Leiharbeit … und jetzt erzählen wir die wahre Geschichte

Claus von Wagner und Max Uthoff.

„Das sog. „Normalarbeitsverhältnis“ (unbefristetes Arbeitsverhätltnis mit Kündigungsschutz und trariflicher Anbindung) war bei natürlich trotzdem weiter existierenden anderen Spaltungslinien eine wichtige Basis für die gewerkschaftliche Verhandlungsmacht. Es gab den allermeisten Beschäftigten einen gleichen Status und ermöglichte es, sich gegen unakzeptable Arbeitsverhältnisse zur Wehr zu setzen, ohne das gleich mit einem Rauswurf zu bezahlen. Jahrelang ist auf dieser Basis viel ereicht worden.

Doch spätestens Ende der 70er Jahre war das „dem Kapital“ zu viel und es suchte nach Hebeln diese „normalen Verhältnisse“ zu seinen Gunsten zu verändern. Flexibilität und Verunsicherung zogen ein, und neue Klassen von „Arbeitnehmern“ wurden erfunden, schön hierarchisiert, nach unten mit immer weniger Geld und sozialen Rechten ausgestattet. Die Firmen haben den sog. „Stammarbeitern“ gesagt: „Wir brauchen das, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dann werden auch eure Jobs bleiben.“ Viele haben das geglaubt und die Gewerkschaften hatten entweder nicht den Mut oder den Weitblick, zu erkennen, was hier abläuft. Das hauptamliche Personal und die üppig dotierten „Betriebsratsfürsten“ wollte natürlich auch ihre eigenen Arbeitsplätze sichern. Und dafür muss man im Geschäft bleiben als Vertragspartner.

Nun haben wir die Bescherung, und immer mehr begreifen, dass es einfach Humbug ist, auch das letzte neue beschissene Arbeitsverhältnis „fair“ regeln zu wollen. Wir müsen als Gewerkschaft wieder den Mut aufbringen, bestimmte Arbeitsverhältnisse grundsätzlich zu delitimieren und zu bekämpfen. Dazu gehört auf jedenFall die sog. Leiharbeit, für deren Verbot einzutreten ist und nicht nur gegen ihren angeblichen „Missbrauch“. „Die Anstalt“ hat in ihrer letzten Sendung die „Geschichte der Leiharbeit“  anschaulich erklärt und insbesondere den gegenwärtigen Kurs der IG Metall sehr treffend beschrieben.

Für alle, die die „Anstalt“ verpasst haben.

Die Anstalt

Unbedingt zu empfehlen ist auch ein Feature im Deutschlandfunk, das dokumentiert, wie Teile der Belegschaft des Daimler-Werkes in Bremen – organisiert in der IG Metall – den Kampf gegen die Ausbreitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse aufgenommen haben. Die „offizielle“ IG Metall möchte das nicht unterstützen. Eine ganze Reihe von gewerkschaftlich orintierten Rechtsanwälten tun dies trotzdem. Nicht ohne Erfolg.  Auch sonst ist viel Zustimmung und Solidarität unübersehbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://www.deutschlandfunk.de/die-kampfansage-mercedes-arbeiter-fordern-ein-neues.1247.de.html?dram:article_id=384864