Die Klima Krise macht nicht Pause! Im September nimmt die Protestbewegung neuen Anlauf !

vom 23.9. bis 28.9. finden die Proteste für Kohleausstieg und Klimagerechtigkeit im Rheinland statt . Das Bündnis Endgelände bittet um Unterstützung des Aufrufs, um Beteiligung oder auch um Öffentlichkeitsarbeit:

„Liebe Freund*innen der Klimagerechtigkeit,

Das Ende Gelände Bündnis steht für Massenaktionen zivilen Ungehorsams, die seit 2015 immer wieder erfolgreich auf die zerstörerische Braunkohle-Industrie in der Lausitz und im Rheinland aufmerksam machen. Im Jahr 2019 waren die Klimaproteste in Deuschalnd so groß wie nie und Ende Gelände ist an gleich zwei unglaublichen Aktionswochenenden an die Orte der Zerstörung gegangen: Ins Rheinische Braunkohlerevier im Juni und ins Lausitzer Braunkohlerevier im November. Dabei haben wir solidarisch mit Alle Dörfer bleiben,  deren Dörfer für die Erweiterung der Tagebaue verschwinden sollen und denen Zwangsumsiedlung droht, für den sofotigen Kohleausstieg  gekämpft. Doch trotz des massiven gesellschaftlichen Drucks unternehmen Politiker*innen nichts gegen die Klimakrise. Stattdessen wird der Kohleausstieg bis 2038 verlängert, wurde mit Datteln IV ein neues Kohlekraftwerk ans Netz genommen und RWE reißt die Landstraße L277, die letzte Schutzlinie zwischen den Dörfern und dem Tagebau, ab. Das werden wir nicht hinnehmen!

Auch dieses Jahr werden wir für den sofortigen Kohleausstieg kämpfen, mit Masken und einem der Situation angemessenen Hygienekonzept. Gemeinsam sagen wir: Alle Dörfer bleiben!

Wir rufen dazu auf, sich unserer Aktion vom 23.- bis zum 28.09.2020 anzuschließen und gemeinsam zu zeigen: Kohleausstieg bleibt Handarbeit! Wir freuen uns über jede Organisation, die sich solidarisch mit uns zeigt und den Aufruf zur Ende Gelände-Massenaktion 2020 mit ihrer Unterschrift unterstützt. Denn je mehr Menschen hinter uns stehen, desto deutlicher wird unser gemeinsamer Kampf!

Bitte meldet euch bis zum 01.09. zurück: mobi@ende-gelaende.org

Ihr findet den Aufruf sowohl im Anhang als auch auf unserer Website: https://www.ende-gelaende.org/aufruf-2020/

Falls ihr Veranstaltungen oder Aktionstrainings organisieren wollt, könnt ihr euch gerne bei uns melden: veranstaltungen@ende-gelaende.org
Auch kann ab jetzt Mobi-Material angefordert werden, Bestellungen an mobi@ende-gelanede.org. Mehr dazu in Kürze hier: https://www.ende-gelaende.org/mobi-material/

Parallel findet der

6. Globaler Klimastreik vom 25. bis 26.9.2020 statt

Am 25.09. wird auch in Berlin der 6. Globale Klimastreik stattfinden, hier der Link . Termin bitte vormerken .

https://fridaysforfuture.berlin/events/kategorie/streiks/

 Und der AKI engagiert sich weiter für die Stärkung des Berliner öffentlichen Nahverkehrs . Gegen die Privatisierung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn !

hier der Link zur website des Bündnisses:

https://www.eine-s-bahn-fuer-alle.de/

 

Hier der Aufruf Endegelände im Wortlaut:

Dezentrale Blockadeaktionvon Ende Geländeim Rheinlandvom 23.-28. September 2020!

