2015)

Eine Insel für Warren Buffett

Washington – Er hat eigentlich schon alles. Warren Buffett gehören – über die Holding Berkshire Hathaway, deren Großaktionär er ist – Beteiligungen an Versicherungsfirmen, Baustoffherstellern, Sportartikelproduzenten. Der US-Milliardär interessiert sich für alles mit Renditeaussichten. Da war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Buffett sich auch eine Insel in Europa leistet. Die sind wegen der Krise gerade günstig.

Gemeinsam mit dem italienischen Immobilienunternehmer Allesandro Proto hat er die Insel Agios Thomas gekauft. Laut der griechischen Nachrichtenagentur ANA haben die beiden etwa 15 Millionen Euro für das Eiland bezahlt. Mit dem Wassertaxi sind es von Agios Thomas aus nur 45 Minuten nach Athen. Die gut 120 Hektar große Insel gehörte zum Angebot der Website Private Islands Online, sie hat noch etliche andere griechische Inseln auf ihrer Liste – auch zur Miete, falls das Geld gerade für mehr nicht reicht. Aber Warren Buffet ist eher einer vom Typ „Habenwollen“.

Es dürfte nicht lang dauern, bis andere ihm folgen. Die Washington Post will wissen, dass auch Brad Pitt und Angelina Jolie mit dem Kauf einer griechischen Inseln liebäugeln. So eine Großfamilie – Brangelina haben sechs Kinder – braucht Platz. Eine passende Insel haben sie schon ausgemacht, Gaia. „Da könnten die Kinder dann rumlaufen, ohne dass irgendwo Paparazzi lauern“, zitiert das  Magazin US OK einen Insider. sz

Für ein anderes Exit

Costa Lapavitsas, Professor der Ökonomie und einer der Exponenten der Linken Plattform innerhalb Syrizas, argumentiert für eine Exit-Strategie aus der Klammer der EU-Institutionen und für den Austieg aus dem Euro. Er sieht in diesem Weg die einzige Chance für zukünftige Entwicklungen des Landes und für die Beibehaltung des politischen Profils der Partei. Der Vortrag in englischer Sprache dauert 28 Minuten. Es wäre sehr verdientvoll, wenn jemand, der die englische Sprache gut beherrscht, diese Rede ins Deutsche übersetzen könnte.

Hier ist das Video mit der Rede von Costas Lapavitsas:

Rede von Costa Lapavitsas

Appell Hellas

Griechische und deutsche Wissenschaftler/innen, Journalist/innen und Gewerkschafter/innen haben einen Appell verfasst für eine faire Berichterstattung der Medien zum „Fall Griechenland“.

Hier ist die Website zum Appell Hellas

Die Vorbilder der „Dr. Schäuble“-Strategie

Mexikaner Europas

Die Vorbilder der „Dr. Schäuble“-Strategie und warum sie einen neuen Kolonialismus etabliert.

Von Stephan Lessenich

„Merkel rettet Griechenland mit unserem Geld“ titelte die Bild-Zeitung nach einem weiteren nächtlichen Brüsseler Drama um die Zukunft des Euro. Schön wär’s gewesen. Leider aber lag das wichtigste deutsche Schlagzeilenmedium in allen Punkten seiner Lagebeurteilung falsch:

Weder ist Griechenland gerettet, noch sind die in Frage stehenden Milliarden „unser“ Geld — und schon gar nicht war die Bundeskanzlerin die zentrale Gestalt in dem zugegeben äußerst undurchsichtigen europäischen Ringen. Sicher, Angela Merkel ist gerne zu Gast bei Endspielen, und an jenem Wochenende war ein solches Endspiel angesetzt. Aber die Brüsseler Fäden zog allem Anschein nach ihr Finanzminister: „Dr. Schäuble“, wie er spätestens seither in Europas Süden, also dort, wo man angeblich nicht so gerne früh aufsteht und auch mal fünfe gerade sein lässt, mit ehrfurchtsvollem Hass tituliert wird.

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