Nachrufe auf Christian Krähling, ein Gesicht gewerkschaftlichen Widerstands bei Amazon

Unaufgeregt, pragmatisch, radikal

Foto Labournet

Ich hatte Christian 2 mal persönlich auf Veranstaltungen kennen gelernt. Er war sehr authentisch, ruhig und überzeugend. Ein sehr großer Verlust (nicht nur) für den Widerstand gegen AMAZON! “ LG Klaus, AKI IGM Berlin

„Gerade aktuell spitzt sich die Situation bei AMAZON zu. COVID19 und Weihnachszeit verlangen von den Beschäftigten das letzte. Aber AMAZON erkennt immer noch nicht ausreichend ihre Forderungen nach Verbesserung der Bezahlung und Arbeitsbedingungen an. Momentan wird der Standort Hersfeld zum Corona Hotspot . Die Kooperation von AMAZON mit den Behörden soll sich wie seinerzeit beim Schlachtkonzern Tönnies in Grenzen halten und das Virus breitet sich unter den Kollegen unkontrolliert aus. Christian wird Ihnen fehlen. Doch etliche haben von ihm gelernt. Jeder kann von ihm lernen, wie Gewerkschaftsarbeit geht. “

„AMAZON macht den Kleinhandel platt. Das kann AMAZON umso mehr , je weniger für die Mitarbeiter getan werden muss und je mickriger die Steuern sind, die an den Staat zu zahlen sind. Ohne Kleinhandel veröden unsere Städte, verlieren Menschen vor Ort ihre Arbeitsplätze. Auch hier treibt unsere Regierung ein doppelbödiges Spiel. Gerechtere Steuern für AMAZON könnte Stellung und Profite der deutschen Autoindustrie in den USA treffen. Christians Kampf war in unser aller Interesse“ LG Peter , AKI IGM Berlin

Dieter Wegner vom Hamburger Jour Fixe der Gewerkschaftslinken schreibt: Lieber Christian, als Du bei Amazon in Bad Hersfeld anfingst, warst Du zwar gewerkschaftlich organisiert, aber verdi gab es praktisch dort nicht. Es ist mit Dein Werk, daß in den beiden Lagern in Hersfeld von den 4.000 Beschäftigten etwa ein Drittel der KollegInnen inzwischen bei verdi organisiert sind. Und daß ihr nicht nur den allerersten Streik begonnen habt (zusammen mit den Leipzigern) sondern führend bei jedem anderen dabei ward…. Es ist eine große, schlagkräftige Betriebsgruppe entstanden, die Kontakte zu Amazon-KollegInnen nach Polen, Frankreich, Spanien, England geschaffen hat – Du immer ideengebend und motivierend dabei!

Hier der Link zum gesamten Nachruf von Dieter Wegner:

https://gewerkschaftslinke.hamburg/2020/12/11/christian-kraehling-ist-tot-er-ist-das-gesicht-des-widerstandes-gegen-amazon/?utm_source=mailpoet&utm_medium=email&utm_campaign=jfi-61-2020-christian-krahling-ist-tot-er-ist-das-gesicht-des-widerstandes-gegen-amazon-alvaro-garcia-linera-ex-vizeprasident-boliviens-schicksal-ist-nicht-vorbestimmt-und-steht-der-hafen-still-bekommt-der-docker-was-er-will_221

Nachruf auf den Aktivisten Christian Krähling, der das Gesicht des Widerstands bei Amazon war , von Jörn Boewe, 16.12.2020, Neues Deutschland :

Die Nachricht verbreitete sich in der vergangenen Woche wie ein Lauffeuer über Whatsapp und Facebook: Christian Krähling, Gewerkschaftsaktivist bei Amazon, ist gestorben.

