Coca Cola, die Paramilitärs und die Solidaritätskampagne

Eine Chronologie

30. Juli 1990 Avelino Achicanoy Erazo, Arbeiter beim Abfüllunternehmen Nariñense S.A. Coca Cola, wird in Pasto während eines Streikes der Gewerkschaft Sinaltrainal ermordet.


2. Mai 1992 José Gabriel Castro, Geschäftsführer von Coca Cola, beschuldigte die Arbeiter­schaft und die Gewerkschaft öffentlich, Vertreter der Guerilla zu sein.

9. April 1994 José Eleazar Manco David, Arbeiter des Unternehmens Coca-Cola und Mit­glied von SINALTRAINAL, wird in Carepa (Antioquia) ermordet.

20. April 1994 Luis Enrique Giraldo Arango, 17 Jahre Mitarbeiter bei Bebidas y Alimentos (Abfüllunternehmen Coca Colas), wird in Uraba ermordet.

23. April 1995 Luis Enrique Gómez Granados, Mitarbeiter bei Bebidas y Alimentos, wird in Carepa ermordet.

5. Dez. 1996 Isidro Segundo Gil Gil, Generalsekretär von Sinaltrainal (Sektion Carepa), Ar­beiter bei Coca-Cola und Verhandlungspartner der Forderungen, welche am 30. November dem Unternehmen überreicht worden waren, wird auf dem Firmengelände von Coca-Cola in Carepa von Paramilitärs ermordet. Am selben Tag brechen Paramilitärs in das Büro der Ge­werkschaft ein und brennen es nieder.

6. Dez. 1996 Paramilitärs treten an Mitglieder der Gewerkschaft heran und teilen ihnen mit sie hätten Isidoro Gil ermordet und das Gewerkschaftsbüro niedergebrannt. Dasselbe Schick­sal würde alle Gewerkschaftsmitglieder erwarten, wenn sie nicht die Stadt verließen.

7. Dez. 1996 Paramilitärs betreten das Firmengelände von Bebidas und Alimentos in Care­pa, versammeln die ArbeiterInnen und teilen ihnen mit, dass Bebidas und Alimentos keine Gewerkschaft im Betrieb haben wolle. Sie sagen, die Mitglieder der Gewerkschaft haben die Möglichkeit auszutreten, die Stadt zu verlassen oder ermordet zu werden. Die Gewerk­schaftsmitglieder werden ins Büro des Managers geführt, wo ihnen von Bebidas und Alimen­tos vorbereitete Austrittsformulare vorgelegt werden. Die Gewerkschaft wird so faktisch auf­gelöst.

1996 27 ArbeiterInnen fliehen im Laufe des Jahres aus Carepa. Sie hatten zwischen 380 und 400 US$ verdient und wurden durch neue Angestellte zum Mindestlohnsatz von 130 US$ versetzt.
26. Dez. 1996 Der 65 jährige José Libardo Osorio Herrera, Arbeiter bei Coca-Cola in Care­pa, wird von schwer bewaffneten Personen gewalttätig aus den Räumlichkeiten des Unter­nehmens gezerrt und anschliessend in der Nähe des Friedhofes von Chigorodó (Antioquia) ermordet.
20. April 1998 Guillermo Gomez Maigual, Mitglied Sinaltrainals, nimmt sich aufgrund seiner Situation auf dem Firmengelände das Leben.

8. Feb. 1999 Die Zeitschrift CAMBIO 16 publiziert einen Artikel, worin sie erklärte, Coca Cola habe seine Probleme mit Hilfe von paramilitärischen Gruppierungen gelöst. Weiter steht dort, dass sich die Geschäftsführung des Unternehmens Panamco am 15. August 1998 in Monte­ría mit einem Mittler des paramilitärischen Chefs, Carlos Castaño, getroffen habe.

18. Nov. 2000 Alcira del Carmen Herrera Perez, die Frau des ermordeten Gewerkschafters Segundo Gil Gil wird aus ihrer Wohnung gezerrt und ermordet.

21. Juni 2001 Oscar Dario Soto Polo, Arbeiter bei Coca-Cola, wird in Monteria ermordet.

20. Juli 2001 Sinaltrainal reicht mit Unterstützung der United Steel Workers of America und dem International Labour Rights Fund in Florida eine Klage gegen Coca Cola und seine Partner in Kolumbien Panamerican Bevereges und Bebidas und Alimentos (Richard Kirby) ein. Einige der Forderungen Sinaltrainals sind, dass Coca Cola die vorgebrachten Fakten nicht länger abstreitet (so zum Beispiel die Ermordung Gils auf dem Firmengelände), die Gewalt gegen die Gewerkschaft öffentlich verurteilt, die geflohenen Gewerkschafter wieder einstellt, der Gewerkschaft wieder Zugang zu den Betrieben gibt, die Klage gegen Sinaltrai­nal zurückzieht und die Opfer und Angehörigen entschädigt.
2002 Brasilien: Der 22. Juli wird vom Weltsozialforum zum internationalen Aktionstag gegen Coca Cola ausgerufen.

22. Juli 2002 Tribunal zu Coca Cola in Atlanta

31. Aug. 2002 Adolfo de Munera Lopez wird in Barranquilla ermordet.

12. Okt. 2002 Tribunal in Brüssel

5. Dez. 2002 Tribunal in Bogotá

22. Juli 2003 Pressekonferenz in Bogotá, Rom und Chicago – Aufruf zum Boykott
2003 Der Richter in Atlanta nimmt Coca Cola aus dem Verfahren, die Begründung ist es ge­be nicht genug beweisbare Verbindungen zwischen dem Mutterkonzern und den kolumbiani­schen Abfüllunternehmen. Das Verfahren gegen Bebidas y Alimentos und Panamco läuft weiter.
2003 Verdi im Beschluss Nr. B 487, eingebracht von der Landesbezirkskonferenz NRW: „ver.di ist entsetzt über die Vorgehensweise der kolumbianischen Coca-Cola-Tochter Pa­namco und wird aufgrund dessen in Zukunft keine Getränke der Coca Cola Company mehr einkaufen. Im Klartext heißt das, dass sich alle Bezirke selbstverständlich verpflichtet fühlen, bei Veranstaltungen, Sitzungen etc. bewusst Getränke der Coca Cola Company zu meiden.“

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Jan. 2004 Auf dem Weltsozialforum in Indien wird beschlossen die Kampagne gegen Coca Cola zu unterstützen bzw gemeinsam mit der Kampagne in Indien zu führen.
2004 Sinaltrainal reicht eine abgeänderte Klage gegen Coca Cola ein um das Verfahren gegen den Mutterkonzern erneut aufzurollen. In Italien läuft eine landesweite Kampagne gegen Coca Cola als Sponsor der Olympiade in Turin. Turiner Stadtrat unterstützt die Kampagne.

Dez. 2005 Die Universität von Michigan entscheidet sich Coca Cola zu boykottieren.
2006 Ca. 20 Universitäten und Schulen in den USA, England und Irland schließen sich dem Boykott an.
Diese Zusammenstellung ist der Homepage der Coca-Cola-Kampagne Kolumbien entnom­men: www.kolumbienkampagne.de.