Oh Herr, wann lässt Du mehr Hirn regnen statt Bomben ? Ostermarsch 2018 Berlin

Trotz nasskaltem „Sauwetter“ waren es wieder bis zu 2000 Menschen, die  zum Ostermarsch in Berlin, diesmal  in der Turmstraße,  zusammen kamen. Neben den offiziellen Veranstaltern , die in der Friedenskoordination Berlin zusammengeschlossen sind, trieb die angespannte Weltlage auch  viele Menschen und Vertreter etlicher weiterer demokratischer Organisationen, Parteien, Kirchen und Gewerkschaften auf die Straße.  Mitten darunter auch wir vom Arbeitskreis Internationalismus IGM mit weiteren  Kollegen unserer Gewerkschaft.

 

In den Reden und Parolen wurden zentrale Themen angesprochen, die den Menschen zunehmend Angst  machen:

Die Konflike eskalieren weltweit. Neben den USA und anderen Großmächten wie Russland und China mischen  immer mehr Mächte im Ringen um Hegemonie mit , darunter auch Deutschland und die EU. Der „Westen“ und mit ihm  die Nato gebährden sich zunehmend aggressiv.

 

Die  Bundesregierung plant -wie andere westliche Staaten auch- die Rüstungsausgaben  auf 2% des Bruttoinlandsproduktes nahezu zu verdoppeln. Das  heizt die Rüstungsspirale, aber auch die Konflikte , vor allem mit Russland,  an. Das bedeutet allein in Deutschland ca. 30 Milliarden Euro an zusätzlichen Ausgaben für Rüstung und Krieg, die  in Bereichen wie Umwelt, Gesundheit, Bildung  und Soziales fehlen. Und wieso „Nachrüsten“, wenn bereits jetzt schon zum Beispiel eine mehr als 10 fache Überlegenheit der NATO  gegenüber Russland besteht?

Alle Atomwaffenmächte rüsten nuklear wieder auf. Eine nukleare Katastrophe ist nicht nur  in Korea denkbar , sondern auch in Europa wieder wahrscheinlicher.  Die Bundesregierung weigert sich nach wie vor, die US-Atomwaffen aus Büchel abzuziehen und den UN-Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Den USA wird weiterhin gestattet, von deutschem Boden aus in Ramstein völkerechtswidrige Drohnenangriffe zu starten und zu koordinieren.

Deutschland gehört  zu den größten Rüstungsexporteuren der Welt und betreibt im Nahen Osten ein „Bombengeschäft“ nach allen Seiten. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der Türkei in Nordsyrien/ Afrin wird u.a. mit deutschen Leopardpanzern durchgeführt. Trotz Krieg und Verbrechen an der Zivilbevölkerung durch die türkische Nato Armee und ihren verbündeten islamistischen Terrorbanden wurden in den letzten 10 Wochen mehr als 31  Rüstungsgeschäfte mit der Türkei  genehmigt bzw. getätigt. Von der EU erhält die Türkei erneut 3 Milliarden Euro Unterstützungsgelder.

Gleichzeitig behindern und verfolgen Bundesregierung und zuständige Innnenbehörden hier in Deutschland wie ein verlängerter Arm Erdogans  die Angehörigen der Opfer dieses Krieges, wenn diese für Frieden in Afrin, Verteidigung ihrer Existenz, für Demokratie, für Gleichberechtigung aller Volks- und Glaubensgruppen und für   Frauenrechte demonstrieren.

Nicht hinnehmbar,  dass die Demonstrationsleitung es zulassen wollte, dass die Polizei versuchte , die völlig friedlichen kurdischen Mitdemonstranten vom Ostermarsch abzutrennen und  auszugrenzen. Es war dem beherzten solidarischen Eingreifen von Gewerkschaftsmitgliedern, Linkenparlamentariern wie Dieter Dehm (einer der Hauptredner auf der Kundgebung) und schliesslich des überwiegendenTeils der  Demonstrationsteilnehmer selbst zu verdanken, dass die Lage nicht eskalierte und ein gemeinsamer „friedlicher“ Marsch mit unseren kurdischen und arabischen Friedensfreunden bis zur Abschlusskundgebung möglich wurde.

Es zeigt sich immer mehr , die Gewaltspiralen nach aussen und innen greifen in einander über. Hass, Diffamierung und Fake News werden gesellschaftsfähig. Vergiftete Athmosphäre und Spaltung der Gesellschaften und Völker sind der Nährboden für jegliche Form von Gewalt und Anwendung von Waffen.

Treten wir dagegen an. Seien wir Vorbild in Sachen Toleranz. Nehmen wir alle Opfer von Krieg, aber auch Ausgrenzung in unsere Mitte.

 

Hier die engagierte Hauptrede* gegen Krieg , Militarisierung und Gesellschaftliche Spaltung von Diehter Dehm auf der Auftaktkundgebung als Ganzes :

*sicher gibt es Passagen, über die man geteilter Meinung sein kann, aber als Ganzes eine Brandrede  gegen Krieg , Militarisierung und Gesellschaftliche Spaltung. Wir hätten uns mehr Teilnehmer aus dem demokratischen aber auch linken Spektrum gewünscht.