Christian Krähling, Beschäftigter und Betriebsrat bei Amazon in Bad Hersfeld, Gewerkschafter und Streikaktivist der ersten Stunde, ist am 10. Dezember gestorben, an seinem 43. Geburtstag. Soweit bislang bekannt ist, starb er eines natürlichen Todes. Für alle, die ihn kannten, war das ein Schock, niemand hatte damit gerechnet. Wie soll es jetzt ohne ihn weitergehen mit der nun schon seit 2013 andauernden Streikbewegung bei Amazon? Man konnte die Beklommenheit förmlich spüren, die sich bei vielen seiner Mitstreiter und Mitstreiterinnen breitmachte. Noch in der Woche zuvor hatte Krähling den jüngsten Streik in den beiden Bad Hersfelder Amazon-Lagern mitorganisiert.

Hier der Link auf den gesamten Nachruf von jörn Boewe

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1145886.christian-kraehling-unaufgeregt-pragmatisch-radikal.html

Kolumbien: DRINGENDER AUFRUF für die Freilassung verhafteter Aktivisten


VERHAFTUNGEN VON BAUERNFÜHRERN DES COORDINADOR NACIONAL AGRARIO (CNA) UND DES CONGRESO DE LOS PUEBLOS

Vom Netzwerk Red de Hermandad y Solidaridad con Colombia (REDHER) prangern wir die Verhaftungen von zwei unserer Mitglieder, TEOÓFILO ACUÑA und ADELSO GALLO, Sprecher des Bündnisses Cumbre Agraria Campesina Étnica y Popular, an diesem Dienstag, den 15. Dezember 2020 an. (ONLINE-Petition UNTERSCHREIBEN)
Zudem wurde ROBERT DAZA, ein Bauernführer der CNA im Departement Nariño, ebenfalls in den frühen Morgenstunden des 16. Dezember verhaftet.

DER SACHVERHALT:
Heute um 16:45 Uhr nahm die Polizei in einem Großeinsatz Teófilo Acuña in der Gemeinde Barranco de Loba (Bolivar) fest und brachte ihn nach El Banco (Magdalena), von wo aus sie ihn nach Bucaramanga bringen wollen. Der Haftbefehl wurde heute, am 15. Dezember 2020, in Popayan ausgestellt und mit einer noch nie dagewesenen Sorgfalt ausgeführt. Um 17:00 Uhr wurde Adelso Gallo in der Stadt Villavicencio unter vorerst unbekannten Umständen verhaftet, offenbar auf Grund der gleichen Anordnung, die ein Richter in Santa Marta am selben Tag erlassen hatte.
Teófilo Acuña und Adelso Gallo sind namhafte soziale Führungspersönlichkeiten, die an internationalen Rundreisen des Netzwerks REDHER Kolumbien teilgenommen haben und in den letzten 20 Jahren unsere Menschenrechtskarawanen und Menschenrechtsbegleitungen in Kolumbien begleitet haben.

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Brief des AKI an die politisch Verantwortlichen in Kolumbien

Sehr geehrter … ,

über das Netzwerk „Red de Hermandad y Solidaridad con Colombia“ haben wir erfahren, dass drei Persönlichkeiten aus den sozialen Bewegungen Kolumbiens verhaftet worden sind. Wir haben selbst jahrelang als Gewerkschafter mit dem Netzwerk kooperiert und konnten uns davon überzeugen, dass REDHER die legitimen sozialen Nöte und Forderungen der Bevökerung mit demokratischen und friedlichen Mitteln unterstützt.

Uns ist bislang nicht bekannt, welche Vorwürfe gegen die Verhafteten erhoben werden. Wir bitten Sie, die von der Justiz erhobenen Vorwürfe und mögliche Beweise für Straftaten zu benennen, damit die Öffentlicheit deren Berechtigung prüfen kann.

Auf keinen Fall dürfen die Verhafteten, TEÓFILO ACUÑA, ADELSO GALLO, ROBERT DAZA deshalb ihrer Freiheit beraubt werden, weil sie Aktivisten sozialer Bewegungen sind.

In tiefer Sorge

J.Gester

im Auftrag des „Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin“.

Berlin, 24.12.2020

#ZeroCovid : Für einen solidarischen europäischen Shutdown !

Das Ziel heißt Null Infektionen!

