Veranstaltungshinweis: Was tun gegen Rechts?

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Frank VincentzEigenes Werk –Mahnmal Solinger Bürger und Bürgerinnen in Solingen

Am Mittwoch, 18.01.2017 | 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr DGB Haus –Berlin, Keithstraße 1+3

Was tun gegen Rechts? / Faschismus – Kapitalismus – Gewerkschaften

Das Tempo, mit der rechte Ideologien, Bewegungen und Parteien in Deutschland wieder an Einfluss gewinnen, die Menschenverachtung und Brutalität, die sie ganz offen an den Tag legen, ist erschreckend. Dabei ist die Nachricht, dass Gewerkschaftsmitglieder überproportional AfD wählen, ein Schlag ins Gesicht aller linken Gewerkschaftsaktiven. Denn Gewerkschaften leisten bis heute eine wichtige Arbeit gegen rechts. Wie konnte es zu dieser rechten Offensive kommen? Wie nicht verzweifeln angesichts ähnlicher Entwicklungen in vielen anderen Ländern? Ein Blick in die Vergangenheit, eine Befragung und Auswertung früherer Versuche und Kämpfe kann helfen, Antworten auf diese Fragen zu finden:  Wir wollen uns mit den Analysen und Ideen eines Menschen beschäftigen, der sich in den 1920er und 30er Jahren mit dem Aufstieg des deutschen Faschismus beschäftigt hat: Walter Benjamin. Weniger bekannt ist, dass Benjamin sich in der gleichen Zeit der Arbeiterbewegung in einer intensiven Auseinandersetzung sehr angenähert hat.  Zusätzlich wollen wir uns konkrete Beispiele anschauen: Welche Rolle spielt verkürzte Kapitalismuskritik z. B. in Form von Geld- und Zinskritik damals und heute.  Außerdem wollen wir uns mit dem Februarstreik 1941 gegen die antisemitischen Maßnahmen und Deportationen von Jüdinnen und Juden beschäftigen. Es geht darum, aus Erfahrungen und Deutungen der Vergangenheit zu lernen, und auch Mut, Optimismus und Handlungsperspektiven zu gewinnen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Für Getränke und Snacks wird gesorgt. Um besser planen zu können, freuen wir uns über Eure Anmeldung bei katharina.bergmann@dgb.de.

Referenten:

Frank Voigt promoviert über Walter Benjamins Verhältnis zur Arbeiterbewegung. Er ist Mitglied der GEW, Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Ludwig-Rosenberg- Kolleg am Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum assoziiert.

Christoph Gollasch promoviert im Ludwig-Rosenberg-Kolleg zu Arbeiterbewegung und Judentum über linke Rezeption der Geld und Zinskritik von Silvio Gesell und arbeitet als historisch politischer Bildner am Friedhof der Märzgefallenen in Friedrichshain und der Gedenkstätte Ravensbrück.

Johanna Lauber hat an der Global Labour University studiert, promoviert über die Kooperation von Gewerkschaften und sozialen Bewegungen in den Europäischen Sozialforen mit Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung und ist in der GEW aktiv.