Urgent Action Amnesty International: Menschenrechtler_innen massiv bedroht

Mindestens 80 kolumbianische Menschenrechtler_innen haben per E-Mail Morddrohungen erhalten. Dies geschah jeweils an oder kurz vor dem nationalen Tag der Menschenrechte am 9. September.
Am 8. September erhielten mindestens 80 Menschenrechtsverteidiger_innen in ganz Kolumbien eine E-Mail, in der sie bedroht wurden. Darin stand, dass man „jeden einzelnen“ von ihnen „fertigmachen werde“ (los vamos a acabar uno a uno) und dass man „wisse, wo jeder einzelne von euch und eure Familien leben, macht euch bereit zu sterben“ (sabemos donde [sic] estan [sic] cada uno de Ustedes y sus familias preparense [sic] para morir). Am 9. September, dem nationalen Tag der Menschenrechte in Kolumbien, wurden zwei weitere Droh-E-Mails an zahlreiche Menschenrechtler_innen verschickt, unterschrieben von der paramilitärischen Gruppe Águilas Negras (Schwarze Adler). In einer der E-Mails wurde den Menschenrechtler_innen ein Ultimatum von 15 Tagen gestellt, ihre Arbeit einzustellen. Sie wurden aufgefordert, „mit der Scheinpolitik aufzuhören und das Geschwätz über Menschenrechtsverteidiger sein zu lassen“ (no jodan más con sus políticas chimbas, dejen de mariquiar [sic] con su cuento de defensores de derechos humanos). In der zweiten E Mail vom 9. September wurde unter anderem zur Beerdigung dreier afro-kolumbianischer Menschenrechtlerinnen am 18. September eingeladen. In allen Drohschreiben wurden die Betroffenen beschuldigt, Guerillakämpfer_innen zu sein.

Info bei Amnesty International