Der Arbeitskreis Internationalismus IGM Berlin hält einen Strategiewechsel bei der Bekämpfung des Coronavirus in Europa für lange überfällig. Die bisherige an Kapitalinteressen orientierte Politik der Regierungen schützt weder Leben noch Gesundheit und soziale Existenz der großen Mehrheit der Menschen in ausreichendem Maß. Ihre Politik nach dem Motto „flatten the curve“ und der Methode „konsequent inkonsequent“ droht in einer Katastrophe zu münden. ZeroCovid muss das Ziel sein, um so viele Menschen wie möglich vor einer Ansteckung und damit etwaigen tödlichen oder langzeitigen Folgen zu beschützen. Das ist auch die Voraussetzung, um zu einem „normalen sozialen Leben“ zurückzukehren. Der Wille der Mehrheit und die Interessen der Allgemeinheit und direkt Betroffenen sind endlich auf demokratische Weise ausreichend zu berücksichtigen. Wir wissen, dass wir uns zusammenschließen und Druck machen müssen. Dabei kommt es nicht zuletzt auf die Belegschaften in den Betrieben und uns Gewerkschafter an. Wir rufen deshalb auf zur Unterstützung der Kampagne „#ZeroCovid : Für einen solidarischen europäischen Shutdown ! Das Ziel heißt Null Infektionen“.

Unterschreibt hier die Petition …https://weact.campact.de/petitions/zerocovid-fur-einen-solidarischen-europaischen-shutdown

Teilt und ladet Freunde ein. Kernforderungen und -inhalte der Kampagne sind u.a.

Einleitend heisst es im Text des Aufrufs:

„Nach einem Jahr Pandemie sind wir in ganz Europa in einer äußerst kritischen Situation. Tausende Menschen sterben jeden Tag und noch viel mehr erkranken. Das neue Coronavirus breitet sich rasend schnell aus, von Mutationen noch beschleunigt. Die Maßnahmen der Regierungen reichen nicht aus: Sie verlängern die Pandemie, statt sie zu beenden und gefährden unser Leben. Die Strategie, die Pandemie zu kontrollieren, ist gescheitert („flatten the curveì“). Sie hat das Leben dauerhaft eingeschränkt und dennoch Millionen Infektionen und Zehntausende Tote gebracht. Wir brauchen jetzt einen radikalen Strategiewechsel: kein kontrolliertes Weiterlaufen der Pandemie, sondern ihre Beendigung. Das Ziel darf nicht in 200, 50 oder 25 Neuinfektionen bestehen – es muss Null sein. Wir brauchen sofort eine gemeinsame Strategie in Europa, um die Pandemie wirksam zu bekämpfen. Es dauert noch zu lange, bis genug Menschen geimpft sind. Wir setzen uns dafür ein, dass die Sars-CoV-2-Infektionen sofort so weit verringert werden, dass jede einzelne Ansteckung wieder nachvollziehbar ist. Das entschlossene Handeln etlicher Länder hat gezeigt, dass es möglich ist, die Verbreitung des Virus zu beenden. Wir können das auch, um Schritt für Schritt wieder einen normalen Alltag zu erleben. Wir orientieren uns am internationalen Aufruf für die konsequente Eindämmung der Covd-19 Pandemie in Europa, den Wissenschaftler*innen am 19. Dezember 2020 initiiert haben 1 .Wir sind allerdings überzeugt, dass die Eindämmung des Sars-CoV-2 Virus nur gelingen kann, wenn alle Maßnahmen gesellschaftlich solidarisch gestaltet werden. „

1 WissenschaftlerInnen fordern eine europäische Strategie zur raschen und nachhaltigen Reduktion der COVID-19-Fall-zahlen. https://www.containcovid-pan.eu Siehe auch: Priesemann, Viola; et.al. (2020): Calling for pan-European com-mitment for rapid and sustained reduction in SARS-CoV-2 infections. The Lancet. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)32625-

