Das Tarifeinheitsgesetz – Angriff auf das Streikrecht!

*** Am 21./22. Mai 2015 soll das verfassungswidrige Tarifeinheitsgesetz in 3. Lesung beraten und dann verabschiedet werden! ***

Das Grundrecht auf Koalitionsfreiheit und Streik –
kein Privileg der im DGB organisierten Gewerkschaften!
Grundrechte gelten für Alle!

Microsoft Word - Aufruf  gegen das Gesetz zur Tarifeinheit-1

In den letzten Monaten häufen sich die Streikbewegungen, nicht nur bei der Bahn, an den Flughäfen und bei Amazon, sondern auc h bei der Post, in den Krankenhäusern, bei den Erzieher_innen und Lehrerinnen, bei Daimler in Bremen und anders wo.
Gemeinsam ist diesen Streiks, dass die bestreikten Unternehmen – seien es die privaten oder die im öffentlichen Dienst – kaum bis gar keine Zugeständnisse mehr machen und auf die Unterwerfung der Kämpfenden hoffen.
Am deutlichsten wird dies im Tarifkonflikt zwischen GDL und der Deutschen Bahn. Seit Monaten versucht die DB der GDL die Logik des Tarifeinheitsgesetzes aufzuzwingen, bevor das Gesetz
überhaupt verabschiedet wurde.
Die GDL soll darauf verzichten, wenn eine Gewerkschaft mit mehr Mitgliedern einen Tarifvertrag abschließt, für die Mitglieder der GDL einen besseren Tarifabschluss zu erstreiken! Das ist der Inhalt des Tarifeinheitsgesetzes: Die jeweils „kleinere“ Gewerkschaft in einem Betrieb soll nach einem Tarifabschluss durch die jeweils „größere“ Gewerkschaft im betreffenden Betrieb nicht mehr streiken dürfen.
Das wäre eine weitreichende Einschränkung des Grundrechtes auf Streik für die kleineren soge- nannten Sparten- oder Berufsgewerkschaften aber auch für eine DGB-Gewerkschaft, wenn sie in einem bestimmten Betrieb in der Minderheit ist. Das ist z. B. in vielen Krankenhäusern so, wo der Marburger Bund mehr Mitglieder hat als ver.di.
Maßgebliche Arbeitsrechtler – wie auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages! – gehen davon aus, dass dieses Gesetz verfassungs widrig ist.
Am 21./22. Mai 2015 soll das verfassungs widrige Tarifeinheitsgesetz in 3. Lesung beraten und dann verabschiedet werden!
Wir rufen alle derzeit in der tariflichen Auseinandersetzung und Streik befindlichen
KollegInnen – etwa bei der Post oder in den sozialen und pädagogischen Berufen – auf:

• Übt Solidarität mit der streikenden GDL! Die GDL steht an vorderster Front im Kampf gegen das Tarifeinheitsgesetz, das alle Gewerkschaften betrifft!
• Streikende! – besucht euch gegenseitig. Zeigt, dass ihr das geplante
Tarifeinheitsgesetz nicht akzeptieren werdet!
• Die GDL streikt auch für euch – streikt gemeinsam gegen das Tarifeinheitsgesetz!

18. April 2015 Frankfurt am Main www.streikrecht-verteidigen.org

Bündnis „Hände weg vom Streikrecht – für volle gewerkschaftliche Aktionsfreiheit“