IMB suspendiert seinen Vizepräsidenten Rodríguez

16. Mai 2003
Der Internationale Metallgewerkschaftsbund (IMB) hat den Vorsitzenden der argentinischen Metallgewerkschaft SMATA, José Rodríguez, von seiner Funktion als IMB-Vizepräsident entbunden. Rodríguez wird vorgeworfen, in den siebziger Jahren mit der Militärdiktatur in Argentinien zusammengearbeitet zu haben. Dabei geht es u.a. um 15 Betriebsräte eines Daimler-Werkes, die 1977 verschleppt und ermordet worden sein sollen. Der Vorsitzende der argentinischen Metallgewerkschaft hat alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Er sei zu keinem Zeitpunkt in Aktivitäten verstrickt gewesen, die zur Verschleppung oder gar Ermordung von Gewerkschaftern geführt hätten.

Der Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes, der IG Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, erklärte in Frankfurt, bis zur rechtlichen Klärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe müsse auch für José Rodríguez die Unschuldsvermutung gelten. Gleichzeitig müsse sich der IMB aber davor schützen, dass die gegen Rodríguez erhobenen Vorwürfe sich auch gegen den Internationalen Metallgewerkschaftsbund richteten. Daher habe die Exekutive des IMB beschlossen, Rodríguez bis zur rechtlichen Klärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe von seinen Funktionen im Internationalen Metallgewerkschaftsbund zu entbinden.

Dem Internationalen Metallgewerkschaftsbund gehören 202 Mitgliedsgewerkschaften in 99 Ländern an. Der IMB vertritt weltweit 25 Millionen Metall-Gewerkschafter.

Metallpressedienst Nr. 58, 16.Mai 2003