„Die Frage ist nicht, ob der Kapitalismus stirbt, sondern wie.“

Wolfgang Streeck

 

Mit dieser Headline resümiert Andreas Zielke, Redakteur der Süddeutschen Zeitung, in der SZ einen Artikel des Soziologen Wolfgang Streeck, den die Blätter für deutsche und internationale Politik veröffentlichten. Dies ist bemerkenswert. Professor Streeck war jahrelang Direktor des Max-Plank-Instituts und ist  alles andere als ein Traditionslinker . Er gehörte auch zu den Architekten der sog. Reformen zur Modernisierung der Dienstleistungen auf dem Arbeitsmarkt, die später mit dem Namen des ehemaligen VW-Managers Peter Hartz verbunden wurden. Streecks Auffassungen werden deshalb im medialen Mainstream auch ernster genommen als die von „den üblich Verdächtigen“ , da ihnen ein prinzipielles Wohlwollen unterstellt wird.  Die Botschaft Streecks, die sich die SZ hier zu eigen macht, hat eine schlechte und eine gute Seite. Die schlechte ist, dass die durch den Kapitalismus erzeugte Situation auf dem Planeten wirklich ernst, das heißt katastrophal ist. Die gute mag sein, dass sich wichtige Teile des liberalen Bürgertums in der besten ihrer Welten selbst nicht mehr wohl fühlen, bzw. Ängste entwickeln, die normale Leute auch haben, davor, dass ihnen der Laden um die Ohren fliegt bzw. die herrschende bürgerliche Zivilisation immer unbeherrschbarer, inhumer und lebensfeindlicher wird. Dies könnte dazu führen, dass Vorstellungen der Linken für einen  sozialen und solidarischen Gesellschaftsumbau nicht mehr wie bisher auf eine geschlossene klassenmäßig zu verordnende Ablehnung stoßen und so ein politischer Kurswechsel erleichtern wird.

Hier der Artikel in der SZ:

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