Stoppt den Krieg! Stoppt die Gewalt und den Hass zwischen Juden und Arabern

Die oft sehr einseitige Berichterstattung zum Konflikt in Israel und Palästina veranlasst uns, auch hier Position zu beziehen.

Veranstaltung mit der WAC 2005 in Berlin

Seit geraumer Zeit haben wir immer wieder Kontakt und Austausch mit einer kleinen Gewerkschaft in Israel, in der Juden und Araber aber auch Arbeitsmigrant*innen organisiert sind. (Workers Advice Center WAC MAAN) Durch verschiedene gegenseitig Besuche und gemeinsame Veranstaltungen konnten wir Einblicke in die Realität vor allem auch von schlecht bezahlten Arbeiter*innen in Israel gewinnen.






Anlässlich der jüngsten Ausbrüche von Gewalt in Israel und Palästina veröffentlichen wir den Aufruf von WAAC MAAN. Weitere Stellungnahmen kritischer Stimmen vor allem aus Israel sollen folgen:

„Stoppt den Krieg! Stoppt die Gewalt und den Hass zwischen Juden und Arabern

Wir sind mit einer grausamen Realität konfrontiert. Die israelischen Provokationen gegen Palästinenser in Ost-Jerusalem haben den Geist aufgestauter Ressentiments endgültig aus der Flasche gelassen, während sie der Hamas den Ruhm der Verteidigung der al-Aqsa einbrachten. Hunderte von Raketen, die auf israelische Städte abgefeuert wurden, haben bisher acht Israelis getötet und Dutzende verletzt.

Massive Bombardierungen durch die israelische Luftwaffe haben in wenigen Tagen Hunderte von Menschen in Gaza getötet und Tausende verletzt, Infrastruktur und unzählige Häuser zerstört.

Im Westjordanland hat die israelische Armee Demonstrationen mit Gewalt unterdrückt und mindestens 9 Menschen getötet. Zur gleichen Zeit drohen in israelischen Städten Zusammenstöße zwischen Juden und Arabern das Land zu zerreißen.

Angesichts dieser Welle von Gewalt und Hass fordert die MAAN Workers Association einen Stopp des Krieges und aller militärischen Aktionen auf beiden Seiten. Wir schließen uns dem medizinischen Personal des Rambam-Krankenhauses in Haifa – Juden und Araber – und vielen anderen an, die auf die Straße gegangen sind, um gegen die Aufwiegelung zu demonstrieren und bessere Beziehungen zwischen Juden und Arabern zu fordern. Religiöser Fanatismus, Nationalismus und Rassismus auf beiden Seiten werden uns alle ins Verderben reißen. Das dürfen wir nicht zulassen.

In den letzten Wochen, während religiöse und nationalistische Zusammenstöße in Jerusalem eine Katastrophe heraufbeschworen, haben wir bei MAAN intensive Verhandlungen mit den Arbeitgebern geführt, um Tarifverträge zu unterzeichnen, die für die in unserer Gewerkschaft organisierten palästinensischen und israelischen Arbeiter von großer Bedeutung sind. Im März unterzeichnete MAAN einen Tarifvertrag mit der Lebensmittelfabrik Rajwan in der Industriezone Atarot (nördlich von Jerusalem), wo 55 Arbeiter, die im Westjordanland wohnen, nun faire und legale Arbeitsbedingungen genießen werden. Ein weiterer Tarifvertrag wurde gerade zum zweiten Mal mit Yad b’Yad (Hand in Hand), einer israelischen NRO, unterzeichnet, in der 250 arabische und jüdische Erzieher, viele von ihnen Frauen, mehr als tausend Kinder vom Kindergarten bis zur Oberschule zweisprachig unterrichten. Der neue Tarifvertrag wird ihre Rechte und Arbeitsbedingungen garantieren und ihr Engagement für MAAN stärken Die neuen Mitglieder von MAAN sowie viele, die schon vor Jahren in unsere Reihen eingetreten sind, wissen, dass wir unermüdlich für Solidarität und Gleichheit zwischen allen Menschen kämpfen und dass wir keine Toleranz für Segregation oder Diskriminierung zwischen Juden und Arabern haben.

In diesen Tagen des Krieges und des Chaos blicken wir auf die neue Führung in Washington und erhalten von ihr Inspiration und Ermutigung.

Nach Jahrzehnten des Niedergangs des Status der organisierten Arbeiterschaft in den Vereinigten Staaten ruft das Weiße Haus wieder zu stärkeren Gewerkschaften auf. Auch in der Frage des Klimawandels beweist die Biden-Administration Führungsstärke, indem sie einmal mehr die internationale Koalition zur Bekämpfung der Luftverschmutzung und der globalen Erwärmung anführt.

Wir rufen alle, die Einfluss nehmen können, zivile Bewegungen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und andere sowohl in der

israelischen als auch in der palästinensischen Gesellschaft auf, sich hinter dem Aufruf zu vereinen, die Gewalt zu beenden und weiteres Leid für unschuldige Zivilisten auf beiden Seiten zu verhindern. Wir rufen Israelis und Palästinenser dazu auf, die Grenzen zu überschreiten, sichtbar und unsichtbar, und zusammenzuarbeiten, um zu verhindern, dass die Extremisten auf beiden Seiten die Macht übernehmen. Gemeinsam können wir helfen, eine gerechte und vernünftige Gesellschaft aufzubauen, ohne Diskriminierung aufgrund von Religion, Nationalität, Rasse oder Geschlecht.“

https://mailchi.mp/39f92f0ae171/maan-workers-associations-statement-stop-the-war?e=d564a7acfa