Mehr Informationen auf der Webpage der Kampagne https://zero-covid.org/

Zum Schluss im Gesamttext des Aufrufs heisst es

„Wir wollen die politische Lähmung in Bezug auf Corona überwinden. Wir wollen uns auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenfinden für den nötigen solidarischen ZeroCo-vid-Strategiewechsel, um die Pandemie wirklich einzudämmen. Wie unsere Mitstreiter*innen in Großbritannien (https://zerocovid.uk) wissen wir, dass wir den Schutz unserer Gesundheit gegen kurzfristige Profitinteressen und große Teile der Politik erkämpfen müssen. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Gesundheitsschutz und Pandemiebekämpfung einerseits und der Verteidigung demokratischer Rechte und des Rechtsstaats andererseits. Demokratie ohne Gesundheitsschutz ist sinnlos und zynisch. Gesundheitsschutz ohne Demokratie führt in den autori-tären Staat. Die Einheit von beidem ist der entscheidende Schlüssel zu einer solidarischen ZeroCovid-Strategie.“

Mehr zum Thema in der Studie : „Die Pandemie solidarisch europaweit eindämmen! Regierungen schützen die Kapitalinteressen –nicht die Gesundheit der Menschen !“ von Verena Kreilinger –Winfried Wolf–Christian Zeller -4. Januar 2020. Die Studie zeigt, dass die Eindämmung des Virus auf nahezu Null gelingen kann, wenn man es nur wirklich will, die Menschen solidarisch zusammenschliesst und konsequent auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse handelt.

https://www.papyrossa.de/wp-content/uploads/2021/01/2021-01-04-Krelinger-Wolf-Zeller-Corona21-GESAMT-END.pdf

Solidarität mit den streikenden Arbeitern bei Daimler-Zulieferer Baldur in der Türkei

In der türkischen Stadt Kocaeli befinden sich seit dem 25.Dezember 2020 die Arbeiter der Fabrik Baldur Sübsansiyon im Arbeitskampf. Baldur Sübsansiyon ist Hersteller von Blattfedern für die Radaufhängung und beliefert u.a. die Daimler-Werke in der Türkei. Der Betrieb beschäftigt aktuell 114 Arbeiter und gehört zum spanischen Unternehmen MBHA. Der gewerkschaftliche Kampf um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen bei Baldur begann bereits vor fünf Jahren.“ Die aktuellen Hautpforderugen der Arbeiter von Baldur Sübsansiyon sind :

  • Anerkennung der Gewerkschaft Birlesik Metal-Is als rechtmäßige Gewerkschaft bei Baldur Sübsansiyon & Sofortige Aufnahme von Tarifverhandlungen
  • Wiedereinstellung der gekündigten Arbeiter, die wegen gewerkschaftlicher Betätigung entlassen wurden. Die Angriffe auf gewerkschaftlich organisierte Arbeiter müssen unverzüglich gestoppt werden.
  • Verbesserung von Arbeitsbedingungen & Höhere, existenzsichere Löhne. (Der durchschnittliche Mindestlohn bei BaldurSübsansiyon liegt bei 2.700 YTL, das sind 290 Euro / monatlich!

„Die Vorgänge bei Baldur Sübsansiyon sind beim Daimler Vorstand nicht unbekannt. Die Gewerkschaft Birlesik Metal Is hatte den Vorstand des Automobil-Konzern in den letzten Jahren und auch jüngst über die aggressiven Methoden und Angriffe der Baldur Bosse informiert. Sie verlangt u.a., dass der größte Hauptabnehmer von Baldur in dem Konflikt interveniert und tätig wird, damit die Menschen- und Gewerkschaftsrechte bei Baldur uneingeschränkt eingehalten werden. Dazu ist die Daimler-Gruppe wie auch deren Zulieferer per internationaler Gesetze, Vorschriften und Richtlinien verpflichtet.“

Am 19. Januar führten daher das Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften, der Metallertreff und DidF Stuttgart eine gemeinsame Solidaritätsaktion vor Daimler in Mettingen und Untertürkheim durch. Sie rufen darüberhinaus alle Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Betriebsräte und Beschäftigte auf, sich mit dem berechtigten Streik der Kolleginnen und Kollegen bei Balbur Sübsansiyon für einen Tarifvertrag zu solidarisieren. Daimler verfolgt knallhart seine Profitinteressen entlang seiner Lieferketten. Nur öffentlicher und interner Druck kann etwas bewirken.

