Internationalisierung der Gewerkschaftsarbeit am Beispiel der Automobilindustrie

Eine Veranstaltung des AK zur Zukunftsdebatte der IG Metall

Die Auseinandersetzung mit den und innerhalb der internationalen Konzerne machen deutlich, dass Gewerkschaftsarbeit ebenfalls internationalisiert werden muss. Um darüber zu reden, welche Möglichkeiten wir haben, laden wir euch ein zu einer

Diskussionsveranstaltung
am 14. Mai um 18 Uhr IG Metallhaus,
Alte Jakobstraße 149 in Berlin Kreuzberg (U-Hallesches Tor)

„Unser Kampf ist international“

von ihren Erfahrungen berichten: Hans Köbrich, BMW Berlin, Tom Adler (angefragt), DaimlerChrysler Mettingen, Wilfried Dressler, VW Salzgitter, Wolfgang Schaumberg und Hans Breker, Opel Bochum

* Bei BMW Rover wurden die großen Rover Werke und damit die Arbeitsplätze der englischen ArbeiterInnen aus dem BMW-Konzern ausgegliedert; der GBR stimmte diesem Konzept zu. Gesichert war damit nur die Erfolgsbeteiligung der deutschen ArbeiterInnen, nicht aber die Arbeitsplätze bei Rover. Rover wurde vorerst durch landesweiten Protest in England gerettet.
* Bei General Motors konnte durch eine Internationalisierung des Widerstandes gegen Arbeitsplatzvernichtung der Standort in England, GM-Luton, gesichert werden.
* Bei VW Südafrika suchten die Arbeiter diese internationale Unterstützung vergeblich: Der Gesamtbetriebsrat von VW verurteilte ihren Streik, nachdem sie durch die Geschäftsleitung entlassen worden waren.
* Bei DaimlerChrysler sollen auf dem amerikanischen Kontinent 26 000 ArbeiterInnnen entlassen werden. Die Einschnitte haben Auswirkungen auf die europäischen Standorte.

Was müssen wir berücksichtigen, wenn wir zur Sicherung der Arbeitsplätze den Standort verteidigen wollen?

Welche Möglichkeiten haben wir, das Ausspielen der Standorte im Land und in mehreren Ländern zu verhindern?

Im ständigen Ringen um die Ausweitung von Marktanteilen schaffen die großen Konzerne Überkapazitäten bei der Automobilproduktion. Das führt dazu, dass bei den schwächsten Gliedern in der Kette, bei den Betrieben mit den geringsten Gewinnen Produktion stillgelegt und Arbeiter entlassen werden.

Vor allem in Großbritannien wurden bei Ford in Dagenham, bei General Motors in Luton und bei BMW/Rover in Birmingham Werksschließungen angekündigt bzw. durchgeführt. Während Dagenham geschlossen wird, konnte der GM Standort in Luton durch internationale Aktionen ersteinmal gerettet werden.

Auch die koreanischen Arbeiter bei Daewoo befürchten Opfer internationaler Konzernstrategien zu werden und wehren sich mit militanten Kämpfen gegen die Übernahme durch Gerneral Motors..

VW wollte in seinem Werk in Sudafrika die Produktionsbedingungen und Gewinne optimieren. Für die ArbeiterInnnen hieß das: Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Dagegen gab es Widerstand und letztlich einen Streik. Der Gesamt- und Weltbetriebsrat sah den VW Standort in Sudafrika gefährdet und verurteilte deshalb den Streik.

Der Benchmarking/Vergleich der Standorte innerhalb eines internationalen Konzerns ist immer auch ein Wettlauf um die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bei den Beschäftigten. Erste Schritte sich dieser Logik zu widersetzen werden gemacht. Der GBR von DaimlerChrysler hat den Beschluss gefasst, keine Standortvereinbarungen mehr abzuschließen. Dieser Beschluss gilt allerdings nur in nationalem Rahmen. Angesichts der internationalen Verflechtungen und Abhängigkeiten brauchen wir gewerkschaftliche Handlungsfähigkeit auch auf der internationalen Ebene.

Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Verwaltungsstelle Berlin