Wir sagen: Ende Gelände! -Ungehorsam für Klimagerechtigkeit weltweit! Kohle stoppen, Dör-fer retten, Kapitalismus abbaggern!Das Kohle-Verlängerungs-Gesetz hält die Kohle mit Milliarden Euro weitere 18 Jahre am Leben. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen der Klimakrise und der Klimagerechtigkeitsbewegung weltweit. Dieses politische Komplettversagen macht es unmöglich, die Erderhitzung unter den kriti-schen 1,5 Grad zu halten. Jetzt gilt erst recht: Kohleausstieg selber machen!Alsokommt mit uns vom 23. bis 28. September zu den Orten der Zerstörung im Rheinland! Die Blo-ckaden werden zwischen dem 25. und 27. September stattfinden, aber plant genug Zeit für Vor-und Nachbereitung ein.Mit unseren Körpern stellen wir uns schützend zwischen die Kohle-Bagger und die bedrohten Dörfer. Wir sorgen für den sofortigen Kohleausstieg und läuten einen grundlegenden Sys-temwandel ein.Hitzerekorde, Waldbrände, auftauende Permafrostböden -während die Klimakrise sich zuspitzt, wer-den erneut milliardenschwere Rettungspakete für zerstörerische Konzerne geschnürt. Egal ob Klima-krise oder Covid-19, die Regierung schützt lieber das kapitalistische System, anstatt eine klimagerech-te Zukunft und eingemeinwohlorientiertes Gesundheitswesen für alle zu schaffen. Die Covid -19-Pandemie kostet weltweit Leben und verschärft Ungerechtigkeiten. Die Klimakrise zerstört dauerhaft die globalen Lebensgrundlagen. Im nächsten Jahrzehnt entscheidet sich, ob sich die schlimmsten Fol-gen noch abwenden lassen. Deshalb: Wir achten darauf, Infektionen zu vermeiden, gleichzeitig kön-nen wir nicht länger warten. Gemeinsam leisten wir zivilen Ungehorsam und stoppen selbst die fossile Energieproduktion. Das ist auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit: Diejenigen, die am wenigsten zur Erderhitzung beitragen, leiden schon jetzt am meisten unter den Folgen.Die Welt, in der wir leben wollen, ist eine klimagerechte Welt –ohne fossile Energien, egal ob Kohle, Gas oder Öl, undohne Klimazerstörung für Profite. In einem kapitalistischen Wirtschaftssystem ist das nicht möglich: Wachstumszwang und Profitmaximierung gehen nicht ohne Ausbeutung von Men-schen, Tieren und Natur. Kohlekonzerne wie RWE zerstören das Zuhause von Menschen weltweit. Im Rheinland sollen für den Kohle-Tagebau noch ganze Dörfer abgebaggert werden. Die Energiekonzer-ne müssen vergesellschaftet werden, damit wir demokratisch über die Produktion entscheiden können. Ihr Privateigentum an fossilen Ressourcen ist undemokratisch.Wir stellen uns diesem zerstörerischen Wahnsinn in den Weg. Mit unseren Körpern blockieren wir die Bagger, damit alle Dörfer bleiben -im Rheinland und weltweit.Unsere Aktionsform ist eine offen angekündigte Blockade mit vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten. Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten, mit Maske und Hygienemaßnahmen werden wir uns und andere schützen. Von uns wird keine Eskalation ausgehen und wir gefährden keine Menschen. Wir wollen eine Situation schaffen, die für alle Teilnehmenden transparent ist und in der wir aufeinan-der achten und uns unterstützen.

Der Kampf gegen die Kohle geht in die nächste Runde! Kapitalismus stoppen, Klima schützen!Auf geht‘s, ab geht‘s, Ende Gelände“

 

 

Ein Lieferkettengesetz jetzt!

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Es war der beeindruckender Abschluss einer Kampagne des breiten Bündnissses für ein Lieferkenntengesetz, das mit einer Aktion vor dem Kanzleramt am Mittwoch beendet wurde. Der Trägerkreis, der 110 Organisationen und Initiativen der Zivilgesellschaft umfasst, hatte 222.222 Unterschriften gesammelt, die der Kanzlerin überreicht werden sollten. Doch es fand sich niemand aus dem Kreis der Verantwortlichen der Bundesregierung, der bereit war, hier zu erscheinen. Stattdessen wurde die vorgesehene Beschlussfassung über ein solches Gesetz erneut verschoben. Die Bundesregierung ist stets schnell bei der Sache, wenn es darum geht, andere Regierungen an ihre menschenrechtlichen Verpflichtungen zu erinnern. Doch bei dem seit langem fälligen Gesetz, deutsche Unternehmen dazu zu verpflichten, Umweltschutz und Arbeitsrechte zu achten, wirkt sie wie „nicht zuständig“. Doch man darf ihr diese Nummer nicht durchgehen lassen. Es muss endlich ein wirkames Gesetz entlang der gesamten Lieferkette geben, das Ausbeutung und Naturzerstörung entgegentritt. Auffallend desinteressiert zeigten sich auch die Medien – leider auch vieler linker.