Der Arbeitskreis Internationalismus IGM Berlin unterstützt den Solidaritätsaufruf und alle Aktionen zur Unterstützung und Bekanntmachung der Forderungen der Kollegen:

  • Sofortige Aufnahme von Tarifverhandlungen
  • Rücknahme aller Kündigungen von gewerkschaftlich organisierten Arbeitern
  • Die türkische Regierung muss die Kriminalisierung von Streikenden und Gewerkschaftsmitgliedern stoppen
  • Der Daimler-Vorstand muss in den Konflikt intervenieren und jegliche Form von Union Busting bei seinem Zulieferer verurteilen und stoppen

hier der Solidaritätsaufruf : https://www.vernetzung.org/wp-content/uploads/2021/01/SoliErklaerung-Baldur.pdf

Linkk zum Beitrag VKG (Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften) : https://www.vernetzung.org/solidaritaet-mit-den-streikenden-arbeitern-bei-daimler-zulieferer-baldur-in-der-tuerkei/

Verband Metall Arbeitgeber festgebissen in die Mauer, auch 31 Jahre nach dem Fall!

Wer in Berlin zufällig auf der einen Straßenseite arbeitet, kriegt 8 % weniger Lohn und Gehalt als seine Kollegen und Kolleginnen auf der anderen Seite der Straße. Oder er/sie muß 38 Stunden statt 35 Stunden arbeiten. Obwohl er/sie bei derselben Firma beschäftigt ist . Obwohl er/sie dieselbe Arbeit leistet, dieselbe Ausbildung und Eingruppierung hat. Aber der Kaffee kostet für jeden auf beiden Straßenseiten dasselbe.

Unmöglich ? Nein, diese Realsatire gibt es wirklich . Relikte aus einer geteilten Stadt. Eine unsichtbare Mauer ! Hoch und heilig gehalten vom Kapital!

Einige Arbeitgeber ziehen sogar extra mit ihren Beschäftigten auf die eine Straßenseite um. Dann müssen diese von einem Tag auf den anderen 3 Stunden mehr arbeiten. Sie erhalten keinen Cent zusätzlich dafür.

Wenn es um den „lieben Profit geht“ klammert sich der VMA (Verband der Metallarbeitgeber) auch noch nach 31 Jahren fest an dieser sonst so verpönten „Unrechtsmauer“ und will nicht einen einzigen Zentimeter zurückweichen. Selten entpuppten sich Schlagwörter wie „Deutsche Einheit“ oder „Leistungsgesellschaft“ so sehr als pure Sonntagsreden. Kein Anachronismus scheint dem Arbeitgeberverband, seinen Mitgliedern und politischen Zöglingen zu dumm, wenn sich eine Möglichkeit bietet, noch mehr Mehrwert aus Beschäftigten herauszupressen.

Die IGM ruft auf :“Zukunft für Arbeitsplätze, Unternehmen und Ausgebildete und die Angleichung Ost – die IG Metall kämpft in der aktuellen Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie um weit mehr als um eine prozentuale Erhöhung für die Lohntüte. Es geht um die Zukunft ganzer Regionen, um Gerechtigkeit und die soziale Einheit Deutschlands

Der VMA bleibt bisher von Verhandlungsrunde zu Verhandlungsrunde stur!

Nur eine Welle von Warnstreiks und Hohn und Spott in der öffentlichen Meinung können wohl ein Umdenken bewirken.

