Kein Rederecht auf dem Gewerkschaftstag?

„Die IG Metall ist eine demokratische Organisation“ heißt es stolz in einem Newsletter des IG Metall-Vorstands  in Vorbereitung des Gewerkschaftstages. Und es wird das hohe Lied der Partizipation gesungen: „Ohne Beteiligung geht bei der IG Metall nichts mehr. Die Mitglieder werden kontinuierlich einbezogen – bei jeder Tarifrunde, in Befragungen und natürlich auch im Vorfeld des Gewerkschaftstags. Denn Entscheidungen werden bei der IG Metall nicht in Hinterzimmern getroffen.“

Doch wie passt dies damit zusammen, dass Kollegen der Alternativen Liste von Daimler-Bremen ausdrücklich vom Büro des 1. Vorsitzenden aufgefordert werden, nicht auf dem Gewerkschaftstag zu reden? Angeblich hätte ihr Problem dort nichts zu suchen. Die Bremer hatten um Rederecht gebeten für ihr Anliegen, das weit über die IGM hinaus für die deutsche Gewerkschaftsbewegung juristische Bedeutung hat. Schließlich geht es nicht um Paenuts. 760 Kolleg/innen bekamen wegen einer Arbeitsniederlegung für gewerkschaftliche Forderungen eine Abmahnung. Die IG Metall verweigert ihnen bis heute den gewerkschaftlichen Rechtschutz.

Die Bremer Kolleg/innen haben einen Offenen Brief initiiert, der die Delegierten des Gewerkschaftstages erreichen soll.

15-10-09-Offener Brief IGM Kongresst-1