Die Postion der IG Metall zum Lieferkettengesetz findet sich hier:

VW übernimmt Verantwortung für Kooperation mit Militärjunta

Es hat lange gedauert. Doch jetzt hat sich endlich etwas bewegt, auch wenn einige der ehemaligen von der Repression betroffenen VW-Arbeiter, die sich jahrzehntelang dafür eingesetzt hatten, es nicht mehr erleben konnten. Wir zitieren aus einer Meldung der Süddeutschen Zeitung:

https://www.youtube.com/watch?v=m0ZKqT2M5qk

Wolfsburg/Säo Paulo — Volkswagen übernimmt Verantwortung für seine Rolle während der brasilianischen Mili­tärdiktatur von 1964 bis 1985. Nach Informationen von NDR, SWR und Süd­deutscher Zeitung soll im Verfahren um die Kollaboration des Konzerns mit dem damaligen Regime am Donnerstag in Säo Paulo ein Vergleich unterzeichnet werden. Dieser Vergleich beinhaltet Entschädigungszahlungen für ehema­lige VW-Arbeiter in Millionenhöhe. 36 Millionen Reais (rund 5,5 Millionen Euro) soll die brasilianische Tochter von Volkswagen demnach für individuelle und kollektive Entschädigungen bezah­len. Ein großer Teil des Geldes soll an den Opferverband von ehemaligen Mit­arbeitern und deren Hinterbliebenen gehen. Insgesamt geht es um mehr als 60 Betroffene.

Das Verfahren geht auf eine vor fünf Jahren eingereichte Sammelklage ehe­maliger Arbeiter zurück, die zu Dikta­turzeiten im VW-Werk in Säo Paulo beschäftigt waren. Recherchen von NDR, SWR und Süddeutscher Zeitung

hatten gezeigt, dass sich Volkswagen in Brasilien aktiv an politischer Verfol­gung und Unterdrückung von Regime-Gegnern beteiligt hatte. Der sogenannte Werkschutz in Säo Paulo agierte dem­nach wie ein Geheimdienst, der die eigene Belegschaft ausspionierte. Offen­bar hat die Konzerntochter VW do Bra­sil auch politische Verhaftungen durch die Geheimpolizei auf dem Werksge­lände zugelassen und die Betroffenen damit der Folter ausgeliefert. Die Recherchen ergaben, dass der Vor­standschef in Wolfsburg im Jahr 1979 persönlich über die Verhaftungen infor­miert wurde.

Ein Gutachten der Staatsanwaltschaft hatte die Recherchen bestätigt. Mit dem jetzigen Vergleich werden die langen und zähen Verhandlungen beendet. Volkswagen entgeht damit einer gericht­lichen Auseinandersetzung. Für Brasi­lien gilt die Entscheidung als wichtiges Signal, gerade weil der rechtspopulisti­sche Präsident Jair Bolsonaro die dama­lige Militärdiktatur verherrlicht. Für die ehemaligen Arbeiter bedeutet sie ein

Stück Gerechtigkeit, auf die sie Jahr­zehnte warten mussten. Auch der eigens von Volkswagen beauf­tragter Historiker Christopher Kopper von der Universität Bielefeld bestätigte die systematische Zusammenarbeit von VW mit dem einstigen Militärregime. Für Festnahmen auf dem Werksgelände sah er die Volkswagen AG in der Ver­antwortung.“ (SZ, 24.9.2020)

7- Oktober – Welttag für menschwürdige Arbeit

Wolfgang Lemb, Vorstand der IG Metall für transnationale Gewerkschaftspolitik, hat in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau einen Gastbeitrag verfasst. Darin schreibt er u.a.:

„Die Betroffenheit war groß, als 2012 dieBilder vom Brand in der KiK-Zulieferfabrik in Pakistan um die Welt gingen.258 Menschen starben, viele wurdenschwer verletzt. Nie in die Tagesschaugeschafft haben es viele Beispiele vonVerwerfungen eines weltweit agierenden Kapitalismus, die von Kinderarbeitin Westafrika bis hin zu tödlichen Niederschlagungen von Streikenden in Südamerika reichen.

Der Welttag für menschenwürdigeArbeit am 7. Oktober bietet die Gelegenheit, erneut auf die Missstände injenen Ländern zu blicken, in denen teils unter rücksichtslosen Umständen Vorprodukte und Waren zur Aufrechterhal-tung unseres Lebensstandards gefertigtwerden. Die IG Metall mahnt schonlange:

Ökologisch nachhaltiges Lebenhierzulande und menschenwürdiges Arbeiten im globalen Süden darf kein Widerspruch sein.

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