Das Motto des Arbeitskreis Internationalismus lautet „Unser Standort heißt Solidarität“. Da dürfen wir es nicht zulassen, dass in unserer geliebten Stadt die Straße zum Graben und die Straßenseite zum Standortnachteil wird. Wer das genauso sieht , hilft uns breit über die hier beschriebene groteske Ungerechtigkeit aufzuklären, nimmt an den Protestaktionen teil und erklärt sich hier solidarisch mit allen Kolleg*innen, die auf der einen Straßenseite arbeiten: https://www.igmetall-bbs.de/aktuelles/meldung/jetzt-unterschreiben-fuer-die-angleichung-ost/

Die nächste öffentliche Protestaktion findet statt: Montag, den 26.4.2021 10 Uhr, Oberbaumbrücke

wir berichten weiter

Hongkong: Wir fordern die Freilassung der verhafteten Gewerkschafter*innen

Hongkong ist nicht erst seit heute ein Hotspot der internationalen Politik. In diesem Konflikt treffen die unterschiedlichsten Interessen aufeinander und es ist eher die Ausnahme, dass deren Protagonisten ihre wirklichen Motive beim Namen nennen. Es ist ratsam sich damit auseinanderzusetzen, will man nicht einfach Huckpack für Interessen instrumentalisiert werden, die nicht die eigenen sind.

Hongkong ist seit vielen Jahrhunderten ein chinesisches Siedlungsbebiet und erst im Zuge des europäischen Kolonialismus, als Resultat des Opiumskrieges, zu einer britischen Kolonie geworden. In der gemeinsamen chinesisch-britischen Erklärung von 1984 wurde das Ende der britischen Besetzung und damit des britischen Rechts auf eine Frist von 50 Jahren begrenzt. D.h. 2034 wird das ehemalige Mandatsgebiet der Briten politisch und rechtlich ein Bestandteil der VR China sein. Damit wären eigentlich günstige Bedingungen vorhanden gewesen, dieses Kapitel der Kolonialgeschichte ad acta zu legen.

Doch hat sich der Wind gedreht. Und die Ursachen für diese neue politische Wetterlage liegen erst einmal in China selbst, d.h. in der Volksrepublik. Denn die regierende KP hat spätestens mit dem Machtantritt des „Großen Reformers“ Deng Xiaping alle Versuche einer nichtkapitalistischen Entwicklung ausgebremst und die Integration in den kapitalistischen Weltmarkt gesucht. Dieser Prozeß war außergewöhnlich erfolgreich und hat unter dem jetztigen Vorsitzenden Xi Jinping die Perspektive eröffnet, die USA als Vormacht der kapitalistischen Welt abzulösen.

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Stoppt den Krieg! Stoppt die Gewalt und den Hass zwischen Juden und Arabern

Die oft sehr einseitige Berichterstattung zum Konflikt in Israel und Palästina veranlasst uns, auch hier Position zu beziehen.

Veranstaltung mit der WAC 2005 in Berlin

Seit geraumer Zeit haben wir immer wieder Kontakt und Austausch mit einer kleinen Gewerkschaft in Israel, in der Juden und Araber aber auch Arbeitsmigrant*innen organisiert sind. (Workers Advice Center WAC MAAN) Durch verschiedene gegenseitig Besuche und gemeinsame Veranstaltungen konnten wir Einblicke in die Realität vor allem auch von schlecht bezahlten Arbeiter*innen in Israel gewinnen.






Anlässlich der jüngsten Ausbrüche von Gewalt in Israel und Palästina veröffentlichen wir den Aufruf von WAAC MAAN. Weitere Stellungnahmen kritischer Stimmen vor allem aus Israel sollen folgen:

„Stoppt den Krieg! Stoppt die Gewalt und den Hass zwischen Juden und Arabern

Wir sind mit einer grausamen Realität konfrontiert. Die israelischen Provokationen gegen Palästinenser in Ost-Jerusalem haben den Geist aufgestauter Ressentiments endgültig aus der Flasche gelassen, während sie der Hamas den Ruhm der Verteidigung der al-Aqsa einbrachten. Hunderte von Raketen, die auf israelische Städte abgefeuert wurden, haben bisher acht Israelis getötet und Dutzende verletzt.

Massive Bombardierungen durch die israelische Luftwaffe haben in wenigen Tagen Hunderte von Menschen in Gaza getötet und Tausende verletzt, Infrastruktur und unzählige Häuser zerstört.

Im Westjordanland hat die israelische Armee Demonstrationen mit Gewalt unterdrückt und mindestens 9 Menschen getötet. Zur gleichen Zeit drohen in israelischen Städten Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern das Land zu zerreißen.

Angesichts dieser Welle von Gewalt und Hass fordert die MAAN Workers Association einen Stopp des Krieges und aller militärischen Aktionen auf beiden Seiten. Wir schließen uns dem medizinischen Personal des Rambam-Krankenhauses in Haifa – Juden und Araber – und vielen anderen an, die auf die Straße gegangen sind, um gegen die Aufwiegelung zu demonstrieren und bessere Beziehungen zwischen Juden und Arabern zu fordern. Religiöser Fanatismus, Nationalismus und Rassismus auf beiden Seiten werden uns alle ins Verderben reißen. Das dürfen wir nicht zulassen.

In den letzten Wochen, während religiöse und nationalistische Zusammenstöße in Jerusalem eine Katastrophe heraufbeschworen, haben wir bei MAAN intensive Verhandlungen mit den Arbeitgebern geführt, um Tarifverträge zu unterzeichnen, die für die in unserer Gewerkschaft organisierten palästinensischen und israelischen Arbeiter von großer Bedeutung sind. Im März unterzeichnete MAAN einen Tarifvertrag mit der Lebensmittelfabrik Rajwan in der Industriezone Atarot (nördlich von Jerusalem), wo 55 Arbeiter, die im Westjordanland wohnen, nun faire und legale Arbeitsbedingungen genießen werden. Ein weiterer Tarifvertrag wurde gerade zum zweiten Mal mit Yad b’Yad (Hand in Hand), einer israelischen NRO, unterzeichnet, in der 250 arabische und jüdische Erzieher, viele von ihnen Frauen, mehr als tausend Kinder vom Kindergarten bis zur Oberschule zweisprachig unterrichten. Der neue Tarifvertrag wird ihre Rechte und Arbeitsbedingungen garantieren und ihr Engagement für MAAN stärken Die neuen Mitglieder von MAAN sowie viele, die schon vor Jahren in unsere Reihen eingetreten sind, wissen, dass wir unermüdlich für Solidarität und Gleichheit zwischen allen Menschen kämpfen und dass wir keine Toleranz für Segregation oder Diskriminierung zwischen Juden und Arabern haben.

In diesen Tagen des Krieges und des Chaos blicken wir auf die neue Führung in Washington und erhalten von ihr Inspiration und Ermutigung.

Nach Jahrzehnten des Niedergangs des Status der organisierten Arbeiterschaft in den Vereinigten Staaten ruft das Weiße Haus wieder zu stärkeren Gewerkschaften auf. Auch in der Frage des Klimawandels beweist die Biden-Administration Führungsstärke, indem sie einmal mehr die internationale Koalition zur Bekämpfung der Luftverschmutzung und der globalen Erwärmung anführt.

Wir rufen alle, die Einfluss nehmen können, zivile Bewegungen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und andere sowohl in der

israelischen als auch in der palästinensischen Gesellschaft auf, sich hinter dem Aufruf zu vereinen, die Gewalt zu beenden und weiteres Leid für unschuldige Zivilisten auf beiden Seiten zu verhindern. Wir rufen Israelis und Palästinenser dazu auf, die Grenzen zu überschreiten, sichtbar und unsichtbar, und zusammenzuarbeiten, um zu verhindern, dass die Extremisten auf beiden Seiten die Macht übernehmen. Gemeinsam können wir helfen, eine gerechte und vernünftige Gesellschaft aufzubauen, ohne Diskriminierung aufgrund von Religion, Nationalität, Rasse oder Geschlecht.“

https://mailchi.mp/39f92f0ae171/maan-workers-associations-statement-stop-the-war?e=d564a7acfa